Demo gegen Vorratsdatenspeicherung am 22.9.07 in Berlin

@end4win: Im Prinzip kann ich deine Meinung teilen, daß es auch andere Möglichkeiten gibt sich gegen den Überwachungsstaat zu wehren, wie z.B. das Einbringen der eigenen Meinung in die lokale Politik seines Heimatortes. Allerdings hatten wir beim Thema Hackertools ja schonmal die Diskussion warum die Leute das nicht machen, wodurch ja auch klar wurde, daß sie sich nicht politisch engagieren. Kurz gesagt: Die Leute wollen sich nicht lokal engagieren, weil sie der Meinung sind, daß ihnen dort eh niemand zuhört, aber auch nicht zu einer bundesweiten Demo fahren. Ja wie bitte sieht denn dann dieses "Wehren gegen den Überwachungsstaat" sonst aus? Zu Hause sitzen und sich aufregen? Sowas hat noch nie etwas bewegt und wird es auch in Zukunft nicht tun.

Ich möchte auch nicht, daß sich irgendwer von den Leuten, die tatsächlich Gründe hatten nicht an der Demo teilzunehmen (Job, Schulungen usw. gehen nunmal vor und auch die fehlende Erlaubnis der Eltern kann ich problemlos als Grund akzeptieren), angegriffen fühlt, aber Fahrt zu lang oder nicht genug Geld sind Ausreden, die mir irgendwie widerstreben. Es bestand z.B. ja auch die Möglichkeit an der Solidaritätsdemo in Wiesbaden teilzunehmen, was für diejenigen, denen es nach Berlin zu weit war, sicherlich eine Alternative hätte sein können. Wären dort mehr Leute gewesen, wäre diese Demo sicherlich auch in den Medien aufgetaucht. Und wie bereits gesagt, hätte man die finanziellen Sachen problemlos klären können. Es gab einige Leute hier aus Berlin, die bereit waren (da sie selbst aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen konnten) die Anfahrt einzelner Leute zu finanzieren. Bei Landra hat das ja auch geklappt, obwohl sie sogar mit dem ICE kommen mußte um überhaupt teilnehmen zu können.

Sicherlich merkt man, daß ich einfach enttäuscht bin, denn ein so großes Board wie das HaBo hätte evtl. auch als solches dort auftreten sollen und sei es nur mit 10 Leuten. Vielleicht hatte ich auch einfach zu sehr gehofft, daß euch unsere Community wichtig genug ist, als daß ihr sie repräsentieren wolltet und daß ihr für eure persönliche Freiheit auch mal ein paar Stunden Fahrt in Kauf genommen hättet. Für mich ist das Thema hiermit abgehakt und ich werde mir in Zukunft mit Sicherheit keinen Kopf mehr darum machen ob das HaBo als Community bei solchen Veranstaltungen präsent ist.

@lookshe: Hätte dich gern mal kennengelernt. Vielleicht treffen wir ja auf der nächsten Demo mal aufeinander. :)
 
Original von bitmuncher
@lookshe: Hätte dich gern mal kennengelernt. Vielleicht treffen wir ja auf der nächsten Demo mal aufeinander. :)

Ganz meinerseits. Beim nächsten Mal sollten wir das etwas besser absprechen. Ich habe es gerade so rechtzeitig geschafft am Pariser Platz zu sein, sonst hätte ich es noch zu 14 Uhr zur S-Bahn, wo du ja warten wolltest, versucht.

Vielleicht beim nächsten mal auch einen Treffpunkt im Verlauf der Demo ausmachen, wenn man, wie ich dieses Mal, weiter fahren muss und sich so nicht vorher treffen kann.
 
Original von lookshe
Vielleicht beim nächsten mal auch einen Treffpunkt im Verlauf der Demo ausmachen, wenn man, wie ich dieses Mal, weiter fahren muss und sich so nicht vorher treffen kann.

