Wer hat Angst vor GoogleStreetView?

Was denkt Ihr von GoogleStreetView?

  • Das ist eine tolle Sache!

    Abstimmungen: 17 37,8%
  • Das macht mir Angst!

    Abstimmungen: 5 11,1%
  • Ist mir egal...

    Abstimmungen: 23 51,1%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    45
#21
@Chromatin: Klar sollte man Rahmenbedingungen schaffen. Man sollte aber vorsichtig sein, ob diese Bedingungen nicht evtl. auch berechtigte Interessen der Öffentlichkeit einschränken können. Allzu gern nutzen Politiker solche Situationen aus. An SWIFT geben sie unsere Daten weiter, aber Google ist plötzlich böse. Sie führen elektronische Personalausweise ein, bei denen keiner kontrollieren kann welche Daten erhoben werden, aber ein Konzern, der klarstellt "wir erheben diese und jene Daten" wird plötzlich verteufelt. Das ist für mich ziemlich widersprüchlich und da stelle ich mir natürlich die Frage: Woher dieser plötzliche Sinneswandel? Was bezwecken sie damit?

@end4win: Wenn du dir mal ein Zeitungsarchiv vorknöpfst, wirst du feststellen, dass man daraus ein ähnliches anlaßloses Datenarchiv erstellen kann, indem man einfach die Informationen von den Anlässen entkoppelt. Es ist schon erstaunlich warum Google dies nicht gemacht hat, denn damit würden sie das gleiche Ziel erreichen ohne die Proteste auf den Plan zu rufen.
 

end4win

Member of Honour
#22
@end4win: Wenn du dir mal ein Zeitungsarchiv vorknöpfst, wirst du feststellen, dass man daraus ein ähnliches anlaßloses Datenarchiv erstellen kann, indem man einfach die Informationen von den Anlässen entkoppelt. Es ist schon erstaunlich warum Google dies nicht gemacht hat, denn damit würden sie das gleiche Ziel erreichen ohne die Proteste auf den Plan zu rufen.
Nonsens.
Du würdest nicht ein anähernd komplettes Viertel zusammenbekommen und müsstest
Tausende um Erlaubnis fragen und Hundertausende für die Bildrechte zahlen.

Gruss
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
#23
@Chromatin: Klar sollte man Rahmenbedingungen schaffen. Man sollte aber vorsichtig sein, ob diese Bedingungen nicht evtl. auch berechtigte Interessen der Öffentlichkeit einschränken können. Allzu gern nutzen Politiker solche Situationen aus. An SWIFT geben sie unsere Daten weiter, aber Google ist plötzlich böse. Sie führen elektronische Personalausweise ein, bei denen keiner kontrollieren kann welche Daten erhoben werden, aber ein Konzern, der klarstellt "wir erheben diese und jene Daten" wird plötzlich verteufelt. Das ist für mich ziemlich widersprüchlich und da stelle ich mir natürlich die Frage: Woher dieser plötzliche Sinneswandel? Was bezwecken sie damit?
Staatliche Interessen und Belange sind schwer zu vergleichen mit rein kommerziellen. In Faellen wo der Staat Daten erhebt oder kontrolliert ist es z.T. auch seine Pflicht und Aufgabe dies zu tun (von Verhaeltnismaeszigkeit und absolutem Unsinn mal abgesehen, aber das ist jetzt nicht das Thema).

SWIFT hat "eigene" Daten und die hat SWIFT auch schon immer gerne rausgegeben. Der Umzug der RZ in nicht-amerikanische Gebiete waren ja nunmal ausloeser fuer die Diskussion, die auch einem Prozess unterlag und _erheblich_ entschaerft wurde (Auch das es noch haette mehr sein duerfen soll hier kein Thema sein : ) ).

Das Problem sind aber tatsaechlich die nicht vorhandenen Richtlinien und Gesetze, was empfindlich an den Gemueter besorgter Buerger und Datenschuetzer kratzt - und absolut zu recht. Google erhebt daten - welche daten? wie werden sie gespeichert? die speicherung von Daten deutscher buerger auf maschinen im ausland sind zumindst deutscher rechtsprechung entzogen. dh, unsere daten werden fuer bestimmte datamining prozesse eben ins RZ soundso verschoben. Hier muss einem solch maechtigen Konzern einfach Grenzen und verpflichtungen entgegenstehen. Ebenso in Sachen Transparenz.

