Hallo,
also meine Gründe warum ich froh bin, einen Bachelor zu machen:
Zum einen ist das Studium zum Diplom, zumindestens bei uns an der Uni, nicht anders. Mein ehemaliger Mitbewohner hat Informatik auf Diplom studiert. Er musste genauso die gleichen Module und Prüfungen belegen wie ich. Die Bachelorarbeit war im Diplomstudiengang genauso vorhanden, nannte sich nur etwas.
Klar war er etwas freier zu entscheiden wann er ein Modul hören möchte, also nun im 5. Semester oder doch erst im 9. Semester?
Aber:
Ich habe während des Studiums hier an der Uni gemerkt, als auch während meines Auslandsstudium, wie mich doch unheimlich zwei Forschungsbereiche (IT-Sicherheit, Kryptologie und Künstliche Intelligenz) interessieren, die hier so nicht angeboten werden. Es gibt zwar ganz grundlegende Vorlesungen in dem Bereich, da aber keine Forschungsgruppe vorhanden, ist keine Spezialisierung in dem Bereich möglich.
Dank des Bachelor-Master-Systems kann ich aber so das Grundstudium hier abschließen und mich dann im Master auf einen der genannten Bereiche wirklich spezialisieren und vertiefen.
Dort werde ich mir dann eine Uni mit entsprechenden Forschungsschwerpunkt suchen, die im Master-Studiengang eine entsprechende Vertiefung zulässt.
Hätte ich auf Diplom studiert, wären meine Möglichkeiten gewesen, entweder die Uni zu wechseln, was sehr schwierig ist mit der Anrechnung der bisher erbrachten Leistungen, oder aber ich hätte einen der angebotenen Schwerpunkte, die mich nicht so recht überzeugen, wählen müssen. Und optimal ist es ja auch nicht, wenn man einen Schwerpunkt wählt und studiert, nur weil man keine andere Wahl hatte.
Vor dem Studium konnte ich dieses noch überhaupt nicht einschätzen und mein angedachter Schwerpunkt im Studium hat sich seit dem Abitur doch grundlegend geändert.
Deswegen bin ich froh, im Bachelor-Studium das Grundwerkzeug zu erhalten und ich dann im Master die Möglichkeit zu habe, mir wirklich einen passenden Studiengang zu suchen, der mir meinen angedachten Schwerpunkt auch erlaubt zu studieren.
Dies ist im Diplom so nicht wirklich möglich. Und vor dem Studium kann man eigentlich nur sehr schwer beurteilen, was und wohin man wirklich möchte, was einen Interessiert und was nicht, und wie man sich das Studium so im Allgemeinen vorstellt.
dieser ekliger leistungsdruck stinkt auch gewaltig.
Ich hab keine Probleme damit, Leistungen zu bringen
Und Unsicherheit darüber, ob man einen masterplatz kriegt machen einem das leben auch nicht einfacher.
Da muss man sich eigentlich kaum Sorgen machen. Hier an der Uni wird jeder im Informatik-Master aufgenommen (sofern vorher den Bachelor hier gemacht). Bei zu schlechten Noten, muss man einen Sonderantrag stellen und es entsprechend begründen.
Ich finde die Idee aber von speziellen Master-Studiengängen, die sich z.B. nur an die besten 10% oder 25% richten nicht verkehrt.
Dies habe ich an meiner Uni in den USA erlebt (weltweit eine der Top-Universitäten in Informatik) im Master und Doktorandenbereich. Dort merkt man wirklich, wie die Studenten weltweit zu den Besten gehören und das Potenzial sich gegenseitig potenziert. Gruppenarbeiten haben dort eine ganz andere Klasse und ein ganz anderes Niveau, wenn wirklich jeder in der Gruppe total motiviert und engagiert ist, und das notwendige Wissen mitbringt.
Selber merke ich es hier im Studiengang, was für krasse Unterschiede es gibt. Es gibt eben wirklich einige sehr gute Studenten, die auch entsprechend engagiert sind. Mit denen zusammen zu arbeiten macht Spaß und beflügelt die eigene Kreativität.
Aber dann gibt es auch viele, weniger motivierte & engagierte Studenten, oft mit mangelndem Fachwissen, die einfach nur bremsen.
Und wie man es aus der (menschlichen) Gruppentheorie kennt: Exzellenz geht in der Gruppe unter. Stattdessen ist das Ergebnis der Durchschnitt der Gruppenmitglieder.
Wenn aber jeder im Studiengang hoch motiviert ist und umfangreiches Wissen und Können mitbringt...
Und ich merke es jeden Tag wieder, wie der Unterschied ist wenn man mit insbesondere sehr motivierten Personen zusammenarbeitet oder eben nicht.