Deswegen hatte ich ja das Angebot gemacht von mir per PN meine Handynummer zu bekommen. Nunja, beim nächsten Mal machen wir es besser. :)
 
Original von lookshe
Denn wenn man will kommt man auch hin. 33Euro fürs Wochenendticket bei der Bahn, können 5 Leute mitfahren, aber da is dann ja die Fahrtzeit wieder so lang.
8 Stunden ist mir tatsächlich zu lang. Ich stehe sicherlich nicht um 5 Uhr auf, um dann gegen 5 Uhr nachts wieder zu Hause zu sein. Und Schlafen ist dann auch nicht drin, weil ich 6 mal umsteigen müsste - es sei denn, ich will 8 Stunden und 45 Minuten unterwegs sein, dann muss ich lediglich 4 mal umsteigen.
Ganz davon abgesehen, dass ich niemanden kenne, der mit mir für ne Demo nach Berlin fahren würde (aus sehr verständlichen Gründen), weshalb ich 24 Stunden lang alleine quer durch Deutschland irren müsste.
Und mal abgesehen davon, dass ich nicht einmal die 33 Euro für das Ticket habe. Geld ist nunmal einfach nicht da :rolleyes:

Wenn man in Berlin wohnt hat mans natürlich gut. Schön ausschlafen, dann nachmittags gemütlich in die Ubahn steigen und zum Pariser Platz fahren, gemütlich mit der Demo spazieren und dann am Besten noch abends in der C-Base ein wenig feiern, um dann irgendwann nach Hause zu gehen, wenn einem müde wird.

Ihr seid echt meine Helden. :rolleyes:

Übrigens hätte ich mir niemals die Mühe gemacht, auch nur irgendwelche Habo-Leute zu suchen... Und jetzt noch weniger als gestern noch, wo ihr mir so arrogant kommt :rolleyes:
 
Original von Malo
8 Stunden ist mir tatsächlich zu lang. Ich stehe sicherlich nicht um 5 Uhr auf, um dann gegen 5 Uhr nachts wieder zu Hause zu sein. Und Schlafen ist dann auch nicht drin, weil ich 6 mal umsteigen müsste - es sei denn, ich will 8 Stunden und 45 Minuten unterwegs sein, dann muss ich lediglich 4 mal umsteigen.
Bis Wiesbaden, wo die Soli-Demo stattfand, wäre es für dich vermutlich nicht so weit gewesen.

Original von Malo
Wenn man in Berlin wohnt hat mans natürlich gut. Schön ausschlafen, dann nachmittags gemütlich in die Ubahn steigen und zum Pariser Platz fahren, gemütlich mit der Demo spazieren und dann am Besten noch abends in der C-Base ein wenig feiern, um dann irgendwann nach Hause zu gehen, wenn einem müde wird.
Genau, schön bequem. Davon abgesehen daß ich bis 2 Stunden vor der Demo noch gearbeitet habe, seit Wochen mein Abend schon anderweitig verplant war, so daß ich auch kaum Schlaf bekommen habe und auch jetzt noch für die Arbeit ein paar Sachen machen muß, war das Wochenende total gemütlich. :rolleyes:

Original von MaloUnd jetzt noch weniger als gestern noch, wo ihr mir so arrogant kommt :rolleyes:
Darf ich dich daran erinnern, daß du derjenige warst, der mir vorgeworfen hat keine Ahnung zu haben? Sogar Beleidigungen wie

Du wirkst auf mich etwas schäublonisch :roll:

soll ich mir also von dir bieten lassen? Und dann bezeichnest du mich als arrogant? Langsam reicht es ja wohl. X(
 
Deine Argumentation ist toll. Am besten du sagst gar nichts mehr.

Nochmal: Ich habe auch kein Geld und bin dorthin gefahren. Habe mich mit einem 50-jährigen Arbeitslosen (der auch kein Geld hat) zusammengetan, mit dem ich auch auf der letzten Demo war. Wir haben dann versucht was zu organisieren und haben weitere 6 Leute gefunden, sodass wir mit einem kleinen Transporter fahren konnten. Da die Demo seit Monaten anstand, konnte man sich was absparen.

Und wir sind um 3 Uhr in Stuttgart losgefahren und bin heute morgen um 6 Uhr wieder da. Hatte also eine längere Fahrt als du. Zudem bin ich zeitweilig noch gefahren, sodass ich nicht im Auto schlafen konnte.

So und nun hör endlich auf Ausreden zu suchen und stehe dazu, dass du nicht unbedingt dorthin wolltest.

