Multi-Milliardäre spenden Multi-Milliarden

War es zu Jesus Christus Zeiten einfach durchs Leben zu kommen?
War es im Mittelalter leicht zum Adel zu gehören?
Haben unsere Großeltern weniger durchgemacht als wir erleben werden?

Seit Anbeginn der Menschheit gehörten die Meisten zum "einfachen Fußvolk" und es gab nur Wenige, die die Macht inne hatten. Und ich würde mal behaupten, es war schon immer nur ein verschwindend geringer Prozentsatz an Leuten, die den Aufstieg geschafft haben.
Die meisten Menschen mussten schon immer kämpfen um durchs Leben zu kommen und viele werden es nicht schaffen. Leider haben nur Wenige die nötige Anpassungsfähigkeit und Flexibilität um überhaupt eine Chance auf ein besseres Leben zu haben.
Jedoch gab und gibt es diese Chance zu jeder Zeit. Allerdings nur für die Menschen mit den richtigen Voraussetzungen (z.B. Intelligenz, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Mut und auch z.B. der Stand in dem man geboren ist, usw). Manche Vorraussetzungen haben sich geändert und viele sind gleich geblieben.
Natürlich kann man diese minimale Chance nun als Illusion abstempeln, weil sich einige Voraussetzungen zum Negativen verschoben haben, aber man sollte nicht vergessen, dass dies vom jeweiligen Blickwinkel und Standpunkt abhängt.
Im Laufe der Menschheit gab es mit Sicherheit viele Vorraussetzungen, die aus unserer heutigen Sicht barbarisch und kontraproduktiv für die Entwicklung der Menschheit waren (z.B. im Mittelalter). Aber denoch waren sie existent und haben unsere heutige Welt mit geprägt.
Ob die heutigen Vorraussetzungen nun schwerer oder einfacher, besser oder schlechter für das Wohl der Menschheit waren, müssen die Generationen nach uns beurteilen, da wir dafür eigentlich zu befangen sind.

Ich habe diese Dinge früher ähnlich düster wie bitmuncher gesehen. Doch nach einigen Jahren haben mich diese Gedanken aufgefressen und die meisten Gedankengänge endeten mit "Wie können die Menschen nur so ignorant und dumm sein?". Auf diese Frage habe höchstens in der Evolutionsbiologie und in manchen buddhistischen Lehren eine Antwort gefunden.
Irgendwann musste ich feststellen, dass manche Dinge einfach so sind wie sie sind, weil sie nunmal in unserer Natur liegen und die sich nicht mal schnell in einigen wenigen Jahrhunderten ändern lässt. Sondern dass dies ein sehr sehr langer Entwicklungsprozess ist und ein paar Jahrzehnte (viel mehr ist nicht im aktuellen Bewusstsein der Bevölkerung) der Unterdrückung und Ausbeutung und vielleicht mal eine Revolution irgendwo dies nur wenig verändert.
Was mir persönlich etwas Ruhe verschafft hat, war die Erkenntnis, dies als Teil eines Ganzes zu sehen. Denn auch wenn wir vielleicht wieder einen Rückschritt machen, kann dies für unsere weitere gesellschaftliche Entwicklung einen Fortschritt bedeutet. Solange wir irgendwann aus unseren Fehlern lernen. Und solange nur so wenige begriffen haben, dass es so nicht auf Dauer funktionieren kann, wird dieser Lernprozess weitergehen.

Ich will damit nun nicht jegliche soziale Verantwortung von uns weisen. Menschen, die aktiv versuchen die Welt zu verändern und Andere aufzuwecken sind für die weitere Entwicklung absolut notwendig. Aber man sollte sich dadurch auch nicht verrückt machen und nur im Rahmen seiner Möglichkeiten handeln (Öko-Terrorismus oder manche Tieraktivisten halte ich z.B. für übertrieben, auch wenn ich sie verstehe).
 
@Dresko: Früher war eindeutig klar: Wer nicht im richtigen Stand geboren ist, wird nicht zu den Reichen gehören. Heutzutage ist das lediglich minimal anders und trotzdem glauben mehr als die Hälfte der Mittelschicht, dass sie in Zukunft auch zur Oberschicht gehören werden, völlig wider den tatsächlichen Gegebenheiten. Wenn das keine Illusion ist, was dann?