Unser Staat ist in dieser Hinsicht hoffnungslos ueberfordert und reagiert nicht selten mit Blick auf Europa oder aehnliche Faelle in anderen Laendern. Nach meiner taetigkeit mit den neuen Domainprojekten und ICANN muss ich jedoch sagen: Deutschland ist sichtlich bemueht dort neue Gesetze zu schaffen und Regeln zu erstellen. Solche Beispiele wie google gehoeren insofern als Bestandteil in diesen Prozessen dazu.
Eigentlich machen wir uns ganz gut: Datenschuetzer und Buerger gehen in die Oeffentlichkeit, das wird zur Kenntnis genommen und die Politik reagiert. Von dieser Seite betrachtet ist es kein so uebles Gefuehl zu sehen dasz doch noch etwas Sinn fuer demokratische Prozesse zu existieren scheint :)

Ich kann nur hoffen dass Schufa, Schober, Uniwagnis datei und die ganzen Scoringprozesse ebenfalls mal in den Genuss einer solchen Aufmerksamkeit kommen
 
#24
end4win hat gesagt.:
(...)
Bei Google geht es nicht um das Bild eines Hauses, sondern um eine
umfassende Datensammlung. Genau hier liegt das Problem, den Datensammlungen
kann man mit anderen Daten verknüpfen und schon kann man wunderschöne
Profile erstellen. Übrigens ist Google einer der führenden, wenn nicht der
Datenverknüpfer in der Welt.
Aber genau das ist doch nicht Verboten. Bei der Diskussion geht es faktisch nur darum, dass google die Bilder nicht veröffentlichen Darf. Google darf aber sehr wohl alle Straßenzüge fotografieren und damit Daten verknüpfen. Das stand nie zur Debatte, und ist Rechtlich eigentlich auch völlig legitim.

Hier geht es nur um die Veröffentlichung. und das is im endeffekt das Geringste Übel. Und DA setzen unsere Dummideutschen an, und regen sich drüber auf.

Es wäre völlig legitim, wenn jeder der will mit nem LKW am deinem schönen Haus mit 2meter-Hecke vorbei fährt und dir in den Garten spannt.

Der Punkt ist Google macht Gesichter und Nummernschilder Unkenntlich, wer sein Haus nicht in der Map sehen will, der kann Einspruch erheben. Mehr kann man nicht verlangen.
 
Zuletzt bearbeitet:

end4win

Member of Honour
#25
Aber wenn ich mich nicht gegen die Veröffentlichung gewehrt habe kann ich
mich nicht mehr gegen irgendeine Nutzung dieser Daten wehren.
Dies bedeutet z.B. wenn ich 10 Anrufe am Tag bekomme ihr Garten müsste mal
neu angelegt werden am nächsten Tag 10 Anrufe ihre Fenster sollten erneuert
werden und daraufhin 10 Anrufe ihre Fassade bräuchte einen Anstrich oder
50 Anrufe schönes Haus möchten sie verkaufen, muss ich es akzeptieren.
Mir fallen da noch einige Möglichkeiten der Nutzung ein die über zielgerichtete
Werbung hinausgehen, aber dies ist das momentane Hauptgeschäft von Google.

Mit anderen Worten Google kann die gewonnen Erkenntnisse über mein Eigentum
nutzen wie es will, es ist für jedermann im Netz zugänglich und verwertbar.
Darum geht es Google bei dieser Aktion.

Gruss
 
#26
Dies bedeutet z.B. wenn ich 10 Anrufe am Tag bekomme ihr Garten müsste mal
neu angelegt werden am nächsten Tag 10 Anrufe ihre Fenster sollten erneuert
werden und daraufhin 10 Anrufe ihre Fassade bräuchte einen Anstrich oder
50 Anrufe schönes Haus möchten sie verkaufen, muss ich es akzeptieren.
Nein, das musst Du nicht akzeptieren. Dagegen gibt es ein Gesetz §7 UWG.

Hier auch nochmal ein Link zu dem Thema "Unerwünschte Werbung / Unzumutbare Belästigung".
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
#27
Aber genau das ist doch nicht Verboten. Bei der Diskussion geht es faktisch nur darum, dass google die Bilder nicht veröffentlichen Darf. Google darf aber sehr wohl alle Straßenzüge fotografieren und damit Daten verknüpfen. Das stand nie zur Debatte, und ist Rechtlich eigentlich auch völlig legitim.
Googles Daten auf deutschen Server unterliegen gänzlichen anderen Richtlinien als wenn dieselben Daten in anderen Ländern gespeichert sind.

Nochmal. Fuer alle Lesefaulen: Es geht um Regulierung dessen was google da macht. Haetten die aufgehoert WLAN APs zu sammeln wenns keiner gemerkt haette? (http://www.securityweek.com/hacker-uses-xss-and-google-streetview-data-determine-physical-location)

Alle Staaten sind gut beraten google auf den Zahn zu fuehlen und strenge Richtlinien auszuarbeiten. Oppositionen, wie bei uns, sind ein Zeichen solcher Prozesse wo ein Staat genoetigt wird sich dem Problem anzunehmen.