/edit: Bezieht sich natürlich auf Malo
 
bitmuncher: ich finds echt krass, wie du hier Meinungshoheit beanspruchst, was ein ertragbarer Aufwand ist und was nicht.
Und dein eigener (gefühlter) Aufwand gilt auch nicht, weil du u.U. einfach viel mehr leisten kannst als andere. Nach so einer Definition müssten Leute in einer Marktwirtschaft ohne das Wörtchen "Sozial", die nicht dein "Minimum"-Verhalten leisten, gleich rausgeschmissen werden.
Es haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, die gleiche kraft/power, durchsetzungsfähigkeit irgendwas zu machen.

Es geht hier schon mittlerweile auch gar nicht mehr darum, wer sich gegen einen Überwachungsstaat einsetzt. Es geht hier darum, dass *du* bestimmst, was gut genug ist. Und du bist einfach nicht das Maß der Dinge. Auch für Leute, die dich oder anderes kritisieren und es sich erlauben über den Staat zu mokieren und nicht auf die Demo gegangen sind.
 
Original von bitmuncher
Bis Wiesbaden, wo die Soli-Demo stattfand, wäre es für dich vermutlich nicht so weit gewesen.

Es wäre nicht so weit gewesen, allerdings wusste ich davon nicht einmal etwas. Hätte ich Informationen dazu gehabt, dann hätte man drüber reden können.

Genau, schön bequem. Davon abgesehen daß ich bis 2 Stunden vor der Demo noch gearbeitet habe, seit Wochen mein Abend schon anderweitig verplant war, so daß ich auch kaum Schlaf bekommen habe und auch jetzt noch für die Arbeit ein paar Sachen machen muß, war das Wochenende total gemütlich. :rolleyes:

Und in dieser Situation hättest du es auch wunderbar hingekriegt über 16 Stunden lang unterwegs zu sein?

original von lookshe
Und wir sind um 3 Uhr in Stuttgart losgefahren und bin heute morgen um 6 Uhr wieder da. Hatte also eine längere Fahrt als du. Zudem bin ich zeitweilig noch gefahren, sodass ich nicht im Auto schlafen konnte.

ECHT?!?!?!?
Wow, du bist mein Held...

Ich möchte hier noch einmal eine Aufwand/Nutzen-Rechnung anbringen: Dieser ganze Stress ist mir die Demo einfach nicht wert. Ich nutze meine Zeit da sinnvoller. Nicht unbedingt politisch, aber privat.
Wenn eine vergleichbare Demo in Essen, Düsseldorf, Duisburg, Bochum o.Ä. sein sollte bin ich sofort dabei, das ist keine Frage. Aber Berlin _ist_ einfach zu weit. Schön, wenn so viele trotzdem so weit gefahren sind, ich aber nicht.
 
Original von Malo
Ich möchte hier noch einmal eine Aufwand/Nutzen-Rechnung anbringen: Dieser ganze Stress ist mir die Demo einfach nicht wert. Ich nutze meine Zeit da sinnvoller. Nicht unbedingt politisch, aber privat.
Wenn eine vergleichbare Demo in Essen, Düsseldorf, Duisburg, Bochum o.Ä. sein sollte bin ich sofort dabei, das ist keine Frage. Aber Berlin _ist_ einfach zu weit. Schön, wenn so viele trotzdem so weit gefahren sind, ich aber nicht.


Naja, das kommt der Sache schon nahe, dass die Demo es dir nicht wert war. Warum konntest du das nicht von anfang an so formulieren, dann hätte es die ganze Diskussion nicht gegeben.

OT: Wenn man etwas wirklich will und es einem viel wert ist, dann ist jegliche Aufwand/Nutzen-Rechnung völlig egal und man tut es einfach.

Original von Malo
original von lookshe
Und wir sind um 3 Uhr in Stuttgart losgefahren und bin heute morgen um 6 Uhr wieder da. Hatte also eine längere Fahrt als du. Zudem bin ich zeitweilig noch gefahren, sodass ich nicht im Auto schlafen konnte.

ECHT?!?!?!?
Wow, du bist mein Held...

Dazu kann ich nur eins sagen, LMAA! Und das mit den Beleidigungen und dummem Angemache lassen wir dann jetzt sein.
 