Ausserdem denke ich, dass im Zeitalter der Globalisierung ein Umdenken der Menschen notwendig ist, weg von diesem "das sind die Reichen, und das sind die Armen" hin zu einem "alle Menschen sollten die gleichen Chancen, Möglichkeiten und Rechte haben", weil ich sonst die Gefahr sehe, dass die Globalisierung zu einer globalen Diktatur wird, wie sie im alten Rom existierte und von Hitler geplant war. Die Tendenzen dazu sind schon jetzt zu sehen. Wir bekommen z.B. Gesetze, auf deren Entstehung wir als Volk keinen Einfluss haben. Wer in Deutschland durfte über die EU-Verfassung abstimmen? Wer im Volk wurde gefragt ob die Befugnisse von Geheimdiensten und Polizei erweitert werden sollen? Es sind Dinge, die uns von einer "Überregierung" vorgeschrieben werden und gegen die wir rechtlich kaum etwas unternehmen können, da sie auf einer Ebene entschieden werden, auf die wir keinen demokratischen Einfluss nehmen können. Wir können sie nicht einmal in der Bundesrepublik anfechten, da diese sich nunmal an die Vorgaben der EU halten muss. Deswegen wurde die Vorratsdatenspeicherung z.B. nicht abgeschafft sondern lediglich ausgesetzt, damit sie überarbeitet werden kann. Wir können aber schon jetzt davon ausgehen, dass sich nur minimal daran etwas ändern wird, denn die EU schreibt diese Vorratsdatenspeicherung nunmal vor. Und das ist nur eines von vielen Beispielen, wo klar wird, dass wir uns auf ein System hin bewegen, in dem Demokratie höchstens noch eine hohle Phrase aber keineswegs mehr Realität ist.
 
@Bitmuncher: Zu allen von dir genannten Themen gibt es unterschiedliche Meinungen. So gibt es zum Beispiel durchaus auch Experten, die sagen, durch Hartz 4 wurde das Auseinanderklaffen von Arm und Reich wenigsten verlangsamt (gerade heute war wieder ein solches Interview in der Frankfurter Rundschau). Die globale Erwärmung wird von manchen bestritten, anderen vertreten. Erwähnenswert ist hier wohl nur, dass es neben CO2 auch andere Gase gibt, die den Treibhauseffekt verstärken. Dass die Militärexperten sich geirrt haben ist wohl nicht zu bestreiten, doch die Dynamik eines Krieges ist auch eigentlich nicht vorhersagbar, somit sind alle Militärexperten doch eher Wahrsager. Auch dein Schrumpfen der Mittelschicht lässt sich je nach Statistik und Studie belegen oder widerlegen.

Und es ist gut, dass es diese unterschiedlichen Auffassungen gibt, denn davon lebt die Demokratie. Interessant ist auch, dass du fragst, ob das Volk zum EU-Vertrag oder der Ausweitung von Polizeirechten gefragt wurde. Für mich lautet die Antwort eindeutig ja. In beiden Fällen waren die Positionen der Parteien vor den entsprechenden Wahlen bekannt. Und die Leute haben so gewählt, wie sie gewählt haben. Es gibt schließlich durchaus Parteien wie die Grünen, die strikt gegen die Ausweitung der Polizeirechte waren oder die Linken, die gegen den EU-Vertrag waren.

Die Leute beschweren sich zwar immer über den Demokratiemangel, doch niemand will Verantwortung für den Ausgang der Wahlen übernehmen.
 
@ bitmuncher:
Ich geb dir bei den meisten Dingen vollkommen Recht und finde deinen Einsatz auch beeindruckend. Aber ich persönlich habe zu den globalen Geschehnissen, Abläufe und Strukturen mittlerweile eine etwas andere Einstellung. Ich glaube, diese Prozesse sind absolut notwendig und sollten nicht gestoppt werden. Nur so können wir nachhaltig daraus lernen.

