Die HaBo-Sonntagsfrage

Wie würdet Ihr wählen, wenn heute Bundestagswahlen wären?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    47
#1
Hallo,
in Anlehnung an die berühmte "Sonntagsfrage", möchte ich hier im HaBo die Frage stellen: Wie würdet Ihr wählen, wenn heute Bundestagswahlen wären?
Die Gründe für diese Frage liegen natürlich auf der Hand - immerhin beobachten wir gerade wie der Regierungskoaltion, die sich weitgehend selbst demontiert, die Wähler in Scharen davon laufen... Und wo laufen sie hin? Wenn man den diversen Umfragen glauben darf, dann wandern sie mehr oder weniger geschlossen zu den Grünen ab. Wenn Journalisten und Meinungsforscher diese neuen Wähler der Grünen nach ihren Motiven befragen, bekommt man immer wieder zu hören: "Die sind wenigstens glaubwürdig". Sind die Grünen auf dem Weg zur Volkspartei? Verwandeln sich die Deutschen in ein Volk von Umweltschützern oder haben die anderen Parteien schlichtweg unterschätzt (oder einfach ignoriert!) wie tief die Sorge vor Klimawandel, Atomenergie und wachsender, radioaktiver Müllberge in der Volksseele verwurzelt sind? Sicher ist nur, dass die Grünen derzeit mit einem bundesweiten Durchschnitt von 20% rechnen können (während die FDP bei 5% dümpelt und laut einigen Umfragen nicht einmal die 5% Hürde schaffen würden) - in Berlin und Baden Württemberg würden sie sogar die SPD als zweitstärkste Kraft ablösen...Und nicht nur über Wählerzuwachs dürfen sie sich freuen, entgegen dem Trend verzeichnen sie sogar steigende Mitgliederzahlen... Mich würde interessieren ob sich dieser Trend auch bis in die technophilen Gemeinschaften des Cyberspace, für die das HaBo ja repräsentativ sein dürfte, reicht - oder wie die Techheads sonst ticken... Besonders schön wäre es daher, wenn Ihr nicht nur abstimmen - sondern Eure Gründe auch kurz erläutern würdet...

Wie es sich gehört, mache ich hier mal den Anfang:
Obwohl ich aus einem durch und durch sozialdemokratisch geprägten Umfeld stamme, habe auch ich mich für "grün" entschieden. Ich entstamme einer Familie deren Wurzeln im Arbeitermilieu liegen und wie es sich für eine alteingesessene Ruhrpott-Arbeiterfamilie gehört, reicht die traditionelle Bindung an die SPD bis zu den Tagen der Parteigründung zurück und blieb bis heute ungebrochen - auch in der dunklen Zeit der Nazi-Diktatur, als die Partei verboten wurde (was einige Männer meiner Familie direkt ins KZ Sachsenhausen führte). Daher bekam ich ziemlichen Gegenwind als ich, nach der ersten Amtszeit Schröders, zu den Grünen "abwanderte". Trotzdem bin ich seitdem dabei geblieben, denn ich finde nach Schröders Neuausrichtung der SPD sind die Grünen praktisch das "linke" Gewissen in einer Rot-Grünen Koalition, das ich mit meiner Stimme stärken möchte... Wenn sich der Trend aber bis zu den nächsten Wahlen so fortsetzen sollte (womit eigentlich nicht zu rechnen ist), werde ich diese Entscheidung vielleicht überdenken müssen, um in einer grün-roten Koalition mit meiner Stimme, den durch die SPD vertretenen, Realtitätssinn zu stärken...:D

So - im zweiten Versuch hats geklappt...:rolleyes:
 

GrafZahl

Member of Honour
#2
ich würde vermutlich lotto spielen ... 6 kreuzchen auf den wahlzettel machen, alternativ eines von oben bis unten...

guten gewissens würde ich keiner der aufgeführten parteien meine stimme geben wollen, allerdings würde ich den trend zu grün bestätigen...

mein "problem" mit den grünen (ohne diesen sachverhalt wären sie für mich glatt wählbar):

sie fordern viele dinge die ich unterschrieben würde, wenn sie gleichzeitig auch eine idee hätten wie das ganze finanzierbar oder realisierbar wird.

beispiel atomausstieg: die grünen würden lieber gestern als heute alle AKWs vom netz nehmen ... weg vom atom-müll ist für mich die richtige richtung ... nur sehe ich aktuell nicht wie man das entstehende loch in der energieversorgung schließen kann, ohne dass die energiepreise förmlich explodieren ... ich habe bisher keinen lagzeitplan gesehen, der dieses problem erfasst hätte, und am ende auf regenerativen energien steht ...

beispiel internationale konflikte:
von dem was ich bisher aus richtung der grünen gehört habe geht strikt gegen jegweden militäreinsatz ... bitte nicht falsch verstehen, eine friedliche welt wäre erstrebenswert, aber ich sehe nicht wie sich das realistisch umsetzen lässt ... man schaue mal zum iran rüber, wenn es nach einem herrn ahmadinedschad ginge, müsste als erstes mal israel von der landkarte verschwinden ... es gibt genügend politisch einflussreiche leute die ähnliche ambitionen hegen ... mit den meisten taliban wird man sich auch nicht einfach an einen tisch setzen können und über blümchen-politik reden können ...
die aktuelle vorgehensweise in derartigen konflikten war nicht erfolgreich, aber sich einfach nur gegen militärische konfrontationen auszusprechen, ohne eine alternative lösungsmöglichkeit anbieten zu können verschlimmert die sache meiner ansicht nach

es gibt weitere beispiele, aber ich denke die 2 zeigen was ich meine

und so steht man dann bei der wahl vor dem zettel, mit den 2 bis 3 alternativen:

ungültig zu wählen, oder den grünen seine stimme zu geben, in dem wissen, das sie in vielerlei hinsicht wissen was sie nicht wollen, aber oft nicht so genau wissen was sie wollen, oder wie es erreichbar wäre ...

oder aber standesgemäß die piraten zu wählen (Arrrr...)


die auswahl aus diesen alternativen werde ich dann wieder meinem würfel überlassen ...
 

Brabax

New member
#3
Mein Stift würde wieder über Sonstige kreiseln - welche Partei das speziell betrifft, kann ich nicht sagen, da ich es selber nicht weisz.

