Welche Weißheiten habt ihr mal gehört und nie vergessen?

#1
Hallo allerseits,

ich plane für meine Tochter einen Kettenanhänger schmieden zu lassen und will darauf einen persönlichen, einprägsamen Spruch für ihren Weg mit aufbringen lassen. Da kam mir die Idee zu diesem Thread. Nicht, dass ich hier nach einem Spruch für die Kette frage, sondern tatsächlich nach dem eindrucksvollsten und nachhaltigsten Spruch im Sinne einer Weißheit.
 
#2
https://de.wikipedia.org/wiki/Hanlon%E2%80%99s_Razor hat gesagt.:
Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.
Eines meiner Lieblingszitate, das sich auf viele Alltagssituationen anwenden lässt.
 

Chromatin

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#3
Von meinem Opa (alter Gärtnermeister und Naturforscher) wurden mir diese gesagt:

Im Schützengraben gibt es keinen Atheisten.
Laut Netz wird das oftmals einem englischen Pfarrer zugeschrieben. Allerdings hat mein Opa erzählt, dass er selbst den Spruch schon als junger Mann im (2. Welt)Krieg gehört hat.
Also vermute ich, dass es sich um eine damals gängige Redewendung handelt.

Vergiss niemals, dass die Natur dich nicht braucht, du aber sie.
Diesen Spruch gibt es in vielen Varianten aber der Kern bleibt stets der gleiche.

Das begleitet mich tatsächlich und bedingt alle möglichen Entscheidungen - etwa den Grünteil meines Grundstücks komplett sich selbst zu überlassen (mit gewisser Steuerung)
und meinen Umgang mit Natur ganz allgemein.


Insofern finde ich, dass es zwar jede Menge Zitate und Weisheiten zu verkünden gibt. Jedoch ist es noch wieder etwas anderes wenn das von einer Person kommt, zu der man auch eine starke Bindung hat und man auch sehen kann das diese Person das gesagte "lebt".

In deinem Fall solltest du also etwas wählen was auch dir als Vorbild gerecht wird und was du auch tatsächlich vorlebst.
Ansonsten bleibt es sehr wahrscheinlich eine hohle Phrase.
 
#4
Von meinem Opa (alter Gärtnermeister und Naturforscher) wurden mir diese gesagt:
Im Schützengraben gibt es keinen Atheisten.
Das hatte mir mein Opa auch berichtet und er hatte es auch an der russischen Front von Russen gehört.

Insofern finde ich, dass es zwar jede Menge Zitate und Weisheiten zu verkünden gibt. Jedoch ist es noch wieder etwas anderes wenn das von einer Person kommt, zu der man auch eine starke Bindung hat und man auch sehen kann das diese Person das gesagte "lebt".
In deinem Fall solltest du also etwas wählen was auch dir als Vorbild gerecht wird und was du auch tatsächlich vorlebst.
Ansonsten bleibt es sehr wahrscheinlich eine hohle Phrase.
Genau das ist es, was ich machen werde. Mich interessiert es nur, welche "Weißheiten" unter welchen Bedingungen wen wie angeleitet oder begleitet haben.

Zu meinen Großeltern und meinen Eltern kann ich nicht viel Sagen. Ich hatte den Hauptteil meines Lebens kein gutes Verhältnis zu keinem davon. Erst in den letzten Jahren, bevor meine Mutter starb, besserte sich das Verhältnis zu ihr.

Mich würde am wohl besten der Fels beschreiben, der immer da ist, nie geht und aus der Ruhe seine Kraft schöpft. Versetzt er sich in Bewegung, kann er andere mitreißen und viel bewirken.
 
#5
Wichtigste Weisheit meines Lebens, die ich von meinem Vater mitbekommen habe: Alles ist zu bezweifeln!

Erst vor ca. einem Jahr sprach ich nochmal mit ihm darüber und erfuhr so, dass er diese Weisheit im Laufe seines Lebens für sich selbst immer wieder erweiterte, so unmöglich dies auch erscheinen mag. Doch betrachtet man das Wort "Alles" mal genauer wird's verständlich. Als Kind zweifelt man z.B. nicht an seinen Eltern. Als Jugendlicher bezweifelt man nur selten, dass man schlauer/besser/etc. sei als die Erwachsenen. Bis zum Erlangen einer gewissen Weisheit bezweifelt man immer nur die anderen. Aber irgendwann lernt man dann, dass man nichtmal seinen eigenen Gedanken trauen kann, weil sie durch die eigene Vergangenheit geformt werden. Und deswegen muss man wirklich ALLES bezweifeln, auch sich selbst.
 
#6
Mein Vater gab mir nur "Mache nie etwas mit Gewalt" im Zusammenhang mit dem Bau von Produkten mit auf den Weg. Die Einstellung nichts zu glauben und alles zu hinterfragen habe ich mir auch antrainiert. Ich würde es aber nicht wirklich als Weißheit sondern eher als Erfahrung deklarieren. Jeder kann viel Behaupten, aber nur der richtige und nachvollziehbare Beweis bringt die Wahrheit.

