Telekom erhöht Reichweite von T-DSL

DSL-Light mit 384 kbit/s Downstream und 64 Kbit/s Upstream im Test

Die Telekom will bis etwa zum Jahresende in der Lage sein, eine höhere Reichweite für die Breitbandübertragung per DSL von der Telekom-Vermittlungsstelle bis zur Wohnung des Kunden zu erzielen. Durch diese Maßnahmen ermöglicht die Telekom weiteren - bis zu vier Millionen - Kunden, T-DSL im Festnetz zu erhalten.

"Durch feinere Messmethoden, neueste Erkenntnisse bei den realen Dämpfungswerten sowie Reduzierung des Störabstandes im Kabel zum Kunden erzielen wir einen Reichweitengewinn von maximal knapp einem Kilometer", erläutert Telekom-Vorstand Josef Brauner auf der Systems 2002 in München die Fortschritte.

Da dies insbesondere bei Flächengemeinden mitunter nicht ausreicht, teste man derzeit, ob eine fest eingestellte geringere Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 384 kbit/s im Downstream verbunden mit bis zu 64 Kbit/s im Upstream ohne Fehler realisierbar ist, so Brauner. "Bei positivem Testergebnis kann diese Variante - aufgrund unserer Aufwendungen - zum gleichen Preis wie das Standardangebot von den Kunden genutzt werden."
 
Was meint ihr was man von dieser Mitteilung halten soll?
Mich würde ja mal interessieren, warum eine höhere Reichweite plötzlich doch zu erzielen ist, nur weil man die Down- und Uploadraten herunter setzt. Liegt das daran, daß bei einer größeren Reichweite die Fehleranzahl bei der Übertragung (verlorene Datenpakete etc.) steigt, ähnlich wie bei einem Druckerkabel was zu lang geraten ist? Wäre ja durchaus eine logische Erklärung. Andererseits könnte man auch denken, daß vielleicht der Download-Verbrauch der User etwas gedrosselt werden soll, weil man dadurch seitens T-Online vielleicht niedrigere Wartungsarbeiten an den Vermittlungsstellen erhofft und gleichzeitig doch einen größeren Kundenstamm gewinnen könnte. Allerdings finde ich das Argument nicht sehr überzeugend, daß die Kunden genauso viel zahlen sollen für eine lamere Verbindung als Kunden die die volle Bandbreite nutzen können, nur weil angeblich ein höherer Aufwand betrieben wurde. Ich kann mir nicht vorstellen daß das viele Kunden machen.
Was meint ihr?
 
Genau so ist es!

Wenn Du verstehen willst, warum die Übertragungsbandbreite einer Leitung von ihrer Länge abhängt, musst du erst einmal wissen, wie so eine Leitung aufgebaut ist.

Deine Telefonleitung besteht aus 2 Drähten.
Jeder Draht hat neben seinem Widerstand auch eine Induktivität, das heisst, wenn er mit Strom durchflosen wird, baut sich um ihn ein Magnetfeld auf.
Dieses beeinflusst nicht nur die Nachbardrähte
( Überkopplung) sondern auch die eigene Leitung durch Selbstinduktion.
Stell Dir vor:
Am Anfang der Leitung legst Du Spannung an.
Nun fliesst Strom durch die Leitung. dieser Strom wird ersteinmal zum Aufbau des Magnetfeldes "gebraucht",
kommt also nicht sofort am Ende der Leitung an,
sondern erst, wenn das Magnetfeld"steht"!
Es tritt also eine Laufzeitverzögerung der vorderen Impulsflanke ein.
Nun nimmst Du die Spannung am Anfang der Leitung weg.
Das Magetfeld der Leitung bricht zusammen
und induziert nach dem elektrodynamischen Prinzip
eine entgegengesetzte Spannung., der Stron fliest noch ein bissel weiter!
Dadurch entstehen bei schnellen Impulswechseln,
(also hohen Frequenzen!) Impulsverfälschungen.
Die Impulse gehen ineinander über, die Geräte können nichts mehr unterscheiden.
Nun liegen die beiden Drähte dicht nebeneinander, ja sie sind sogar verdrallt, um die schädliche Induktivität niedrig zu halten. Dies erhöht aber die Kapazität der Drähte zueinander. Nun schliesst aber ein Kondensator um somehr kurz, je höher die Frequenz
des anliegenden Signales ist.

Dies alles macht die ganze Sache verdammt kompliziert:
Immer höhere Bandbreite erfordert immer höhere
Frequenzen.
Um so länger die Leitung und um so höher die zu übertragene Frequenz um so weniger kommt am anderen Ende "an"! Die höheren Frequenzen
werden mehr gedämpft als die niedrigen.

Wie funzt nun DSL?
Ich werde dies mal volkstümlich vereinfacht erklären.
Auf beiden Seiten der Leitung hast Du sagen wir mal 256 Modems. Diese werden natürlich emuliert, dies erledigt der Chip auf beiden Seiten der Leitung.
Jedes Modem hat seinen eigenen Ton, also eine Frequenz als Träger.
Beim Syncronisieren wird nun von unten nach oben geprüft, wieviel verschiedene Träger ich auf der Leitung unterbringen kann.
Wenn zum Beispiel auf einer kurzen Leitung, die ja höhere Frequenzen übertragen kann, 80 Modems parallel in Betrieb gehen können, sind es auf der langen Leitung zum Beispiel nur 10.
Ist dir nun klar, dass natürlich 80 Modems bedeutend
mehr Traffic auf die Leitung drücken können als 10 ??

Tja um zu den Preisen zu kommen ...
Wir leben im Kapitalismus, da legen Angebot und Nachfrage die Preise fest ... :-P

Golgotha.
 
@Golgotha

Na gut, ok. Weißt Du vielleicht auch noch mit welcher Frequenz bei DSL gesendet wird? Ich habe mal gehört das bis vor relativ kurzer Zeit noch ein Projekt in Deutschland lief, wo Breitband-Internet über das Stromnetz realisiert werden sollte. Da die Frequenz in der Steckdose 50 Hz beträgt, würde ich mal einfach davon ausgehen, daß die dort mit dieser Frequenz gearbeitet haben. Ich gehe mal ebenso davon aus, daß die Frequenz bei der Breitbandübertragung per Telefonkabel auch so in der Größenordnung liegt. Falls nicht berichtige mich bitte. Soweit ich weiß, senden aber z.B. Handys mit einer Frequenz bis in den GigaHertz-Bereich hinein. Könnte man diesen Frequenzbereich dann nicht auch für DSL nutzen??? Schließlich haben Handys doch auch eine große Reichweite.
Und eins will ich auch noch mal wissen. Wieso kann man über eine kurze Leitung höhere Frequenzen versenden als über eine längere (relativ gesehen)? Das habe ich in Deiner Erklärung nicht so recht verstanden.
 
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