Ich suche noch immer die Partei die meine Wünsche, Realismus und langfristiges Denken unter einen Hut bekommt und die einem wichtigen Prinzip folgt: Wer Scheiße erzählt oder inkompetent ist, fliegt und Minister werden nur Menschen die von ihrem Bereich Ahnung haben.
Achja, eine Ausrichtung "für das Volk" aber "die Industrie nicht zu sehr vor den Kopf stoßen" wäre auch gut - statt wie öfter üblich "erm - gebt mal Kohle, die Lobby und die Partei brauchen Geld".

Aber diese Ansichten werden mir bei keiner Partei so richtig konsequent umgesetzt ... *sigh*

lG

brabax

PS: Und wann gründen wir?
 
#4
guten gewissens würde ich keiner der aufgeführten parteien meine stimme geben wollen, allerdings würde ich den trend zu grün bestätigen...
Wie steht's mit Sonstige? Wirklich nichts dabei? Nichtmal Piraten?

... nur sehe ich aktuell nicht wie man das entstehende loch in der energieversorgung schließen kann, ohne dass die energiepreise förmlich explodieren ... ich habe bisher keinen lagzeitplan gesehen, der dieses problem erfasst hätte, und am ende auf regenerativen energien steht ...
Hast du doch bestimmt:
http://www.greenpeace.de/themen/ene.../artikel/stromluecke_ist_wahlkampfpropaganda/
http://www.greenpeace.de/themen/energie/publikationen/ansicht/publikationsarchiv/2009/8/

beispiel internationale konflikte:
von dem was ich bisher aus richtung der grünen gehört habe geht strikt gegen jegweden militäreinsatz ...
Da musst du dir keine Sorgen machen. Wenn du dir auf Abgeordnetenwatch das Abstimmungsverhalten der Grünen zu Kriegseinsätzen anschaust, dann siehst du, wie sehr sie "gegen jeden Militäreinsatz" sind.

Die Linken scheinen die einzige größere Partei zu sein, die tatsächlich nicht für Krieg stimmt.

mit den meisten taliban wird man sich auch nicht einfach an einen tisch setzen können und über blümchen-politik reden können ...
Die werden bestimmt viel friedlicher, wenn man Hochzeiten bombardiert.

aber sich einfach nur gegen militärische konfrontationen auszusprechen, ohne eine alternative lösungsmöglichkeit anbieten zu können verschlimmert die sache meiner ansicht nach
Da steckt aber jetzt auch schon eine Annahme drin: Dass Krieg eine "Lösungsmöglichkeit" ist, zu der es eine Alternative geben soll.

ungültig zu wählen, oder den grünen seine stimme zu geben, in dem wissen, das sie in vielerlei hinsicht wissen was sie nicht wollen, aber oft nicht so genau wissen was sie wollen, oder wie es erreichbar wäre ...
Oder dass grün das neue schwarz ist.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,721664,00.html
http://politik.benjamin-stoecker.de/2010/10/07/der-jmstv-die-grunen-thuringen-und-der-schmerz/
etc.
 

sTEk

New member
#5
Nun...das ist eine interessante Frage! Ich bin mir jedoch nur sicher, wen ich nicht wählen würde. Meine Analyse geschieht auf meiner bürgerlichen Basis...als Unternehmer wären bestimmte Aussagen kontraproduktiv. ;) Da ich jedoch als Mensch geboren bin, lebe und auch sterben werde, sollte man die Fragen des Zusammenlebens und regiert-werdens auch als Mensch beantworten.


Braun:
Konzeptlos, mehrheitlich gestrige Ansichten, politisch stellenweise einfach nur dämlich agierend - bis auf die wenigen, dafür zugegeben oft brillanten, Köpfe im Hintergrund praktisch ausschließlich plumpes Fußvolk

CDU/CSU:
Mal ganz davon abgesehen, dass man von der angeblichen Triebfeder christlicher Nächstenliebe nichts spüren kann, so sind doch geringe Tendenzen einer strikten Linie (die wahrscheinlich von Angela diktiert wird, sonst würden die internen Querelen das Kaspereletheater auffliegen lassen) erkennbar. Bestimmte Ansätze sind okay, mehrheitlich ist diese Partei jedoch zu "industriell" und durchsickert mit Lobbyismus.

SPD:
Für mich heute ganz klar die Partei, die seit Jahren ohne Spina dorsalis auskommt. Die Flagge wird in jeden Wind gehangen, auch wenns nur ein warmer Fu*z ist. Mag über Herrn Schröder geschimpft und gezetert werden - er war jedoch ehrlich (was ich dem CSU-Kollegen im Rollstuhl bei aller Antipathie jedoch auch gutheißen muss) und die Partei hatte damals wichtige Grundänderungen nicht nur debattiert, sondern auch angepackt! Diese glorreichen Zeiten sind jedoch vorbei und übrig geblieben ist ein auf deutsch gesagt "Saftladen", der an Schwammigkeit seines Gleichen sucht.

Die Grünen:
Meine Hass-Partei schlechthin. Nicht wegen ihrer Grundsätze - die sind durchaus edel! Aber diese Partei steht für mich als Symbol der Machtgeilheit! Im Gegensatz zur SPD nutzt diese "Knospe" des Grundgestzes eine ganze Flaggenparade. Koalliert wird mit allem und jedem - Hauptsache man kann mitregieren. Wenn an der Spitze, werden Entscheidungen und Aussagen abgesegnet, gegen die dann in der nächsten Legislaturperiode als "nur noch" oppositionell agierend lautstark querelt wird! Eich Beispiel Castor-Transport: Herr T. im Wahlkampfzelt mit Schotterklau-Idee heute und mit der "Die Transporte sind wichtig, richtig und notwendig"-Aussage als Minister vor nicht einmal sieben Jahren.

FDP:
Da mir die Schwarzen schon zu wirtschaftsbezogen sind, muss ich zu meinen neo-liberalen Freunden kein Wort mehr verlieren. Allein die Kernpunkte ihrer Politik und die zur Verfügung gestellten glatten, gegelten oder auf traurige Weise lächerlich kindlich wirkenden, unsympatischen Köpfe sind Grund genug, diese Partei weit aus der Entscheidungsfindung zu verbannen.

