[TdW 166] Clinton vs. Trump: Wer wird Präsident?

Tarantoga

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Diesmal blickt das TdW wieder über den großen Teich und beschäftigt sich mit dem Präsidentenwahlkampf in God's own country. Nachdem sich der Pulverdampf des Vorwahlkampfes verzogen hat, stehen jetzt die beiden Kandidaten fest & der eigentliche Wahlkampf kann beginnen - und dieses Mal droht der Wahlkampf richtig hässlich zu werden.
Das liegt zu einem großen Teil natürlich an Donald Trump, dem Kandidaten der Republikaner, der exzentrische Milliardär erscheint selbst nach besonders niedrigen Maßstäben für Populisten planlos zu sein und Politik mit rhetorischen Rundumschlägen zu verwechseln. Im Wahlkampf waren US-Politiker noch nie zimperlich, aber Trump setzt ganz neue Maßstäbe und hat es bereits im Vorwahlkampf geschafft Latinos, Schwarze, Mexikaner, Frauen, Journalisten, seine Gegenkandidaten, Parteifreunde und natürlich Hilary Clinton zu beleidigen & zu verunglimpfen. Auffällig ist mit welcher Härte die republikanischen Kandidaten übereinander hergefallen sind - da wurde gespottet, beleidigt und verleumdet. Sachliche Argumente wurden selbst in den sogenannten Debatten kaum vorgebracht, stattdessen versuchten sich die Kandidaten immer schriller, lauter und härter in den Mittelpunkt zu spielen. Und Donald Trump hat die Kandidaten dabei regelrecht vor sich hergetrieben, Beobachter sprachen - halb fasziniert, halb schockiert - von der Trump-Show, die den Wahlkampf der Republikaner zu einem clownesken Zirkus degradierte. Allerdings würde man es sich zu einfach machen, wenn man die Schuld allein bei Trump suchen würde: Schon seit Jahren haben sich Teile der Republikaner immer mehr radikalisiert und von der Kultur seriöser Politik verabschiedet. Im Schatten von George W. Bush & seinen Unterstützern von der religiösen Rechten, erstarkte die sogenannte Tea-Party-Bewegung, die ganz auf Populismus, Propaganda und Lügen setzte - geradezu gebetsmühlenartig haben die Vertreter der Tea-Party-Bewegung und die mit ihnen assoziierten Medien, z. B. die Lügen über Obamas Herkunft (kein Amerikaner) und seine Religion (Muslim) wiederholt. Erst in dieser politischen (Un)Kultur konnte ein Mann wie Trump mit seiner inhaltslosen Ego-Show und populistischen Parolen zum Top-Kandidaten aufsteigen. Trotzdem konnte sich noch vor kurzem kaum ein Beobachter (mich selbst eingeschlossen) vorstellen das Trump sich tatsächlich durchsetzen würde - aber jetzt steht er als Kandidat der Republikaner fest...:rolleyes:
Doch auch bei den Demokraten ist nicht alles Gold was glänzt: Hillary hatte unerwartet große Mühe sich gegen den "linken" Bernie Sanders durchzusetzen und nicht erst seit den durch WikiLeaks veröffentlichten E-Mails, die zeigen das die Parteiführung alles andere als neutral war, lehnen viele ehemalige Sanders-Unterstützer Hillary kategorisch als Kandidatin ab. Dazu kommt die E-Mail Affäre, für die Trump-Anhänger Hillary am liebsten im Gefängnis sehen würden, und der Umstand das Hilllary nicht für einen Neu-Anfang, sondern für das alte System steht - für das System das viele wütende Globalisierungsverlierer als Schuld am Niedergang der USA sehen.
Vor diesem Hintergrund stellt das TdW also heute die Frage: Clinton vs. Trump - Wer wird Präsident? Und was kommt nach der Wahl auf die Welt zu?
 

