Einführung der Gesundheitskarte droht ein Desaster zu werden

throjan

Administrator
Mitarbeiter
Dem CCC wurde ein Dokument zugspielt, das eine interne Kosten-Nutzen-Analyse zur elektronischen Gesundheitskarte enthält. In dem Exemplar deutet sich schon jetzt eine massive Kostenexplosion bei der Einführung der Gesundheitskarte an. Die durchgeführten Berechnungen des Dokuments zeigen sehr wenig Realitätsbezug und lassen einen weiteren prestigeträchtigen Reinfall vermuten.

Eine ausführliche Analyse dazu findet ihr auch in Fefes Blog. Sein Fazit: "das Papier liest sich wie ein einziges Desaster."
 
Habs auch gerade in meinem Postfach gelesen.
Das wird wohl LKW-Maut v2.0 ;)
Aber was erwartet man auch von der Regierung und den Beamten?
Inzwischen habe ich mich ja sogar von Verschwörungstheorien abgewandt, Grund: um eine Verschwörung durchzuziehen braucht man zumindest ein bischen Intelligenz und die ist nirgends im deutschen Regierungsapparat vorhanden scheint es.
Imrahil
 
Also wir haben in Österreich ja auch vor 2 Jahren einen elektronischen Krankenschein eingeführt ... die "E-Card".

Ach, was gab es Ängste im Vornherein...da war die Rede von "gläserner Mensch", von Kostenmonster, unnötig usw....

In Wahrheit ist jetzt alles leichter geworden. Die Daten sind zentral im Gesundheitssystem gespeichert, der Sekretär beim Arzt steckt die Karte in ein Gerät, tippt was und gibt sie wieder her.....alles sehr einfach und praktisch!

Kleine Sache zum Schmunzeln am Ende:

Meine mir zugeschickte E-Card musste ich zurück senden, weil die Datenbank mir den Titel "Diplomierter Tierarzt" zugewiesen hat...xD, seitdem kein Problem...

keine Angst vor Neuerung!
 
Das bestätigt mal wieder diese Aussage:

Eine Regierung , die nichts wert ist, kostet am meisten.

@dutchman - man kann in solchen Sachen Deutschland nicht mit Österreich vergleichen - bei euch funktioniert die LKW Maut auch schon seit Jahren ganz einfach & unkompliziert ohne Probleme ;)
 
Original von dutchman2006
In Wahrheit ist jetzt alles leichter geworden. Die Daten sind zentral im Gesundheitssystem gespeichert, der Sekretär beim Arzt steckt die Karte in ein Gerät, tippt was und gibt sie wieder her.....alles sehr einfach und praktisch!

Ich hab mir euer System mal angesehen.
Ich muss ganz ehrlich sagen: ich halte nichts davon. Ich sehe keine Oeffentliche Kontrollmoeglichkeit der Daten. niemand weiss genau ob nicht doch was abgezweigt wird.

tolle Reden habt ihr sicherlich auch schon gehoert, aber ernsthaft nachpruefen obs stimmt kann jetzt kaum noch einer.

Paypal is auch ganz einfach und ganz praktisch.. aber im hintergrund laeuft ne ganz grosse sauerei
 
niemand weiss genau ob nicht doch was abgezweigt wird.
Genau weiß ich's nicht.
Ein Bekannter von mir hat an der E-Card Datenbank mitgearbeitet und hat gemeint es wird zwar einiges mehr gespeichert als bekannt ist, aber das in erster Linie zu statistischen Zwecken - was meiner Meinung nach zu einer Optimierung des Gesundheitssystems führt.

Außerdem: was wollen sie interessantes von mir speichern, dass sie noch nicht haben?

Bei Krankheitsdaten geb' ich die Daten gerne her und wenn's um Familienstatus, Wohnadresse oder Schulbildung geht fdann hat der Staat meine Daten sowieso schon. selbst wenn ich straffällig geworden wäre, wüsste es der Staat schon und es würde ihm auf der E-Card nichts bringen.

Eine solche Karte ist erst dann gefährlich, wenn man mit ihr nicht nur beim Arzt eincheckt, sondern damit auch ein Konto abrufen, einkaufen gehen, seine Wohnung öffnen, damit seinen Computer starten (Datenübertragung!?) kann und so weiter.

Aber sie ersetzt nur den Krankenschein...
 
@watchMe

Paypal is auch ganz einfach und ganz praktisch.. aber im hintergrund laeuft ne ganz grosse sauerei

Löl, jetzt fällt mir erstmal auf, dass du PayPAL und nicht PayBACK geschrieben hast :D In deinem Satz kann man echt beide als Synonyme lesen, ohne dass sich dabei der Inhalt verändert ;)

@cyberm@ster

Es is doch immer das gleiche:

Das Datenschutzgesetze wird mit Füßen getreten da man mit den erlangten Daten viel Geld verdienen kann z.B. durch Verkauf der Daten an Marktforschungsinstitute (->PayBACK) oder der Staat erpresst die Herausgabe der Daten (->PayPAL) Bsp :rolleyes:

Aber es kommt noch härter. Wer kein Englisch kann.

Google kennt noch mehr ;)

cya 8)
 
Dass Payback (wie auch Amazon, Google und Dutzende andere) zu den großen Datensammlern unserer Zeit des personalisierten Angebots gehört, war mir bekannt. Das kann einen stören oder auch nicht.

Aber das mit Paypal ist mir neu und wenn nur die Hälfte von dem stimmt was man da liest, dann finde ich das sehr erschreckend, da es nicht nur um Datenschutz sondern vielmehr um die Bedrohung von Existenzen geht.
 