Linke:
Eine Partei, die sich den Unmut des Pöbels mit unhaltbaren Slogans zu Nutze macht. An sich sind die Ideen ja nicht schlecht, wenn, ja wenn wir keine Menschen wären! Dummerweise ist der humano sapiens aber recht egoistisch und wenig weitdenkend, sodass Leitsätze wie "Wohlstand für alle" spätestens dann fehlschlagen, wenn ein paar Dumme das erwirtschaften müssen, was der Großteil in endloser Langeweile verprasst.

betrifft alle:
Für Wählerstimmen werden wichtige Themen nicht angepackt oder verschleiert ad absurdum geführt. Wenn dann doch mal etwas getan werden soll, dann ist mindestens die Opposition dagegen - aus Prinzip schon. Dass dadurch wieder nichts geschieht, ist egal und zeigt dem Volksproleten durch schwammigste Aussagen, dass die Politik ja sooo "vielfältig" und "auf der Seite des kleinen Mannes", auf "der des Mittelstands" oder "der Umwelt" oder "der der Rentner" oder - wenns denn sein muss - auch mal Erich van Dänikens Lieblingen ist. Leider wird heute immer mehr vergesen, dass wir alle als Individuen auf diesem Planeten leben. Wir leben für keinen Konzern, für kein System mit fiktiven Werten! Wie wenig Politik inzwischen mit Volk zu tun hat, kann man ja auch überall sehen...bspw. an dem hier:

  • Mit 700 Mio. gehts für die Sozial Schwachen los - den reichen 10Euro im Monat zusätzlich für Bildung aus, um aus der "ererbten Sozialhilfe" zu kommen.
  • Hoteliers brauchen gegen die unwahrscheinlich präsente Gefahr des sozialen Abstiegs schon mal etwa 1 Mrd. des europäischen Spielgelds.
  • Damit unsere Großindustrie ihre magere und geschundene Rendite wenigstens halten kann, gabs ja gestern nun doch verlängerte Verschonung vor der Ökosteuer...die sollen lieber die bezahlen, die nur einen Anteil von 20..30% (inkl. Heizung) am vielzitierten CO2-Ausstoß haben (Werden die anderen hundertausend schädlichen Stoffe eigentlich automatisch zu CO2 chemisch umdiskutiert - so wie man Gewalttäter auch liebdiskutieren kann? *fg*). Das macht schlappe 200-800 Mio. aus (An denen sonst hundertausende Arbeitsplätze hängen würden - Siiischer, siiiischer, denn die Firmen kommen ohne Arbeitstiere und schlussendlich ohne zahlende Konsum-Enten aus!)...die kommen dann von den Rauchern. Von denen soll es zwar bald keine mehr geben sollen, und fröhnen dürfen sie ihrer Sucht ja auch kaum noch irgendwo, aber die die noch übrig sind zahlen neben dem Kampf gegen den Terrorismus (Welchen eigentlich? Die größten und gefährlichsten von denen sehen wir doch jeden Tag im TV oder in den Wirtschaftsteilen...) natürlich auch die Unternehmen, bei denen sie arbeiten und denen sie für ein gerade reichendes und europaweit verglichenes Hungergehalt bis an ihr Lebensende Dankbarkeit zollen.
  • Nicht zu vergessen natürlich sind unsere Banken...ich traue mich nicht die Zahl der Unterstützung aufzuschreiben, da ich die "0"-Taste(n) noch eine Weile brauche... Dafür erheben die ja derzeit auf die "supergünstigen" Kredite nur eine mittlere Rate von 14..16%. Bei einem Basiszins von 0,12% und für Verbrauchergeschäfte offerierte 5,12% (BGB § 288 (1) S. 2 nF) [Quelle: www.basiszins.de] ist das aber auf keinen Fall Wucher...Nein, das nennt sich "Todeskampf" - und wird schön von uns finanziert - ob über die Lehnabgabenpflicht oder geldliche Leibeigenschaft!
  • Studenten bekommen jetzt sage und schreibe im Schnitt 2% mehr! Bei einer durchschnittlichen MdB-Diät mag das eine Menge Geld sein...bei 500 Euro ist das lächerlich, zumal ja davon die Hälfte wieder zurückgezahlt werden muss. Als Vorschlag hätte ich da, bei der nächsten Bezüge-Diskussion von Beamten, Staatsknechten und anderem Gedöns (die im Falle eines intern vermittelten Studiums übrigens mehr - rückzahlungsfreie! - Studienunterstützung bekommen als das Gro an Werktätigen in D verdient...ich habe da sowas von 1,8k€pM im Gedächtnis [zwei Fälle aus der nahen Bekanntschaft, die das auch noch als das Mindeste ansehen - das zum Thema Realitätsverlust unserer Staatsangestellten]) sollten die doch mal über 10€ mehr entscheiden - und davon wieder fünf abgeben!
Bei anderen Fragen werden ebenfalls nur die Interessen der Wirtschaft stilisiert. Es wird nach Fachkräften aus dem Ausland geschriehen. Ob Bedarf besteht oder etwa der Mob damit einverstanden ist - wen interesierts?! Medial manifestiert ist man ganz klar politisch nicht korrekt, wenn man bemerkt, dass man einen Hauch an Unwohlsein spürt, wenn man seine weiträumige Nachbarschaft in seinem Heimatland nicht mehr versteht - verbal meine ich! Logisch ist man maßlos und realitätsfremd, wenn man bemerkt, dass einfach mal die Arbeitsumstände und Verdienste der "Mangel-Fachkräfte" an ein gesundes Niveau angepasst werden sollten, mit dem man auch leben und mal weiter als bis zur nächsten Woche planen kann!

Wer oder was also im Mittelpunkt der Politik steht, die derzeit gemacht wird, ist wohl unzweifelhaft erkennbar. Und auch eine andere Partei wird daran nichts ändern, da das gesamte System einfach nur kaputt ist...
 
