Und auch im "Unterbau" des Systems, dem Kernel, liesse sich einiges ohne grossen Aufwand verbessern. Das größte Problem, das ich derzeit beim Linux-Kernel sehe, ist seine sinkende Sicherheit. Je mehr Treiber hinzu kommen, umso mehr potentielle Lücken bietet das System. Und da alle Distributoren den Kernel als ein Paket ausliefern (oder höchstens 2-3 um kommerzielle Module abzutrennen), schleppt jedes Linux-System diese Unmengen an potentiellen Sicherheitslücken mit sich rum. Worin das endet, konnte man beim wunderbar_emporium sehen, der Sicherheitslücken in Netzwerkprotokoll-Treibern ausgenutzt hat, die kaum noch irgendwo eingesetzt werden, aber auf fast jedem System vorhanden sind. Eine mögliche Lösung wäre, veraltete Technologien und Treiber aus dem Kernel-Paket auszulagern und in extra Pakete zu packen. Wer diese noch benötigt, kann sie dann einfach nachinstallieren. Man könnte sogar soweit gehen, dass man jeden einzelnen Treiber in ein extra Paket packt. Die Installer laden ja eh die Module, also könnten sie auch einfach die notwendigen Pakete installieren. Dass man bei einem Hardware-Wechsel dann mal ein Paket nachinstallieren muss, dürfte wohl kaum das Problem sein. Für die Systemsicherheit würde das aber bedeuten, dass nur die Module auf dem Rechner vorhanden sind, die tatsächlich eingesetzt werden. Damit würden fast 2000! potentielle Lücken wegfallen (der Linux-Kernel in Version 2.6.18 auf einem Debian hat 1755 Module dabei und es werden von Version zu Version mehr) und Linux-Rechner könnten tatsächlich mal wieder als sicher gelten. Denn nur weil ein LKM nicht geladen ist, heisst das ja nicht, dass eine Lücke darin nicht genutzt werden kann. Auch dies konnte man beim wunderbar_emporium recht gut sehen, das einfach die entsprechenden Module geladen hat, indem es entsprechende Funktionalitäten im System angesprochen hat, die diese Module bedingten, so dass sie geladen wurden.