Wie funktioniert Internet Überwachung?

Habs schon in einem anderen Board gefragt aber hier bei euch ist mehr los:
VDS, Bundestrojaner etc sind ja immer wieder großes Thema. Aber wie funktioniert das nun eigentlich technisch, wenn Vater Staat wissen will welche seiner Schäfchen verbotene Seiten besuchen?
- Bekommen alle Provider/ISPs Listen mit den bösen Seiten und melden die Teilnehmer, die diese besuchen?
- Klinken die sich in irgendwelche fundamentalen Netz-Infrastrukturen ein und überwachen dort den Traffic zu den besagten Zielen? (Keine Ahnung welche Möglichkeiten es da genau gibt)
- Kapern die einfach z.b. eine illegale Site und ermitteln dann aus den Serverlogs den Seitenbetreiber und die Besucher? Und ist sowas global durchführbar? (Was wenn der Host im Ausland steht?)

Das man unbedingt eine VDS will legt den Schluss nahe, das man keine "Echtzeitüberwachung" (pkt 1+2) durchführen kann, oder haben die einfach keine Ahnung was sie da tun? Andererseits stelle ich mir ohne Möglichkeit 1+2 die ganze Strafverfolgung im www sehr schwierig vor - Die Provider speichern mWn die IPs ja nur noch wenige Tage. Da sind die Daten ja wohl meisst weg, bevor die überhaupt ein Log in die Hände kriegen, oder?
 
Bei der VDS werden die Provider verpflichtet die Daten über einen längeren Zeitraum zu speichern. Mit der VDS soll keine Straftat verhindert und kein Bürger direkt überwacht, sondern lediglich das Aufklären erleichtert werden, da man so die Kommunikation des Täters über einen Zeitraum von 0.5-1 Jahr zurückverfolgen kann.
 
Ja, so gesehen nützt diese Speicherung bei den Strafverfolgern dann ja erst im Nachhinein. Meine Frage war aber eher: Welche Methoden kommen generell noch zum Einsatz und gibt es auch sowas wie in den ersten zwei Punkten? Also das direkt "online" überwacht wird.
 
Das ist insgesamt nicht so einfach zu beantworten, wenn man nicht selber Mitglied der Gremien ist, die diese Aktionen steuern.

- Bekommen alle Provider/ISPs Listen mit den bösen Seiten und melden die Teilnehmer, die diese besuchen?

Sicher wird es Listen geben, die zumindest vom Provider geblockt werden müssen. Ich gehe z.B. davon aus, dass es bei den Stoppschild-Seiten nach diesem Prinzip funktioniert hat.

- Klinken die sich in irgendwelche fundamentalen Netz-Infrastrukturen ein und überwachen dort den Traffic zu den besagten Zielen? (Keine Ahnung welche Möglichkeiten es da genau gibt)

Das stelle ich mir eher schwierig vor, möchte es aber nicht ausschließen, schließlich muss auch ein Bereitsteller der Infrastruktur sich den Gesetzen beugen - und diese sind nunmal recht biegsam.
Die USA haben bereits ein ähnliches System und filtern fleißig nach Stichworten in EMails.

Eine Möglichkeit der intensiven Überwachung wäre es. Die Frage ist, ob diese Datenflut so einfach zu meistern ist :)

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Zumindest nach außen hin, sind diese ganzen Varianten eher schwierig umzusetzen, weil unser Grundgesetz sich an diesen stört aber das ist immer eine Auslegungssache und hängt vom zuständigen Richter ab.

lG
 
Das stelle ich mir eher schwierig vor, möchte es aber nicht ausschließen, schließlich muss auch ein Bereitsteller der Infrastruktur sich den Gesetzen beugen - und diese sind nunmal recht biegsam.
Die USA haben bereits ein ähnliches System und filtern fleißig nach Stichworten in EMails.

Wir hatten ja erst letztens das Papier mit der E-Mail-Überwachung. Die Provider haben also eine Stichwortliste und schicken über eine Art VPN diese "verdächtigen" E-Mails an eine zentrale Stelle, wo diese ausgewertet werden. Mein aktueller Stand in der Sache ist, dass dabei jede E-Mail die an oder von ein Konto geht, das bei einem Provider mit mehr als 1000 (?) Nutzern und Sitz in DE, auf diese Stichwörter gescannt wird.
 
Bei meinen Recherchen bin ich noch auf folgendes gestossen, was mich irgendwie skeptisch macht: IP-Speicherfristen - IP-Speicherung aus technischen Gründen: Internet-Anbieter im Vergleich - NETZWELT

Laut dieser Anfrage werden IPs momentan bei den meissten Providern um die 7 Tage gespeichert - Bei Vodafone angeblich gar nicht
Zitat:
Vodafone gibt als einziger Anbieter an, die Daten nicht zu speichern. Die IP-Adresse kann lediglich dann angefragt und aufgelöst werden, während der Kunde noch online ist.

Kann ich irgendwie nicht glauben. Heisst das nun krass gesagt (achtung Spaß): Bin laden hätte Obama den ganzen Tag wüste Beleidungsmails schicken können und keiner hätte ihn erwischt, wenn er immer direkt danach sein Modem abgeklemmt hätte? :D
Selbst bei einer 2 oder 7 Tagesfrist... Kommt mir ziemlich kurz vor um damit eine Identifizierung durch die Strafverfolgung zu gewährleisten, mal abgesehen von Fällen wo der böse Bube direkt online erwischt wird (böses Filesharing o.ä)
Ist das normal so?!
 
Naja, es gibt ja den direkten Weg und den indirekten.

Wenn man nun die Logs aller zwischengeschalteten Geräte auswertet (Webserver, Proxies, Gateways, etc.) könnte man mit viel Geduld und ein wenig Glück schon noch dahinterkommen.
Das ist aber eine scheiß Arbeit mit viel Politikum - macht ergo keiner.
 
Die 2 bis 7 Tagefrist ist recht kurz für den normalen "Straftäter", natürlich bei schwerwiegenden Fällen und der Angreifer sich etwas dämlich angestellt hat, sollte es langen Anhang von Logfiles einen richterlichen Beschluss zu bekommen, damit der Provider die Daten rausrückt.

Zu deinen Spaß, das wäre wohl so mehr oder weniger möglich gewesen, wenn Ideale bedingungen gelten würden. D.h. der Mailserver lässt alles raus was sich nicht Authentifiziert hat UND der Empfängerserver die Mail nicht verwirft in den SpamOrdner bzw garnicht erst annimt, weil der Sender auf irgendeiner Blacklist steht....
 
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