Zuletzt bearbeitet:
#6
Ich werde die Grünen wählen, aber nicht, weil ich von deren Thesen/Theorien/sonstwas überzeugt bin, sondern weil ich es mir wünsche, dass alle Leute die jetzt übermäßig Protest äußern jetzt selbst in die Verantwortung kommen. Sollten Grüne und Linke an die Macht kommen und einen Großteil ihrer jetzt geäußerten Vorschläge, die auch oft Leute ansprechen, die nicht bis übermorgen denken können (spez. bei den Linken), umsetzen, wird es meiner Überzeugung nach mit Deutschland relativ schnell bergab gehen. Es mag nun etwas dumm klingen, wenn ich diese Befürchtungen hab, dann für diese zu wählen, aber ich sag es mal so: Ich werde, wenn es so weit ist ziemlich gut ausgebildet sein, ich werde immer irgendwo Arbeit finden und ich würde diese Zeit auch relativ unbeschadet überstehen. Menschen, denen es nicht so gut geht (die aber genau das Wahlvieh von der Linken ist) wohl eher nicht. Nun mag es auch gemein erscheinen, dass ich diese Menschen ins offene Messer laufen lasse, aber was soll man denn mit einem Kind machen, was immer wieder auf die Herdplatte (aka Mindestlohn, weg mit den Reichen/Großkonzernen usw.) fassen will, man es immer wieder belehrt, es aber nicht hören will. Ganz einfach man lässt es die Herdplatte einfach mal anfassen, dann hat es die Erfahrung gemacht und wird sie nicht nochmal so schnell anfassen.

Für alle flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnkuschler: Irgendwer hat mal ausgerechnet, dass es schon so um die 12/13 Euro sein müssten. Wenn ich zum Friseur gehe, bekomme ich etwas Rabatt und zahle so um die 25 Euro. Mir die Haare zu schneiden dauert ungefähr eine halbe Stunde, dh die Friseuse, die mir die Haare geschnitten hat, bekommt exakt das, was der Haarschnitt kostet als Gehalt. Ihr Arbeitgeber bezahlt dann die Miete, Strom, Wasser usw. entweder von meinem zufriedenem Lächeln oder er macht den Haarschnitt teurer. Davon haben aber dann alle, die einen Mindestlohn beziehen auch nichts, wenn alles teurer wird und sie sich im Endeffekt auch nicht mehr leisten können oder schlimmer noch entlassen werden, weil der Friseur beschlossen hat, dass es eine Angestellte weniger sein muss, da er den zusätzlichen Lohn nicht 1:1 auf den Haarschnitt umbiegen kann, da ihm dann die Kunden ausbleiben.

Ich kann den Leuten erzählen was ich will, hören sie, dass jemand einen Mindestlohn fordert setzen sie sich sofort die rosarote Brille auf und sind für nichts anderes zu haben. So verhält es sich auch mit vielen anderen Vorschlägen. Von daher sollen sie es doch mal ausprobieren und dann mit den Konsequenzen leben. Die da oben werden weit aus weniger zu Schaden kommen als die da unten - auch mit den Linken. Regieren ist ganz anders als in der Opposition zu sitzen und alles zu kritisieren bzw. von allem, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, den Rücktritt zu fordern. Mr. T. ist echt ein Paradebeispiel. Gestern meinte er zum Thema Castortransportdemonstrationen: man sollte sich überlegen, ob man dagegen demonstrieren sollte. Heute zum Thema S21: die Regierung schränkt das Grundrecht auf Demonstration ein!

Vielleicht ein bisschen zynisch, das Ganze, aber ist meiner Meinung nach so.

*edit*
Ganz vergessen hatte ich, dass ich mich natürlich auch irren kann. Ich lasse mich durch aus gerne eines besseren belehren. Wer weiß, vielleicht bin ich ja auch das Kind ,dass dauernd auf die Herdplatte fassen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Ich werde meine Stimme ungültig machen. Warum? Ganz einfach. Weil KEINE Partei in Deutschland mehr wirklich etwas zu melden hat. Fast 80% der in den letzten Jahren auf Bundesebene erlassenen Gesetze wurde aufgrund von EU-Vorgaben durchgeboxt. Unsere Parteien in Deutschland sind also lediglich noch Handlanger der EU-Politik und der Wirtschaft, die durch die EU-Politik gestärkt wird, und somit ist die Bundestagswahl lediglich ein Schauspiel für das Wahlvieh. Es spielt absolut keine Rolle wer an die Macht kommt solange Deutschland die EU nicht verlässt und es gibt meines Wissens nach keine Partei, die dies ernsthaft vorhat. Sollte eine Partei dies in ihre Wahlprogramm aufnehmen, auch wenn dadurch Wirtschaftssanktionen drohen würden, wird diese meine Stimme bekommen.
 
#8
Hm, wenn ich mir die Statistik so ansehe, muss ich gestehen das ich die Piraten in der Liste vergessen habe (schätze viele der "Sonstige"-Stimmen gingen an die Piraten)...:rolleyes: Dabei schätze ich die Piraten ebenfalls, allerdings leidet die Partei noch an den Folgen der Geburtswehen (da mussten alle Parteien durch) und bis sie die nicht überwunden hat, werde ich sie noch nicht wählen.

GrafZahl:
mein "problem" mit den grünen (ohne diesen sachverhalt wären sie für mich glatt wählbar):

sie fordern viele dinge die ich unterschrieben würde, wenn sie gleichzeitig auch eine idee hätten wie das ganze finanzierbar oder realisierbar wird.
Da ist was dran, aber die Grünen gibt's ja nicht alleine (es sei denn Schwarz-Gelb treibt ihnen weiterhin soviel Wähler in die Arme:D), sondern im Doppelpack. In einer Koalition mit den Grünen wäre die SPD ja eine Art Realitätsanker - die Grünen bringen Idealismus & Tatendrang in die Koalition ein, die SPD Bodenständigkeit und Sinn für die Realität...

Brabax:
Mein Stift würde wieder über Sonstige kreiseln - welche Partei das speziell betrifft, kann ich nicht sagen, da ich es selber nicht weisz.
Hauptsache Du gehst wählen - notfalls halt "ungültig"...:wink:

Brabax:
PS: Und wann gründen wir?
Eine Hacker-Partei? Spätestens wenn sie flächendeckend webbasierte Wahlautomaten einsetzen...:D

Chris_XY:
Die Linken scheinen die einzige größere Partei zu sein, die tatsächlich nicht für Krieg stimmt.
Ausserdem sind sie, zumindest meiner Empfindung nach, seit längerem praktisch abgetaucht... Selbst schwarz-gelb scheint es müde geworden zu sein vor dem gefahrvollen Gespenst einer rot-roten Koalition zu warnen.