OMFG!
Kommt mal klar ey! Ich wäre auch gerne hingekommen, wäre auch ewig unterwegs gewesen und es hätte mich viel gekostet (komme aus Ostfriesland). Das hätte ich gerne auf mich genommen, durfte aber nicht von meinen Eltern aus. Habe dann probiert sie zu überreden, indem ich ihnen alles genau erklärt habe, Texte aus dem Internet ausgedruckt habe etc. Hat alles nichts genutz.
Es ist mir ziemlich egal, was jetzt jemand von mir hält.

Jeder hatte seine eigenen Gründe hinzugehen oder eben nicht und meiner Meinung nach steht es niemandem zu diese Gründe in "genügend" und "ungenügend" zu kategorisieren...
Desweiteren ist die Disskusion mehr als sinnlos da die Demo jetzt eh vorbei ist und es keinen Sinn mehr macht jemandem nachträglich ein schlechtes Gewissen eizureden, weil er einsieht, dass seine "Ausrede" nichtig war.
 
Ich wollte mich eigentlich raushalten, aber ich will LaNdRiX jetzt nicht allein lassen ^^
Ich wollte ebenfalls zur Demo kommen, es war auch alles schon geplant, allerdings hat das Auto meines Kollegen, mitdem wir nach Berlin fahren wollten schlicht den Geist aufgegeben (Bremsen hinüber).
Wenn jetzt jemand kommt von wegen "blöde Ausrede", dann sag ich nur, denkt was ihr wollt.

Ich kann euch beide, Bitmuncher und lookshe gut leiden, allerdings finde ich euer Benehmen hier nicht gerade toll...
Ich rege mich selbst tag täglich über Leute auf die nur ne riesen Klappe haben, aber dann wenn sie die Chance haben etwas zu unternahmen, keinen Finger krumm machen.
Allerdings muss man sagen, dass es gerade für die Minderjährigen oft nicht so einfach ist, so weit allein zu fahren.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung - Mir war es lediglich immer scheißegal was meine Eltern sagen, wenn ich mir aws in den Kopf gesetzt haben dann hab ich das auch gemacht und die Konsequenzen in kauf genommen.
Ich bin zB auch ohne Einverständnis meiner Eltern 11 Stunden mit dem Zug quer durch Deutschland nach Wacken gefahren...
Das kann sich aber nicht jeder erlauben...

Manche haben auch schlicht kein Geld, und als Minderjähriger kann man auch kein Kredit aufnehmen...
Ich zB bekomme soetwas wie "Tascheneld" nicht - Ich muss mir das selbst verdienen, und am Monatsende bleibt davon auch idR nix übrig...

Ihr seid volljährig und selbstständig - andere nicht...


Jeder hat siene Gründe, und ich bitte euch diese auch zu respektieren :)


MFG - Keks :)
 
Also das mit den Minderjährigen hatten wir ja schon am Anfang des Threads geklärt. Jetzt ging es eigentlich nur um Malo und seine wohl missverstandene oder schlecht ausgedrückte Argumentationsweise. Und so wie ich es mitbekommen habe, ist er wohl schon über 18.

Und dein Fall ist definitiv keine Ausrede, sondern Pech. Ihr hattet es immerhin versucht und durch "höhere Gewalt" wurdet ihr davon abgehalten.

Aber keks, ich will dich jetzt mal nicht an die letzte Demo in Frankfurt erinnern ;) Da hatten wir auch ne nette Diskussion im TeamSpeak...

Wie dem auch sei, lassen wir den ganzen Kram jetzt sein, denn Leute die nicht wollen, kann man sowieso zu sowas nicht bewegen.
Bestes Beispiel dafür: Mein Onkel. In der DDR aufgewachsen und dort schon eine Menge Ärger gehabt wegen seiner politischen Meinung (ich sag nur Jugendwerkhof, für die, die sich auskennen). Ich habe auch mit ihm darüber gesprochen und er findet es auch alles ziemlich "kacke". Nur wird er sich nicht zu einer Demo bewegen, da er durch seine bisherigen Erlebnisse mitbekommen hat, dass es für seinen Fall das beste ist, die Obrigkeit tun zu lassen was sie will und er tut auch was er will und sollte es etwas geben, dass ihn betrifft, dann ignoriert er es oder findet einen Weg das dann zu umgehen. Mein Onkel ist einer der intelligentesten Menschen die ich kenne und er konnte seinen Standpunkt so klar rüberbringen, dass es nachvollziehbar ist. Leider machen das andere nicht so, sondern kommen immer mit den selben Argumenten, selbst wenn diese widerlegt wurden. Dies ist jetzt aber definitiv keine Anspielung auf das, was in diesem Threat so abgelaufen ist, sondern das, was ich in Gesprächen mit vielen Leuten bemerkt habe.
 