Chromatin

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So wie Trump sich aktuell verhält, geht dieser Kelch vielleicht an uns allen vorüber ;)
 

SchwarzeBeere

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Zwei Aspekte:
- Prasidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten – Wikipedia - Nicht das Volk entscheidet, sondern die Wahlfrauen und Wahlmänner. Diese richtigen sich zwar nach dem Volk (siehe z.B. in der Vergangenheit hier (Umfragen) bzw. hier (Ergebnis)), sind aber juristisch nicht daran gebunden. Bei Trump könnte ich mir durchaus ein paar unfaire Spielchen hier vorstellen, gerade bei den Staaten mit vielen Wahlmännern und Frauen, die historisch nicht einer Party zuordbar sind, z.B. Florida. Hier dürften wir noch einiges erwarten.
- Nationwide opinion polling for the United States presidential election, 216 - Wikipedia, the free encyclopedia - Die Volatilität (+-5%) in den letzten Monaten war relativ hoch. So lag Trump vor einer Woche noch in Führung. Der Trend ist inzwischen bei beiden auch fallend, was sich wiederum auch negativ auf das Wahlsystem auswirken könnte (Höhere Volatilität ~ Geringere Bedeutung der Volksmeinung bei Wahlfrauen und -männern). Diejenigen, die aktuell noch als "Others/Undecided" betitelt werden, sind im amerikanischen Wahlsystem das Züglein an der Waage - siehe dazu auch meinen erstgenannten Aspekt.

D.h. meiner Ansicht nach lässt sich die Entscheidung frühestens im September voraussagen, eher noch um Oktober. Eine Aussage auf Basis der heutigen Daten ist schlicht Spekulation.
 
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end4win

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Eigentlich muss man sich doch eingestehen, dass es eigentlich egal ist wer gewinnt.
Die Amtszeit von Obama hat gezeigt, dass auch amerikanische Präsidenten machtlos
gegenüber den globalen Problemen und viel zu abhängig von der Wirtschaft sind.
Der Unterschied zwischen den Beiden ist doch lediglich, dass Trump die Probleme
nennt, allerdings dann die falschen Schlüsse daraus zieht. Wie zum Beispiel bei den Atomwaffen,
wenn keiner sie einsetzen will wäre der richtige Weg sie abzuschaffen und nicht
in regionalen Konflikten mit einem Einsatz zu drohen.
Hillary hingegen leugnet hingegen die Probleme unserer globalen Welt, derer sich alle
bewusst sind doch niemand ist bereit oder mächtig genug, notwendige langfristige
Lösungen durchzusetzen oder auch nur anzustoßen. Sie würden ja den eigenen
Lebensstandard betreffen.

Prinzipiell steht Amerika vor dem Dilemma wie der ganze Rest der Welt. Die Vernunft
ist nicht mehrheitsfähig, also wählt man wieder besseren Wissens den Stillstand
in der Hoffnung den Zusammenbruch nicht mehr miterleben zu müssen oder eben
denjenigen der Veränderungen verspricht und eventuell den Zusammenbruch durch seine Dummheit einläutet,
in der Hoffnung am Ende vielleicht bei den Gewinnern der neuen Ordnung zu stehen.
Ähnlichkeiten zu AfD, Erdokan, Orban, IS ..... sind nicht rein zufällig.

Gruß
 

Chromatin

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@End4win

Die USA haben immer noch viel Macht und könnten praktisch etwas bewegen, etwa in der Umwelt- und Sanktionspolitik. Unter Schnitt wäre es besser mit den USA für irgendwas (Richtiges!) zu als ohne sie.

Trump könnte de-facto eine weitere Destabilisierung des nahen Ostens bedeuten, was den Kontinent nochmal ein Jahrhundert zurückwirft. Ich spreche nicht von Demokratie, sondern von "gerechten" Systemen und die Möglichkeiten halbwegs selbstbestimmter Lebenswege - ohne staatliche Willkür.
 

@night@

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Vote 4 Trump: Er ist gegen TTIP :D

Mal eher indirekt zum Thema: Ob Trump oder Hillary Präsident wird, ist für uns glaub ich weniger bedeutend als meist angenommen. Obama hat ja trotz Friedensnobelpreis außenpolitisch etwa ähnlich gehandelt, wie Bush es getan hätte. Ich vermute sowieso, dass die geostrategischen Taktiken von Leuten in Ministerien entworfen und ausgeführt werden - völlig unabhängig davon wer jetzt Präsident ist. Innenpolitisch kann ich mir hingegen dann doch Unterschiede vorstellen. Aber im Großen und Ganzen wird sich glaub ich nicht viel ändern, in jedem Fall wird ein Wasp durch den anderen abgelöst.
 