@sTEk:
Den Ergebnissen Deiner umfassenden Analyse unserer Parteienlandschaft kann ich größtenteils zustimmen, lediglich Deine Kritik an den Grünen finde ich etwas zu scharf. Das es einen mitunter großen Unterschied macht, ob eine Partei gewisse Dinge als Regierungs- oder als Oppositionspartei bewertet, ist in der Politik doch normal (vermutlich auch einer der Gründe warum die Öffentlichkeit selbst Gebrauchtwagenhändler für glaubwürdiger als Berufspolitiker hält...:D). Und das konkrete Beispiel mit Trittin zeigt, meiner Meinung nach, doch nur das man als Inhaber eines Amtes seine private Meinung hinter den Erfordernissen des Amtes zurückstellen muss. Die Äußerungen Trittins vor sieben Jahren, spiegelten die Haltung des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz & Reaktorsicherheit wieder - die neueren Aussagen dürften dagegen seinen persönlichen Ansichten eher entsprechen. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Trittin (da ich ihn in einigen Umweltfragen doch eher als Hardliner ansehen würde), aber das er in seiner Amtszeit klar zwischen seinen persönlichen Ansichten und der Erfordernissen des Amtes unterschieden hat, zeigt doch eher das die Grünen "erwachsen" und reif genug für Regierungsverantwortung geworden sind...

xrayn
Sollten Grüne und Linke an die Macht kommen und einen Großteil ihrer jetzt geäußerten Vorschläge, die auch oft Leute ansprechen, die nicht bis übermorgen denken können (spez. bei den Linken), umsetzen, wird es meiner Überzeugung nach mit Deutschland relativ schnell bergab gehen.
Wie kommst Du darauf die Linken an die Macht kommen? Hast Du Dir in letzter Zeit mal Umfragen angesehen? Momentan jedenfalls braucht Rot-Grün die Linken nicht, um Schwarz-Gelb auszustechen.
Außerdem kann nicht einmal eine Regierung mit Beteiligung der Linken noch schlechter regieren als es Schwarz-Gelb gerade tut...:rolleyes:

xrayn:
Für alle flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnkuschler: Irgendwer hat mal ausgerechnet, dass es schon so um die 12/13 Euro sein müssten.
Wer hat das ausgerechnet und auf welcher Grundlage? Wofür müssen es schon um die 12/13€ sein?

Zu Deiner Kritik an den Mindestlohn kann ich nur darauf verweisen das die Mehrheit der europäischen Staaten (ich glaube etwa 20 von 27) entsprechende Regelungen hat, afaik gibt es die höchsten Mindestlöhne in den Benelux-Staaten - geht es der Wirtschaft in diesen Ländern deswegen dreckig? Oder macht die Wirtschaft weiter fette Gewinne, nur mit dem Unterschied das es auch denen, die diese Gewinne erarbeiten, etwas besser geht?

bitmuncher:
Ich werde meine Stimme ungültig machen.
Schön wenn jemanden bewusst ist, dass es einen großen Unterschied zwischen ungültig wählen (einer legitimen & vielsagenden Meinungsäußerung) und einfach nicht wählen gehen (was einfach nur dumm oder noch schlimmer faul ist) gibt...:thumb_up:

Aber die EU hast Du echt gefressen, hm?
 
#10
Wie kommst Du darauf die Linken an die Macht kommen? Hast Du Dir in letzter Zeit mal Umfragen angesehen? Momentan jedenfalls braucht Rot-Grün die Linken nicht, um Schwarz-Gelb auszustechen.
Eben in den Umfragen. Im Moment profitieren die Grünen von einer gewissen Protesthaltung der Deutschen ausgelöst durch S21 und verstärkt durch die Medien, ähnlich wie Schweinegrippe, BSE, Gammelfleisch usw. - das legt sich wieder.

Außerdem kann nicht einmal eine Regierung mit Beteiligung der Linken noch schlechter regieren als es Schwarz-Gelb gerade tut...:rolleyes:
Das ist das einzige was ich den Linken wirklich zutraue. Auf Pump werden sie Milliarden an sonst wen verschenken, dann abgewählt werden und die nächsten paar Jahre jammern alle herum, weil nichts mehr finanziert werden kann und die Linken pöbeln dann wieder aus der Opposition heraus (das können sie auch gut).


Wer hat das ausgerechnet und auf welcher Grundlage? Wofür müssen es schon um die 12/13€ sein?
In der H4 Debatte hatte iwer von den Linken das mal gefordert, weil dies Notwendig sei um ein würdiges Leben zu führen (SPD ist ja schon bei 10 Euro, würde mich daher nicht wundern, wenn von der Linken noch n Zuschlag kommt).

Zu Deiner Kritik an den Mindestlohn kann ich nur darauf verweisen das die Mehrheit der europäischen Staaten (ich glaube etwa 20 von 27) entsprechende Regelungen hat, afaik gibt es die höchsten Mindestlöhne in den Benelux-Staaten - geht es der Wirtschaft in diesen Ländern deswegen dreckig? Oder macht die Wirtschaft weiter fette Gewinne, nur mit dem Unterschied das es auch denen, die diese Gewinne erarbeiten, etwas besser geht?
Ist ja schön, dass es dort Mindestlöhne gibt, die gibt es auch hier in Deutschland, aber Branchenabhängig. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Edelfriseursalon in München kein Problem hat einen Mindestlohn zu zahlen - der zahlt wahrscheinlich eh mehr -, ich glaube aber nicht, dass dies für Friseursalons in Ostdeutschland, wo der Haarschnitt 10 Euro kostet, genauso gilt, es ist nämlich Standortabhängig. Alles über einen Kamm zu kehren wird nicht funktionieren.

Bzw, wieviel zahlt man in den 20 Ländern an Mindestlohn und wie sind dort die LHK im Vergleich zu Deutschland, bekommen die Menschen in den Ländern Unterstützung vom Staat, wenn der Lohn nicht reicht, sind die Läänder strukturell mit DE zu vergleichen (gibt es ein reiches München und arme Oststädte) und hat sich nach Einführung des Mindestlohns alles zum guten gewendet?