Wie dem auch sei, lassen wir den ganzen Kram jetzt sein, denn Leute die nicht wollen, kann man sowieso zu sowas nicht bewegen.

"Die machen nicht soviel, wie ich für ausreichend empfinde. Von daher kann man sie sowieso zu sowas nicht bewegen."

</polemik>

keks hat das imo ganz gut ausgedrückt:
Jeder hat seine Gründe, und ich bitte euch diese auch zu respektieren
 
Original von lookshe
Naja, das kommt der Sache schon nahe, dass die Demo es dir nicht wert war. Warum konntest du das nicht von anfang an so formulieren, dann hätte es die ganze Diskussion nicht gegeben.

OT: Wenn man etwas wirklich will und es einem viel wert ist, dann ist jegliche Aufwand/Nutzen-Rechnung völlig egal und man tut es einfach.

Es gibt Dinge, die wichtiger sind, als 24 Stunden lang quer durch Deutschland zu gurken. Und da stellt jeder seine Aufwand-Nutzen-Rechnung auf und jeder erhält ein anderes Ergebnis.

Ich befürworte die Demo, aber ich war nunmal nicht da, weil: Zu weit. Wär sie näher gewesen wär ich hingegangen. Punkt. Das ist keine Ausrede sondern ein Grund. Haltet mich meinetwegen für faul oder für egoistisch, aber unterlasst es bitte mir vorzuschreiben wie ich mir meine Zeit einzuteilen hab und wieviel Stress ich auf mich nehmen soll. :rolleyes:
 
Original von menace
bitmuncher: ich finds echt krass, wie du hier Meinungshoheit beanspruchst, was ein ertragbarer Aufwand ist und was nicht.
Und dein eigener (gefühlter) Aufwand gilt auch nicht, weil du u.U. einfach viel mehr leisten kannst als andere. Nach so einer Definition müssten Leute in einer Marktwirtschaft ohne das Wörtchen "Sozial", die nicht dein "Minimum"-Verhalten leisten, gleich rausgeschmissen werden.
Es haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, die gleiche kraft/power, durchsetzungsfähigkeit irgendwas zu machen.

Es geht hier schon mittlerweile auch gar nicht mehr darum, wer sich gegen einen Überwachungsstaat einsetzt. Es geht hier darum, dass *du* bestimmst, was gut genug ist. Und du bist einfach nicht das Maß der Dinge. Auch für Leute, die dich oder anderes kritisieren und es sich erlauben über den Staat zu mokieren und nicht auf die Demo gegangen sind.

Es geht mir nicht um Meinungshoheit. Ich vertrete lediglich meine Meinung und jedem steht es frei mit seinen Argumenten dagegen zu argumentieren. Daß ich dann mal hinterfrage halte ich für völlig normal, denn so funktioniert eine Diskussion im Normalfall. Jedem steht es frei auch meine Meinung zu hinterfragen. Was hier aber passierte war, daß ich meine Meinung zur Demo hier aufgeschrieben habe und meiner Enttäuschung Ausdruck verlieh. Daraufhin wurde mir vorgeworfen, daß ich mich nicht informiert hätte und keine Ahnung hätte und das verbunden mit Beleidigungen. Wenn man meine Meinung auf diese Weise kritisiert, muß man damit rechnen, daß ich entsprechend darauf reagiere.