Man könnte es vielleicht etwas mit der Erziehung eines Kindes vergleichen.
Auf der einen Seite muss das Kind Fehler machen um daraus zu lernen, auf der anderen Seite will man es eigentlich vor Schmerzen und drohenden Gefahren schützen. Dies im Einzelfall abzuwägen fällt manchmal schwer.

Scheinbar stehen wir da auf unterschiedlichen Positionen. Du willst uns beschützen, da du glaubst die Konsequenzen wären zu verheerend. Ich denke, wir müssen die Konsequenzen für unsere Ignoranz erfahren um sie nachhaltig auszumerzen (auch wenn dies für viele Menschen sehr böse enden wird).
Diese globalen Strukturen und Prozesse existieren doch nur, weil wir sie zulassen. Es muss sich also die Denkweise von einem Großteil der Bevölkerung ändern. Aber dies wird meiner Meinung nach nicht ohne einen kräftigen Knall passieren, bei dem auch der Letzte aufwacht. Ob es dann zu spät für uns ist oder nicht, wird unsere Anpassungsfähigkeit zeigen. Um die Natur selbst mach ich mir da eher weniger Gedanken, die hat alle Zeit der Welt um sich von uns und unseren Eskapaden zu erholen.

Ich sehe das halt mittlerweile alles mit etwas mehr Abstand und versuche zu differenzieren. Daher versuche ich, genau wie du (nur nicht mehr ganz so enthusiastisch), auf das Hier und Jetzt positiv einzuwirken. Zum anderen weiß ich, dass dies so weitergehen wird und auch so weitergehen muss. Dies mag etwas schizophren klingen, aber ich glaube, dass absolut alles positive wie negative Aspekte hat. Und die sollten sich im Gleichgewicht halten.
 
Also ich habe mir den Film mal angeschaut, den du empfohlen hast, Bitmuncher. Zwar ist er in sich recht schlüssig, doch auch sehr populistisch: "Die Regierung sicherte die Rechte des Einzelnen, Niemand konnte zu etwas gezwungen werden.". Und das alles ändert sich dann plötzlich mit der Einführung des Geldes? Finde ich persönlich sehr übertrieben.

Und dass sich der Film tatsächlich gegen Kredite an sich ausspricht ist ja auch eher fraglich.

Edit: Ich habe den Film jetzt fertig geschaut. Er erklärt zwar einen Teil der Fakten schlüssig, doch lässt er einige Aspekte außen vor und ist vor allem sehr populistisch und hetzerisch. Teilweise werden die Tatsachen sogar verdreht. z.B. gab es Parteien bereits vor Fugger, der ja bekanntlich die Kredite erfand.
 
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Edit: Ich habe den Film jetzt fertig geschaut. Er erklärt zwar einen Teil der Fakten schlüssig, doch lässt er einige Aspekte außen vor und ist vor allem sehr populistisch und hetzerisch. Teilweise werden die Tatsachen sogar verdreht. z.B. gab es Parteien bereits vor Fugger, der ja bekanntlich die Kredite erfand.

Die Fugger haben die Kredite erfunden? Wusste gar nicht, dass die vor dem Templerorden existiert haben. ;) Die Frage ist nur, ob man Kredite auch gleichzeitig mit Zinsen verbindet und dagegen spricht sich der Film aus. Davon abgesehen gab es verzinste Kredite bereits bei den alten Sumerern, nur dass sie dort in Form von Weizen verrechnet wurden, einer Währung, die im Vergleich zur heutigen wenigstens eine Verfallszeit hatte und damit stabil blieb, da eine Wertschöpfung aus dem Nichts nicht möglich war. Hat zugegebenermaßen aber vermutlich auch zum Untergang dieser Zivilisation beigetragen.

Und natürlich lässt der Film viele Aspekte aussen vor. Das heutige Finanzsystem ist so komplex, dass selbst Ökonomen da kaum noch durchblicken. Er erläutert aber die Grundlagen des ganzen und vor allem die Absurdität der Wertschöpfung aus dem Nichts auf eine recht verständliche Weise. Würde man auf alle Aspekte der Finanzwelt eingehen wollen, müsste man vermutlich einen 24h-Film machen.

@Dresko: Interessante Sichtweise. Danke. :)
 
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