Universelle Lösung für alle Fälle

Bei uns in der Berufsoberschule gibt es bei einem ganz besonderen Physik-Lehrer Punktabzug für, worauf er gerade Lust hat. Da es aber keine Glaskugel gibt zum Herausfinden, ob meine Schreibschrift mehr zu Arial oder Courier New tendieren sollte, benötige ich eine universelle Lösung für alle Fälle. Kennt jemand eine?
 
Ja, wie lernt man denn, damit umzugehen?

Nächste Woche machen wir Zirkeltraining für eine Sportnote, wobei wir uns die Note selber geben.

28 Schüler teilen sich in 14 Paare auf und machen abwechselnd so viele Liegestützen, wie sie in 30 Sekunden schaffen, während der, der gerade nicht an der Reihe ist, zählt, wie viele der andere gemacht hat. Unser Sportlehrer pfeift, wann die Zählung beginnt, und holt sich die Ergebnisse aus den Zetteln.

Heute z.B. habe ich 30 Liegestützen gemacht und nur 20 aufgeschrieben gekriegt, weil mein Kollege auf den Arsch eines ander'n geguckt hat. Wie geht man damit um? Ne auffälligere Hose anziehn?
 
1. Es sind 2 unterschiedliche Sachen
2. Man kann das ganze auch etwas lockerer nehmen, eine "gesunde Leck-Mich-Am-Arsch"-Haltung ist zwar nicht erforderlich, aber erleichtert solche Sachen ungemein(und macht das Leben entspannter).
3. Man kann auch mal so ein Auge zudrücken, wenn man das bei anderen macht und man auf einander angewiesen ist, so erwiedern sie es. Hilfreich ist auch hier wieder Punkt 2.
4. Es gibt ein Gebet(nicht das ich religös bin, aber es ist "weise"):
"Gib mir die Kraft das zu ändern was ich ändern kann, die Demut das hinzunehmen was ich nicht ändern kann, und die Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden."

Man kann an den Problemen zwar nichts ändern, aber an den Umständen, zum Beispiel einen anderen Partner wählen, mit dem es besser läuft, oder Physik abwählen wenn es möglich wird.

Ansonsten bekommt man so eine Fertigkeit mit der Zeit.
Ich hab in deinem Alter auch den Kopf, über das oberlehrerhafte, geschüttelt, alles super korrekt gemacht und ernst genommen, während andere eine chilligere Zeit hatten.
Nun bin ich auch etwas relaxter weil ich weiss es geht auch anders und das Warten ist auch nicht mehr so schlimm da man das ja auch lernt ;).
Im Buddhismus heisst es:"Zeit und Geduld lösen alle Probleme", und das von einem Shaolin-Mönch der mit bloßer Faust Bäume, in Rekordzeit, von der Borke befreit.

Du kannst also z.Z. nichts weiter machen als zu warten, gute Mine zu bösem Spiel machen, und darauf warten das deine Zeit anbricht.
Und so blöd sich das auch anhört aber das dürfte eine der wichtigsten Lektionen der Schulzeit sein, da sie Teamfähigkeit, Persönlichkeit und Kritikfähigkeit fördert.
Ganz zu schweigen von der schnell eintretenden Selbstständigkeit, in die man flieht wenn man kann, anders als viele Nesthocker die sich mit dem Status Quo abgefunden haben.

Also: "Chill Alter!" 8)

Gruß

Fluffy
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Souverän, freundlich und kompromissbereit sein, auch wenn der Gegenüber es nicht ist. Sprich die Probleme direkt an, aber sei dabei einfühlsam.
Meistens funktioniert die Kommunikation dann schon viel besser, falls nicht hilft nur aus dem Weg gehen oder Kollisionskurs (z.B. Beschwerde bei Vorgesetztem einlegen).

freddy123 hat gesagt.:
Wie geht man damit um? Ne auffälligere Hose anziehn?
"Ich glaube die Zahl stimmt nicht so ganz... Ich habe 30 gezählt, meinst du dass die Zahl richtig ist?"
Keine Ahnung mit was für Typen du dort abhängst, aber bei meinen ehemaligen Klassenkameraden hätte das sicher funktioniert.
 
Wo ich deine Antwort gerade lese night:
Liegestütze sind so eine Sache.
Ich kenne viele die behaupten sie könnten Liegestütze.
Aber richtige Liegestütze machen ist schwierig, und da zählt man manchmal auch nur die die ordentlich gemacht sind, wenn man mies drauf ist, oder auf Gegenkurs geht.
Von daher gibt es auch hier Interpretationsspielraum.
 