Ich habe bereits gesagt, daß es diverse Gründe für ein Fernbleiben gibt, die ich problemlos akzeptieren kann. Ich kann aber nicht verstehen warum sich ständig die Leute aufregen wie mies dieser Trend zum Überwachungsstaat sei, aber im Gegenzug nichts dagegen unternehmen wollen und noch weniger kann ich verstehen warum Leute nicht einfach aufrichtig sagen, daß sie einfach keine Lust hatten oder ihnen die Demo einfach nicht wichtig war und stattdessen Sachen wie "zu weit" oder "zu teuer" als Argumente für ihr Fernbleiben vorschieben. Ein simples "Ich demonstriere nur dann, wenn es für mich nicht soviel Aufwand darstellt" oder "für mich gibt es wichtigeres im Leben als auf Demos zu gehen" wäre wesentlich aufrichtiger gewesen. Sicherlich schwingt in meiner Meinung eine gewisse Enttäuschung mit, denn nach Diskussionen die hier zur Thematik Bundestrojaner usw. geführt wurden, hatte ich erwartet, daß sich mehr Leute dagegen engagieren würden. Natürlich kann und sollte jeder dagegen argumentieren, wer das anders sieht als ich, aber das dann doch bitte auf einer sachlichen Ebene und nicht verbunden mit Beleidigungen und Ausflüchten. Für sachliche Argumentationen war und bin ich jederzeit offen, aber hinterfragt habe ich sie schon immer und werde ich auch immer tun. Wenn das als Beanspruchung einer Meinungshoheit rüberkam, so bitte ich dies zu entschuldigen. Wer seine Argumente nicht hinterfragen lassen will, sollte sie dann meiner Meinung nach einfach für sich behalten, denn es gehört nunmal zu einer Diskussion dazu, daß jemand, der eine Meinung/Einstellung nicht versteht diese hinterfragt um sie verstehen zu können. Ich vertrete hier meine Meinung und jedem steht es frei diese in Frage zu stellen und zu hinterfragen, so wie ich es ja auch tue. Ich räume aber niemandem das Recht ein mich aufgrund meiner Meinung zu beleidigen oder zu behaupten, daß ich mich nicht informiert hätte, weil es einfach nicht stimmt. Und ich denke nunmal auch, daß jemand, der vor Ort nicht dabei war, sich keine Meinung über die Situation bei der Demo bilden sollte. Das mögen andere sicherlich anders sehen, aber auch da bin ich für sachliche Argumente offen.

@Malo: Ich habe nicht behauptet, daß ich in meiner Situation 16 Stunden durch Deutschland gefahren wäre, aber ich habe bereits auch gesagt, daß ich die Leute, die wegen Job oder anderen wichtigen Gründen nicht kommen konnten, verstehen kann, denn sowas geht nunmal vor. Daß du von der Demo in Wiesbaden nichts wußtest, war mir nicht bekannt und ist natürlich ein Argument, das ich akzeptiere. Wenn man davon nichts wußte, ist das zwar schade, aber für diese Demo wurde ja auch viel zu wenig Werbung gemacht.

@keksinat0r: Ich sagte bereits, daß ich ein fehlendes Einverständnis der Eltern als mehr als ausreichenden Grund für ein Fernbleiben ansehe. Und beim nächsten Mal schreibst du mich einfach an, wenn dir nur das Geld fehlt, du aber gern kommen möchtest. Da läßt sich bestimmt was machen. :) Landras ICE-Ticket hab ich ja auch bezahlt bekommen. Es ist ja nun nicht so, daß ich den Grund des fehlenden Geldes einfach nicht akzeptiere, sondern vielmehr so, daß ich von Anfang an bereit war (wie auch andere Leute aus meinem Bekanntenkreis) finanzielle Unterstützung zu leisten. Oder um einfach mal Fakten zu schaffen: Ich habe es mich 110 Euro kosten lassen nur damit eine Person mehr da war. Eingeplant hatte ich, daß ich bis zu 300 Euro ausgegeben hätte, wenn sich Leute an mich gewandt hätten. Von anderen Leuten hatte ich auch die Zusage, so daß insgesamt fast 1000 Euro zur Verfügung standen. Es hätte also lediglich eine PN an mich gereicht.
 