Aber die EU hast Du echt gefressen, hm?
Die EU hat ihn gefressen ;)
 

end4win

Member of Honour
#11
Ich würd die Grünen wählen, weil ich Schwarz-Gelb einfach nicht mehr zum
aushalten find.
Ansonsten find ich die Diskussion einfach herrlich.
Jeder gegen alles und keiner eine Idee wo man ansetzen müsste, wie bei
unseren Politikern, aber darin sind wir uns einig.
Wie soll man ein Volk regieren, dass selbst am Ende nur an den eigenen
Geldbeutel denkt und in allem nur die Probleme sieht.

Als Beispiel:
In der H4 Debatte hatte iwer von den Linken das mal gefordert, weil dies Notwendig sei um ein würdiges Leben zu führen (SPD ist ja schon bei 10 Euro, würde mich daher nicht wundern, wenn von der Linken noch n Zuschlag kommt).
Habe es mir mal ausrechnen lassen. Um Hartz4 + Wohngeld zu erreichen brauch
ich für mich und meine 2 Kinder ein Bruttoeinkommen von ca 2400 €, müsste mir
aber eine günstigere Wohnung nehmen. Macht 15 € die Stunde :wink:
Jetzt rat mal wär die 14€ draufzahlen würde, wenn ich mir jetzt ein 1€ Job suche.
Wir zahlen den Mindestlohn für die Industrie und zwar ohne Gegenleistung.
Irgendwie ist es anscheinend finanzierbar.

Gruss
 
#13
Warum willst du nicht Politiker wählen, die dann im EU Parlament diese Gesetze blockieren können?
Weil die Wahl der Europa-Abgeordneten (Europa-Wahl) gar nichts mit der Bundestagswahl zu tun hat. Davon abgesehen können diese Gesetze nicht mehr blockiert werden, sondern sind bereits auf EU-Ebene verabschiedet und _müssen_ daher in Deutschland anerkannt werden. Schliesslich steht die europäische Gesetzgebung sogar über unserem Grundgesetz und unsere Europa-Abgeordneten haben dem bereits zugestimmt. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und nur ein rigoroser Austritt aus der EU kann diese Gesetzgebungen in Deutschland noch verhindern, sonst drohen Strafen, die an die EU zu zahlen sind.
 
#14
@bitmuncher:
Den Artikel von Dir kannte ich schon und ich muss zugeben das ich beim lesen mehrmals schlucken musste - trotzdem tendiere ich prinzipiell dazu die EU nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu betrachten (obwohl man sie natürlich - wie jede Regierung - sorgfältig im Auge behalten muss!). Aber das ist ein interessantes Thema das wir vielleicht einmal in einem eigenen Thread diskutieren sollten...:)

xrayn:
Im Moment profitieren die Grünen von einer gewissen Protesthaltung der Deutschen ausgelöst durch S21 und verstärkt durch die Medien, ähnlich wie Schweinegrippe, BSE, Gammelfleisch usw. - das legt sich wieder.
Ich denke Du (und die meisten der Verantwortlichen in Union & FDP) unterschätzt wie tief die Frustration unter den Anhängern und Wählern von Schwarz-Gelb aus den vielfältigsten Gründen wirklich ist. Es geht eben nicht nur um S21, sondern auch um den ganzen Politik-Stil der Regierungskoalition. Selbst CDU Mitglieder aus der vielbeschworenen Basis, haben z. B. ihr Unbehagen über die Art & Weise wie die Laufzeitverlängerungen zustande kamen zum Ausdruck gebracht. In Meinungsumfragen & Interviews vertraten sogar CDU-Stammwähler die Ansicht das die Beschlüsse zu einseitig sind, da sie ausschließlich die Interessen der Energie-Konzerne berücksichtigen würden - manche sprachen gar von "skandalösen Geschenken" an diese Konzerne. Auch mit ihren Steuergeschenken an Hoteliers, den von der Pharma-Lobby praktisch diktierten Gesetzesänderungen in der Gesundheitspolitik oder dem, ganz aktuellen, Beschluss die Industrie bei der Ökosteuer zu schonen, aber die Raucher (viele Stammtisch Christsoziale dürften Raucher sein) zur Kasse zu bitten, hat die Regierung Teilen ihrer eigenen Wählerschaft vor den Kopf gestoßen... Glaubst Du die werden das alles einfach so vergessen? Schau Dir bei der nächsten Demo gegen Gorleben einfach mal die Bilder der Demonstranten gut an - Du wirst überrascht sein wieviele Senioren darunter sind, denen praktisch das Wort CDU auf der Stirn geschrieben steht - die werden nächstes Mal ganz sicher anders wählen...

xrayn:
In der H4 Debatte hatte iwer von den Linken das mal gefordert, weil dies Notwendig sei um ein würdiges Leben zu führen (SPD ist ja schon bei 10 Euro, würde mich daher nicht wundern, wenn von der Linken noch n Zuschlag kommt).
Darin, dass die Linken sich bei ihren Forderungen nicht immer von Realität und Tatsachen leiten lassen, dürften wir wohl beide einig sein. Aber nenne mich ruhig "links", denn ich bin auch der Meinung das Menschen ein "würdiges" Leben führen sollten - vor allem bin ich aber der Meinung das Menschen die einer geregelten Arbeit nachgehen, von den Früchten ihrer Arbeit leben können sollten... Es gibt etwa 1, 35 Millionen Aufstocker unter den Hartz IV Empfängern (Stand 2008 ), davon geht jeder 5. einer Vollzeitbeschäftigung nach und verdient trotzdem nicht genug um seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können - dafür gibt es nur ein Wort: Skandalös! Wenn jemand in Vollzeit arbeitet, aber nicht einmal sein Existenzminimum von dem Lohn abdecken kann, wird er ganz eindeutig von seinem Arbeitgeber ausgebeutet - was dadurch ermöglicht wird, dass der Steuerzahler den Rest beisteuert. Im Grunde werden also mit Steuergeldern die Profite der Wirtschaft weiter erhöht... Meiner Meinung nach leistet der Staat damit Beihilfe bei der skrupellosen Ausbeutung von Arbeitskraft, wie sie auch durch Dinge wie befristete Verträge und Zeitarbeit gefördert wird. Und gibt die Wirtschaft auch nur etwas von diesen Profiten zurück? Nein, denn obwohl die Wirtschaft boomt, jammern die Arbeitgeberverbände auf hohem Niveau und behaupten "keinen Spielraum für Lohnerhöhungen" zu haben - mit ähnlichen Argumenten drücken sie die Lohnerhöhungen in Deutschland seit gut 10 Jahren weit unter den europäischen Durchschnitt. Im Grunde lässt die Wirtschaft in Deutschland die Arbeiter am ausgestrecktem Arm verhungern...X(