Mag sein das es gerade wieder Mode ist googles Aktionen toll zu finden. Trotzdem sollte Modebewusstsein nicht Notwendigkeit sich mit dem neuen Thema im globalen Kontext zu befassen, uebersteigen.
 

end4win

Member of Honour
#28
Nein, das musst Du nicht akzeptieren. Dagegen gibt es ein Gesetz §7 UWG.

Hier auch nochmal ein Link zu dem Thema "Unerwünschte Werbung / Unzumutbare Belästigung".
Glaube ich nicht, dass der Paragraph in dieser Form hier greift.
Bei einem Kaufangebot schon mal nicht.
Wenn Google die Daten nicht personalisiert verkauft, heisst lediglich Adresse
und eine Zustandsbeschreibung des Objekts wird es schwierig für mich, da
ich die Quelle nicht direkt angehen kann. Die ist öffentlich StreetView und
Telefonbuch. Heisst ich muss jedem Anrufer am besten schriftlich sagen,
dass er nicht von einer mutmasslichen Einwilligung ausgehen kann, weil er
verhindern will dass mein Objekt an Marktwert verliert.

Angebote per Post wären vom Paragraphen gar nicht abgedeckt.

Gruss
 
#29
Komisch, dass vor Google Earth niemand solche Angst hat wie vor StreetView. Damit kann man ja auch sehen, ob ein Haus einen Pool hat oder einen gut gepflegten Garten etc.. Ausserdem kann die Regierung gleich mal nachschauen ob für alle Anbauten auch eine Baugenehmigung vorliegt, ob Schrott auf einem Grundstück gelagert wird und wenn man dann feststellt, dass dort Ordnungswidrigkeiten vorliegen (fehlende Baugenehmigung für einen Anbau z.B.) lässt sich dort ordentlich abkassieren. In den USA ist das ja bereits Praxis: http://news.yahoo.com/s/ap/20100814/ap_on_hi_te/us_eyes_in_the_sky Wo sind also die Schreihalse, die eine Verpixelung von Grundstücken auf Google Earth fordern?

Irgendwie erscheint mir die Anti-StreetView-Kampagne von Tag zu Tag scheinheiliger. Der Staat profitiert halt nicht von, also kann man ja schön dagegen wettern. Sind aber Interessen des Staates betroffen, schweigt man sich lieber aus, damit das Volk davon nichts mitbekommt.
 
#31
Nein ganz im Gegenteil. Es is nämlich voll im Trend, ALLES was Google macht zu verteufeln. Aber es gibt halt auch immer n paar Freaks (Das sind die, die nicht mit der Mode gehen ;) )!
Genauso ist es doch auch mit der Bundesregierung..

Auch cool von Google ihr Widerspruchsformular, mit Streetview alleine haben sie nur die Fotos, mit dem Widerspruch auch noch bestätigt wer dort wohnt. Ne Win-Win-Situation, kluge Typen dort sitzen.
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
#32
Nein ganz im Gegenteil. Es is nämlich voll im Trend, ALLES was Google macht zu verteufeln. Aber es gibt halt auch immer n paar Freaks (Das sind die, die nicht mit der Mode gehen ;) )!
Googles Aktivitaeten sind zu beobachten und innerstaatlich zu reglementieren und zu pruefen. In deutschland erhobene Daten haben nach deutschen datenschutzrechtlichen Grundsaetzen behandelt zu werden.
 
#33
Jetzt gibt es auch endlich den Protest gegen den Protest: Jens Best, IT-Berater & Fotograf, plant alle Häuser, die nach Widerspruch ihrer Besitzer gelöscht/gepixelt werden sollen, zu Fotografieren und mit den zugehörigen GPS-Koordinaten ins Netz stellen... Ich finde das ist eine lustige Idee, kann mir aber kaum vorstellen das ein einzelner Aktivist diesen Plan in die Tat umsetzen kann...

Link zum Thema:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html
 
Zuletzt bearbeitet:
#34
Jetzt Versteh ich natürlich das Problem bei der ganzen Sache:

Collien Fernandes (28), Moderatorin: „Ich würde mich ständig beobachtet fühlen mit dem Wissen, dass jeder, der meine Adresse kennt, mein Haus im Internet betrachten kann.“
Ganz klarer Fall.. das ich das bisher noch nicht in Betracht gezogen hab. Wenn jemand die Adresse von Collien kennt, kann er sich ein Bild in ihrem Haus im Internet ansehen.
Aber ich halte das für überzogen. Ich denke nicht dass jemand so dreist ist, und sich mit der ADRESSE Bilder im Internet ansehen würde. Also nennt mich Konservativ aber ich würd dann doch lieber persnlich vorbeifahren :D
 
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