Gibt es eigentlich irgendeine Technologie, über die der CCC sich nicht unnötig aufregt? Kaum kommt etwas neues, schreien die Leute vom CCC auf, anstatt mal über den Tellerrand zu schauen. :rolleyes:
Wie man in einigen anderen Ländern sehen kann, kann die Gesundheitskarte durchaus sinnvoll und nutzbringend eingesetzt werden. Solche Analysen sind nunmal dazu da, dass etwaige Schwachstellen im Voraus erkannt werden, so dass man dem entgegen wirken kann. Anstatt mal zu sagen "dort und dort wurden Probleme aufgedeckt, warten wir ab, ob dagegen etwas unternommen wird", macht man lieber gleich eine Hetzschrift gegen die Gesundheitskarte fertig. Auf ähnliche Weise haben die Nazis auch mal agiert. (Jaja, regt euch ruhig auf, dass ich den CCC mit den Nazis vergleiche, aber die haben auch mal so angefangen... alles was Gevatter Staat macht wird schlecht gemacht und das meist ohne jede Grundlage, hauptsache Gevatter Staat ist schuld.)
Dieser Verein wird mir immer unsympathischer. Schlimm genug, dass man denen mittlerweile Dokumente "zuspielen" muss. Früher hätten sich die Leute vom CCC solche Dokumente selbst besorgt und den Mumm gehabt das auch zuzugeben. Aber dass sie dann solche zugespielten Dokumente nichtmal richtig interpretieren können, ist in meinen Augen absolut erbärmlich.

Verpflichtende Anwendungen: Versichertenstammdaten, europäische Krankenversichertenkarte
EHIC und eVerordnung (alle Einführung im Jahr 1)
Das ist lediglich eine Erweiterung der derzeitigen Kassenkarte mit genau den gleichen Daten, nur halt in einiger Zeit dann in der ganzen EU gültig.

Zu betrachtender Zeitraum für die Kalkulation der Kosten und des Nutzens: 5 und 10 Jahre
Dass durch die Einführung erstmal Kosten entstehen ist ja normal, was aber nicht sagt, dass diese Kosten sich nicht nach einiger Zeit einpendeln.
Man schaue sich ausserdem mal den Graph auf Seite 18 an. Ab dem dritten Jahr steigt die Kurve kontinuierlich. Und geht man weiter zum Graph auf Seite 24, sieht man nach 6 Jahren eindeutig einen positiven Kosten-Nutzen-Trend.

Bei der Analyse der kumulierten Salden in der 10-Jahres-Perspektive wird deutlich, dass die
Gesamtrechnung erst zwischen Jahr 8 und 9 im Erwartungswert positive Werte einnimmt - allerdings
wird durch den starken Anstieg das große Potenzial verdeutlicht, das unter Optimalbedingungen
(Maximalwerte) erwartet wird.
Vielleicht sollten die Herren vom CCC ein Dokument mal lesen, bevor sie sich daraus ein Urteil bilden. Mit ein wenig Optimierung des Konzept lässt sich sicherlich da noch einiges mehr in Richtung Optimum rausholen und genau für sowas sind solche Analysen ja nunmal da.

Die Kosten-Nutzenbetrachtung der 10-Jahres-Perspektive ergibt aus Anwendungssicht auf-
grund der Einführung der freiwilligen Anwendungen im Zeitraum zwischen 5 und 10 Jahren ein
wesentlich verändertes Bild gegenüber der 5-Jahres-Perspektive. Die Summe aus Investitions-
und Betriebskosten für Infrastruktur und Anwendungen wächst in 10 Jahren auf ca. 4,5 Mrd. Eu-
ro (TI) und 9 Mrd. Euro (Anwendungen) an. Der Nutzen steigt ebenfalls und übertrifft in diesem
Szenario in der Summe die Kosten mit einem Überschuss von ca. 500 Millionen Euro. So kom-
men zu den Anwendungen AMTS und VSD noch zusätzlich die elektronische Patientenakte und
der elektronische Arztbrief als wichtige neue Nutzenträger hinzu.
Wie bereits gesagt... die wenigsten Produkte rentieren sich direkt bei der Einführung, sondern wie hier auch geschrieben, erst nach einigen Jahren.

Und so könnte man das Dokument noch weiter auseinandernehmen, aber das würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Daher... lest einfach mal selbst was da steht. Man sollte nicht allen grossen Parolen gleich hinterher rennen, sondern diese evtl. auch mal hinterfragen. Damit hat der CCC jedenfalls wieder einmal gezeigt, dass sie nicht besser sind als die Bild-Zeitung, reine Meinungsmacher für Leute, die gern Parolen und grossen Sprüchen hinterher rennen und die was brauchen worüber sie sich aufregen können.

Also warten wir lieber ab, ob Vater Staat daraus seine Konsequenzen zieht und die Empfehlungen einhält, die in diesem Dokument angegeben werden.

Und wegen öffentlichen Kontrollmöglichkeiten... Es gibt sooo vieles, wo die Öffentlichkeit kaum oder garkeine Kontrollmöglichkeiten hat und darüber regt sich niemand auf. Jetzt ruft aber der "grosse CCC" zu den Waffen und alle laufen kopflos hinterher. Wer weiss denn heutzutage wohin die Gelder der Krankenversicherungen fliessen und was die an Daten sammeln? Wer weiss denn, wo wieviele Steuergelder eingesetzt werden? Das sind einfach Datenmengen, bei denen eh nur Experten noch durchblicken, warum sollte man also öffentliche Kontrollmöglichkeiten bieten? 99% der Öffentlichkeit können damit doch eh nichts anfangen. Wer sowas kontrollieren will, soll halt Politiker werden und sein Leben der Kontrolle dieser Daten widmen, denn bei dieser Datenmenge ist das nunmal eine Lebensaufgabe.
 
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