xrayn:
Bzw, wieviel zahlt man in den 20 Ländern an Mindestlohn und wie sind dort die LHK im Vergleich zu Deutschland, bekommen die Menschen in den Ländern Unterstützung vom Staat, wenn der Lohn nicht reicht, sind die Läänder strukturell mit DE zu vergleichen (gibt es ein reiches München und arme Oststädte) und hat sich nach Einführung des Mindestlohns alles zum guten gewendet?
Bei 20 EU Staaten sind praktisch notwendigerweise Staaten die mit Deutschland gut vergleichbar sind. Die Frage ob sich nach Einführung des Mindestlohns "alles zu Guten gewendet hat" ist bestenfalls populistisch - nur in Märchen wenden Entscheidungen alles zum Guten. In jedem Fall zeigt die Tatsache das die Mehrheit der EU Staaten auf Mindestlöhne setzt, dass es sich nicht um einen rosaroten Wunschtraum linker Wirrköpfe, sondern ganz einfach um ein leicht zu verwirklichendes Konzept handelt...

xrayn:
Die EU hat ihn gefressen ;)
Oder so...:D
 
Zuletzt bearbeitet:

end4win

Member of Honour
#16
- die werden nächstes Mal ganz sicher anders wählen...
http://www.online-presseportal.de/newsticker/fdp-will-steuersenkung-2012-beschliessen-2105

:D Bis zur Wahl ist ja noch Zeit :D

..............Und gibt die Wirtschaft auch nur etwas von diesen Profiten zurück? Nein, denn obwohl die Wirtschaft boomt, jammern die Arbeitgeberverbände auf hohem Niveau und behaupten "keinen Spielraum für Lohnerhöhungen" zu haben.............
Na, da wären wohl mal die Gewerkschaften gefragt und vorallem diejenigen,
die eben nicht Mitglieder sind, aber regelmässig ihre Lohnerhöhung mitgenommen
haben.

Ehrlich gesagt haben wir genau das was diese egoistische Gesellschaft verdient hat.
Den jeder der eine Lebensversicherung auf Fondbasis hat ist Gesellschafter
von diesen achso ausbeuterischen Unternehmen.
Jeder der seinen Strom billig einkaufen will ist dafür verantwortlich das alle
am Ende für die Endlagerung von Atommüll Millarden aufbringen werden müssen.
Jeder der bei der Krankenversicherung sparen will, aber im Krankheitsfall die beste
Versorgung vordert ist verantwortlich für die Zustände in den Kliniken.
..........
In einer Demokratie hat das Volk die Regierung, die es verdient und in einer
Gesellschaft, die nicht bereit ist gemeinsam für eine bessere Zukunft zu arbeiten,
sondern nur ihren kurzfristigen Vorteil im Sinn hat, kann die nachfölgende Generation nur verlieren.
Jede Hochkultur in der Geschichte der Menschheit ging nieder, weil sie es nicht
verstanden hat mit ihren Ressourcen zu haushalten oder die "Schwachen" nicht
auszubeuten.

Gruss
 

GrafZahl

Member of Honour
#17
Wie steht's mit Sonstige? Wirklich nichts dabei? Nichtmal Piraten?
ich frag mal meinen würfel ... eine 17 mod 3 hätte bei diesem versuch eine piratenstimme gegeben ... ich sehe in der studie nur, dass die studie der enregiewirtschaft wiederlegt werden soll ... nicht wie rentabel das ganze noch ist, respektive wie sich die kosten entwickeln
Da musst du dir keine Sorgen machen. Wenn du dir auf Abgeordnetenwatch das Abstimmungsverhalten der Grünen zu Kriegseinsätzen anschaust, dann siehst du, wie sehr sie "gegen jeden Militäreinsatz" sind.
das hingegen war mir bislang nicht so aufgefallen... allerdings was presse auftritte anbelangt entsinne ich mich nur an eine "blos aus aus afgahnistan" gebetsmühle ... interessant
Die werden bestimmt viel friedlicher, wenn man Hochzeiten bombardiert.
möchtest du als nächstes eine religionspolizei, die dir vorschreibt was du zu glauben/denken hast?
Da steckt aber jetzt auch schon eine Annahme drin: Dass Krieg eine "Lösungsmöglichkeit" ist, zu der es eine Alternative geben soll.
nein, weder explizit noch implizit ... lediglich der gedanke, dass man religiöse fanatiker nicht ignorieren und ihr süppchen kochen lassen sollte ... das kind ist nunmal in den brunnen gefallen, der krieg ist da ... was glaubst du passiert, wenn man jetzt den talliban sagt "tja, tschuldigung, wir habens nicht so gemeint, macht doch was ihr wollt" ... einen krieg zu beginnen ist nie die richtige lösung, aber es kann schlimmer werden, wenn man sich daraus zurück zieht, ohne sich über die konkreten folgen klar zu sein ... als das ganze angefangen hat, war auch klar, dass schon die sowjets in afgahnistan gescheitert sind, und wie die militärische situation war ... man hat den krieg dennoch begonnen, ohne sich über die genauen folgen und probleme klar zu sein ... sollte man diesen fehler nun wiederholen? zunächst sollte man wissen wie es weiter geht, bevor man übereilte entscheidungen trifft ... leider gibts dafür keine trivialen/offensichtlichen lösungen
 
#18
In einer Demokratie hat das Volk die Regierung, die es verdient und in einer
Gesellschaft, die nicht bereit ist gemeinsam für eine bessere Zukunft zu arbeiten,
sondern nur ihren kurzfristigen Vorteil im Sinn hat, kann die nachfölgende Generation nur verlieren.
Jede Hochkultur in der Geschichte der Menschheit ging nieder, weil sie es nicht
verstanden hat mit ihren Ressourcen zu haushalten oder die "Schwachen" nicht
auszubeuten.
Dabei gehst du davon aus, dass wir eine Demokratie haben. Dem ist aber nicht so. Oder kommt dir vielleicht das Folgende aus unserer Politik bekannt vor?