Letzten Endes ist es wie im Risikomanagement. Du kannst das Problem
- ignorieren. Du entwickelst eine "Mir egal"-Haltung dazu. Üblicherweise funktioniert das ganz gut bei Problemen, die einen nicht direkt etwas angehen, wie z.B. weltpolitische Themen oder Probleme von anderen. Das führt letzten Endes zu einer sehr egoistischen Lebensweise, was in einer Gesellschaft (Freunde, Familie, Job, ...) natürlich nur bis zu einem gewissen Grad akzeptiert wird.

- akzeptieren. Hier geht es nicht um eine "Egal"-Haltung, sondern um Akzeptanz (oder im negativen Fall Resignation), um "Das kann man nicht ändern" bis hin zu "Das ist gut so". Akzeptieren ist im Vergleich zum Ignorieren sehr schwer. Meiner Erfahrung nach gehen auch gerade pessimistische Menschen oft mit einer Akzeptanz-Haltung an Probleme ran: "Ich bin einfach schlecht, das ist halt so". In bestimmten Fällen mag das zutreffen, meistens kann man aber mit ein bisschen Wille und Weitsicht viele Probleme (z.B. Sportlichkeit bei kräftigeren Menschen) in den Griff bekommen.

- vermeiden. Wenn man im Vorhinein schon weiß, dass es zu Problemen kommen könnte, kann man sein Verhalten dementsprechend anpassen, um die Probleme garnicht erst entstehen zu lassen. Beispielsweise kannst du deinen Kollegen im Vorfeld sagen, dass er etwas "lascher" zählen soll und du das dann bei ihm auch machen würdest. In Bezug auf deinen Lehrer könntest du dein Verhalten ihm gegenüber anpassen, z.B. weniger schwetzen.

- vermindern. Wenn du es nicht schaffst, das Problem zu vermeiden, könntest du wenigstens die Auswirkungen versuchen zu vermindern. Du könntest z.B. mit einer Vertrauensperson über den Lehrer sprechen, oder dem Klassenlehrer. Du könntest freiwillig ein Referat halten, um so deine Stellung beim Lehrer zu fördern - üblicherweise bekommen beliebte SchülerInnen weniger Punktabzug. Du könntest deinen Mitschüler anschauen beim Liegestütze machen oder ihn auffordern, dich anzufeuern. Je weniger das Problem dir anhaben kann, umso besser.

- überwälzen. Einfachste Möglichkeit: Mein Problem ist dein Problem. "Ich wars nicht, der/die andere wars.", "Wenn du schlecht zählst, dann zähle ich auch schlecht", den Eltern das mit dem Physiklehrer erzählen, die es am Elternabend besprechen sollen, usw..

Die eine "universelle Lösung für alle Probleme" gibt es nicht - das wäre auch zu schön, um wahr zu sein. Stattdessen musst du dir überlegen, welche Probleme du haben könntest (Lebenserfahrung ;)) und dich dementsprechend darauf vorbereiten, oder eben nicht, je nachdem, wie du mit Problem eben umgehen willst.
 
Man wirst du abkotzen, wenn du in die Uni, Berufsschule bzw. dann irgendwann ins Arbeitsleben gehst. :D Scheiße fließt immer nach unten.

Das Leben ist eben nicht fair - behauptet aber auch keiner.

Wie viele andere vorher es schon sagten: Lerne damit zu leben bzw. choose your battles.
Manches nimmt man hin, manches muss man eben offen angehen, man muss sich nur klar machen, an welchen Stellen es sinnvoll ist.

Sag dir in solchen Situation im Stillen folgende beiden Sätze auf:

1) OK - dann ist das eben so.
2) Man sieht sich immer zweimal im Leben.
 
Ich persönlich bin fast immer der, der Probleme lösen will und sonst garnix (nicht vermeiden, nicht abwälzen, schon garnicht akzeptieren).

Erstaunlicherweise geht das erstaunlich oft, jedoch braucht es oft sehr viel Mut, Courage, Disziplin und vor allem die Fähigkeit, auf die eigenen Sinne zu hören. Man wird aber mit jedem Problem, das man löst ein bisschen stärker und man wird eine interessante Persönlichkeit, denn nicht viele Menschen wagen es, Problemen in die Augen zu schauen, sondern versuchen, sie zu vermeiden.
Um wagen zu lernen, hat mir persönlich Kampfsport sehr geholfen. Mittlerweile bin ich kampfsportsüchtig geworden und bin glücklich.

Aber mit lösen meine ich, so weit, dass es ausreicht, und nicht so weit, wie du willst.
Wenn du also unfair behandelt wurdest dann beschwer dich nur so lange, bis es den Status fair erreicht hat, und versuche nicht, dir noch mehr herauszuholen.
 
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