Ich weiß auch, dass häufig Entscheidungen getroffen werden müssen, bei denen man nicht alle Fakten kennt. Sowas fällt mir wahnsinnig schwer, da die Mathematik mir beigebracht hat, dass man keine voreiligen Schlüsse anstellen soll, ohne die Basis vollständig zu kennen. Dadurch lassen sich eben keine Aussagen treffen, deren Wahrheit in der Zukunft nach wie vor unverändert ist.

Auch habe ich kennen lernen dürfen, dass alles vergänglich ist. Ein Leben ist den einen Tag da, am nächsten nicht mehr. Dabei spielen Krankheiten, Unfälle und Suizide eine primäre Rolle. Diese Sache kombiniert mit dem vorhergehenden zeigt mir persönlich, dass ein Leben, auch in kurzen Abständen nicht planbar ist.
"Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt." ein typischer Spruch aus dem norddeutschen Raum, der diese Erfahrungen gut zusammenfasst.

Eine Spruch, an den ich langsam aber sicher anfange zu glauben ist: "Nichts passiert im Leben ohne Grund." Wenn ich dem Google-Übersetzer trauen darf, ist es auf lateinisch wie folgt übersetzt: "Nihilo nihil fit vita". (Gedanklich ist es für mich sehr witzig, dass ich damit an Ägypten denken muss :D )
 
#7
Mir gefällt eine Geschichte aus dem asiatischen Raum sehr gut:
THE MONKEYS AND THE MOON

One night a little monkey went to a well to get a drink. As he bent over, he saw the moon shining on the water. In great fear he ran to the other monkeys.

"My friends," he cried, "the moon has fallen into the water!"

"Where? where?" asked the others.

"Come with me and I will show you," said the little monkey.

He led them to the well, and they crowded around and looked down.
"Yes, there she is!" they cried. "We have lost our beautiful moon! How dark and dreary night will be without her! What shall we do? What shall we do?"

"Listen to me," said an old monkey. "There is only one thing to do. We must draw the moon out of the well."

"Yes! yes! yes!" shouted the others. "We will. Only tell us how."

"See that branch growing over the well? We will make a chain from it and draw the moon out in a minute."

"Good! good!" cried all the others. "Let us do it at once."

Soon a chain of monkeys was swinging from the branch, down over the well. But, alas! Just as the little monkey at the end of the chain nearest the water was about to reach out and grasp the moon, a dreadful thing happened. The branch broke, and all the foolish monkeys fell into the well and were drowned. But the moon went on sailing through the sky.

(ist von hier)

Keine Ahnung ob das hier jetzt so reinpasst.
 

end4win

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#8
Zeit kann man nicht besitzen, weshalb man auch nie welche hat,
aber man kann sie sich nehmen, soviel man will und wann man will,
wenn man den Mut dazu hat.
Sparen macht keinen Sinn, denn wie gesagt Besitz ist nicht möglich,
doch vergeuden sollte man sie nicht, denn keiner weiß wie viel man noch hat.

Oder kurz:

Carpe Diem!

Gruß
 
#9
Die Zeit ist tatsächlich heutzutage eine wichtige Ressource geworden. Man muss "mutig" sein sich Zeit für kleine, möglicherweise unwichtige, Dinge zu nehmen.

Beides ist jeweils für sich sehr interessant @end4win und @night. Gerade die chinesische Geschichte hat viele interpretierbare Facetten, die oberflächlich gar nicht erkennbar sind.
 

Chromatin

Moderator
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#10
Zeit kann man nicht besitzen, weshalb man auch nie welche hat,
aber man kann sie sich nehmen, soviel man will und wann man will,
wenn man den Mut dazu hat.
Auch wenn es inhaltlich das gleiche bleibt, so finde ich die Formulierung - oder besser die Perspektive auf Zeit nicht passend.
Es ist nicht die Zeit, die vergeht, sondern WIR sind es, die in der Zeit vergehen.
Und wir können uns Zeit auch "nicht nehmen". Wir können uns aber der Zeit hinwenden und dem Vergehen der Zeit in unserer Existenz einen bewussteren Stellenwert geben.

Die Zeit ist tatsächlich heutzutage eine wichtige Ressource geworden. Man muss "mutig" sein sich Zeit für kleine, möglicherweise unwichtige, Dinge zu nehmen.
Zeit ist keine Ressource. Zeit ist der Taktgeber und Grundlage aller Existenz - sie kennt dich nicht und sie interessiert sich auch nicht für dich und trotzdem rechnet sie unbekümmert mit dir ab, völlig unabhängig von deiner Planung.

Es ist eine miese Entwicklung des Ego-Tiers Mensch und seiner mechanistischen Kurzsichtigkeit dass uns alles als Ressource dient - wir brauchen es uns halt nur zu nehmen.

Gewöhnt euch an den Gedanken, dass diese Weltsicht eher eine Art Hirninfektion als Realitaet ist ;)
 
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