wikipedia hat gesagt.:
Die gewählten Repräsentanten verlagern dabei ihre Kompetenzen (und damit die Verantwortung) auf Experten, Kommissionen und Wirtschaftsunternehmen. Der Bürger wird dabei nicht als der Souverän betrachtet, in dessen Auftrag entschieden werden muss, sondern der befähigt werden muss, den vorgegebenen Anforderungen des Allgemeinwohls, meist verstanden als die Bedingungen des globalen Marktes, gerecht zu werden.
Wenn ja, dann sollte dir eigentlich auch bewusst sein, dass wir eine Postdemokratie haben. In einer Demokratie würde diese Aussage durchaus zutreffen. In einer Postdemokratie ist sie aber nur noch eine Schutzbehauptung eines Bürgers, der eine Erklärung dafür sucht warum sich die Gesellschaft so entwickelt. Da könnte man aber genauso gut ein gottgegebenes Schicksal annehmen. ;)

Im übrigen gibt es nur sehr wenige Hochkulturen, die untergegangen sind, weil sie mit ihren Ressourcen nicht haushalten konnten. Meines Wissens nach waren dies nur die Kelten, die schon vor der "kulturellen Ausrottung" durch Römer und Christen ihre Lebensgrundlagen vernichteten und 2-3 Kulturen im arabischen Raum, die ihre hochentwickelte Wasserwirtschaft verrotten liessen. Die meisten Hochkulturen erlebten ihren Niedergang durch Dominanz anderer Kulturen, denen sie (waffen)technisch und (militär)strategisch unterlegen waren. Ein paar wenige kamen noch hinzu, die kulturell umgestürzt wurden (z.B. die Römer, die dem Christentum anheim fielen). Die Schwachen wurden aber weiterhin ausgebeutet, sonst wäre der Untergang dieser Kulturen z.B. auch gleich mit einer Abschaffung der Sklaverei einher gegangen, oder mit der Schaffung eines Sozialsystems. Das Gegenteil war in der Geschichte der Fall. Die Römer hatten für ihre Bürger ein Sozialsystem, das mit dem Christentum anfangs wieder abgeschafft wurde und erst Jahrhunderte später zurückkehrte.

GrafZahl hat gesagt.:
das hingegen war mir bislang nicht so aufgefallen... allerdings was presse auftritte anbelangt entsinne ich mich nur an eine "blos aus aus afgahnistan" gebetsmühle ... interessant
Da sieht man mal wie schlecht das Gedächtnis des Volkes ist. Unter der rot-grünen Regierung hat Deutschland erstmals wieder offiziell an Kampfhandlungen im Ausland teilgenommen (Jugoslawien). Das werfen die meisten Anhänger der Grünen ihren Politikern bis heute vor.
 

end4win

Member of Honour
#19
An der momentan herrschenden Demokratie arbeiten wir ja. :wink:
Das wir momentan mehr von den Grossunternehmen und -banken regiert
werden, wie von unseren Volksvertretern im Land-, Bundestag und EU dürfte
ziemlich jedem klar sein, dass dies nicht gut ist anscheinend wenigern. :wink:

Ressourcen sind nicht nur natürliche Vorkommen. :wink:
Heutzutage wäre zum Beispiel Bildung eine wichtige Ressource, die meiner
Meinung nach stark vernachlässigt wird.
Im Zusammenhang mit den vergangenen Kulturen (Reichen) ist zu sehen,
dass diese stark abhängig vom Handel waren und eben nicht fähig waren
sich autark zu versorgen. Dies nicht nur auf Basis von Waren sondern auch
bei Armee und Fachkräften. Die "Schwachen" hatte ich mit Absicht in Anführungsstrichen
geschrieben, ich meinte nicht die Sklaven, sondern das was man bei uns
die Mittelschicht nennt. Die Bauern, Händler und Handwerker sie wurden
meist mit dem unternehmerischen Risiko alleingelassen, soll heissen die
Handelwege wurden zu weit, um sie effektiv gegen Übergriffe zu schützen.
Was wiederum dazu führte das auch die Ressource Geld knapp wurde, um die
Söldnerarmee zu unterhalten, welche genau dafür zuständig war.

Heute haben wir ein ähnliches Problem.
Wir sind zwar stark exportorientiert, beziehen aber unsere Rohstoffe zum
Grossteil aus dem Ausland und selbst die Endprodukte werden immer häufiger
im nahen und fernen Ausland produziert. Uns bleibt somit nur noch der Handel
und das KnowHow als Grundlage für unsere Wirtschaft. Doch auch hier hat
der Ausverkauf durch die Globalisierung der Grossunternehmen schon begonnen.
Viele Ideen von deutschen Ingenieuren oder Unternehmen werden nicht in
Deutschland zur Marktreife gebracht, sondern schon im Forschungsstadium
ins Ausland verkauft oder dort weiterentwickelt.
So wandert nicht nur unsere wichtigste Ressource Wissen ab, auch die Ressource Geld
steht in Deutschland für Bildung und Forschung nicht mehr ausreichend zur Verfügung.
Offensichtlich haben wir nicht einmal ausreichend Ausbildungsbetriebe, um
unseren Bedarf an Facharbeitern zu decken. Selbst diese müssen inzwischen
importiert werden trotz hoher Arbeitslosigkeit.
Was in Deutschland vernachlässigt wird ist der Binnenmarkt, die gesunde
Mischung von Produktion und Verbrauch, die eine Gesellschaft weitgehend unabhängig
macht von äusseren Gegebenheiten und Konflikten.
Deshalb sind wir der EU momentan auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Gruss
 
#20
Na, da wären wohl mal die Gewerkschaften gefragt und vorallem diejenigen,
die eben nicht Mitglieder sind, aber regelmässig ihre Lohnerhöhung mitgenommen
haben.
Ich war bis vor Kurzem Mitglied in der IGM und habe mich entschlossen aus zu treten. Warum?
Weil diese Gewerkschaft anfängt unrealistische Forderungen zu stellen, die vom Arbeitgeber nicht erfüllbar sind und teilweise sogar gegen das Arbeitsrecht verstoßen wollen (speziell Gleichberechtigung/-behandlung).
Ganz ehrlich - wenn ich Idioten für mich denken lassen wollte, wäre ich nochmal zur Schule gegangen.

lG
 
Oben