Original von bitmuncher
@end4win: Im Prinzip kann ich deine Meinung teilen, daß es auch andere Möglichkeiten gibt sich gegen den Überwachungsstaat zu wehren, wie z.B. das Einbringen der eigenen Meinung in die lokale Politik seines Heimatortes. Allerdings hatten wir beim Thema Hackertools ja schonmal die Diskussion warum die Leute das nicht machen, wodurch ja auch klar wurde, daß sie sich nicht politisch engagieren. Kurz gesagt: Die Leute wollen sich nicht lokal engagieren, weil sie der Meinung sind, daß ihnen dort eh niemand zuhört, aber auch nicht zu einer bundesweiten Demo fahren. Ja wie bitte sieht denn dann dieses "Wehren gegen den Überwachungsstaat" sonst aus? Zu Hause sitzen und sich aufregen? Sowas hat noch nie etwas bewegt und wird es auch in Zukunft nicht tun.
@bitmuncher
Ich meinte nicht lokale Politik.
Ich sprach von den zuständigen Bundestagsabgeordneten. Diese lassen sich
durchaus in ihren Wahlkreisen sehen und sind auch per E-Mail zu erreichen, zumindest
ihre Mitarbeiter und wenn man penetrant genug ist bekommt man auch durchaus
nicht die Standardmail der Parteizentrale bzw. kann sich diese von vornherein
verbieten. Das einzige was man machen muss ist sich über das Thema auch zu
informieren und nicht irgendwelche Parolen zu kopieren. Dann wird man ernst
genommen und bekommt sogar Einladungen zu entsprechenden Veranstaltungen.

Es macht keinen Sinn sich darüber zu beschweren, dass Politiker am Volk vorbei
regieren, wenn das Volk seinen Vertretern nicht sagt was es von ihrer Politik hält.
Eine Demo ist ein Weg, allerdings eben nicht für jeden möglich.
Eine Petition mit zu zeichnen oder eine eigene Mail zu verfassen dürfte jeder mit
Internetanschluss hinbekommen.

http://www.bundestag.de/mdb/wkmap/index.html
Falls jemand nicht weis wer für ihn zuständig ist und es ist egal wenn ihr gewählt
habt.

Gruss
 
@end4win: Aber genau das meinte ich doch. Wir hatten ja diese Diskussion damals beim Verbot der Hackertools schonmal, wo ich dann nachfragte wer sich tatsächlich an seinen zuständigen Bundestagsabgeordneten gewandt hat. Da kamen dann Meinungen wie "ich hab nur eine Standardmail zurück bekommen" oder "der interessiert sich dafür eh nicht" und auch Sprüche der Art "ist ja schön, wenn sich dein zuständiger Abgeordneter so einsetzt, aber bei uns ist das nicht so" waren zu lesen und irgendwie kam das bei den meisten so rüber, daß sie einfach frustiert aufgegeben haben.
 
Original von LaNdRiX
Jeder hatte seine eigenen Gründe hinzugehen oder eben nicht und meiner Meinung nach steht es niemandem zu diese Gründe in "genügend" und "ungenügend" zu kategorisieren...
Amen.

Ich find's schon schade, dass aus dem Frust darüber, dass das Thema anderen offenbar nicht "wichtig genug" war, solche Diskussionen entstehen. Dass die Demo unterstützenswert war, daran wird hier sicherlich kaum einer kritteln wollen. Sich aber nun gegenseitig dafür anzugreifen, warum man denn nicht da war und was ein vertretbarer Aufwand gewesen wäre, finde ich (gelinde ausgedrückt) unnötig.


Aber gut, das wird vermutlich nicht die letzte Demonstration zum Thema gewesen sein, insofern hoffe ich, dass das nächste Mal besser läuft.
 
@bitmuncher
Mein Gefühl bei der ganzen Sache ist, dass die Leute sich auch nicht wirklich mit dem
Thema auseinandergesetzt haben. Wenn man sich die Threads zum "Bundestroyaner"
anschaut, bemerkt man schnell, dass die meisten es nicht kapiert haben, dass dieser eben
nicht auf die breite Masse ausgelegt ist und daher auch nicht auf die Mitarbeit
von Antivirensoftwarehestellern angewiesen ist.
Genauso haben die meisten mehr Angst, dass ihre illegalen mp3 files entdeckt werden,
als davor, dass mit der Vorratsdatenspeicherung ein detailiertes Persönlichkeitsprofil
erstellt werden kann.
Zum Schluss sollte man sich nicht wundern, wenn man auf Standardanfragen auch
nur die Standardantwort erhält.

Wer aufgibt hat verloren, dies ist nicht nur im Sport so.

Gruss
 
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