Tarantoga

Moderator
Vote 4 Trump: Er ist gegen TTIP :D
Das ist Hillary auch. Genau wie in Europa betrachtet eine wachsende Zahl von Bürgern in den USA die diversen Freihandelsabkommen zunehmend skeptisch und Politiker im Wahlkampf sind in der Regel sehr sensibel für Stimmungen der Wähler - aber ich denke nach der Wahl würden sowohl Trump als auch Clinton durch die Wirtschaftslobbyisten schnell wieder auf Linie gebracht...

Aber im Großen und Ganzen wird sich glaub ich nicht viel ändern, in jedem Fall wird ein Wasp durch den anderen abgelöst.
Du weißt wofür das W in WASP steht? Man kann Obama ja viel vorwerfen, aber nicht das er weiß ist...;)

Prinzipiell neige ich allerdings auch zu der Hoffnung das selbst ein Präsident Trump nicht allzuviel Schaden anrichten kann, da auch der Präsident letztendlich Teil eines komplexen, bürokratischen Systems ist und nicht nach Lust und Laune schalten und walten kann.
Allerdings ist der Präsident auch der oberste Diplomat und ein nicht unerheblicher Teil der Aufgaben eines Staatschefs ist der Dialog mit anderen Staatschefs. Außenpolitisch könnte Trump tatsächlich eine Menge Porzellan zerschlagen und das in einer Zeit, in der die Lage wirtschaftlich und politisch ohnehin angespannt ist.
Ich bin bestimmt kein Hillary-Fan (spätestens seit ihrer Lügengeschichte wie sie in Bosnien angeblich unter Beschuss geraten war, ist sie bei mir unten durch), aber der Gedanke das ein respektloser Grobian und Schaumschläger wie Trump der nächste US-Präsident werden könnte, lässt mich Hillary die Daumen drücken.

Wie würde die Welt wohl in zehn Jahren aussehen, wenn die Trumps, LePens, Wilders, Hofers und Höckes den Kurs bestimmen dürften?
 

SchwarzeBeere

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Obama hat ja trotz Friedensnobelpreis außenpolitisch etwa ähnlich gehandelt, wie Bush es getan hätte.
Huch? Obama pflegte im Hinblick auf den Nahen Osten eine komplett andere Vor- und Umgangsweise, als noch Bush in den Jahren vor Obama. Abzug aus selbstverschuldeten Kriegs- und Krisengebieten, Fortführung der Iran-Verhandlungen, offene Kritik an Israel. Und auch in Richtung Asien wurden in den letzten 8 Jahren andere Signale gesendet, als noch zu Bushs Zeiten. Genauso zu Europa, der die USA unter Obama deutlich weniger Beachtung geschenkt hat, als noch zu Bushs Zeiten.

Was wird sich ändern? Wird es wirklich dazu kommen, dass Trump Präsident wird, so ist die Frage relativ offen. Trump gilt insgesamt als beratungsresistent, sein Team besteht maßgeblich aus reichen, weißen, männlichen Wirtschaftsvertretern und die Republikaner haben sich nicht selten gegen ihn gestellt, sodass ihm ihre Meinung herzlich egal sein kann. Dazu vertritt Trump viele Meinungen, interessanterweise sowohl rechte, als auch linke. Er ist nicht per se konservativ, was uns eigentlich über die personelle Situation bei der Republikanern nachdenken lassen sollte. Sein Fähnchen richtet er hauptsächlich an den eigenen Machtbestrebungen aus. Schafft er es, einen Großteil der Republikaner auf Kurs zu bringen, dann sind große Veränderungen möglich, da sie dann sowohl den Präsidenten, als auch die Mehrheit im Senat stellen würden.

Über Clinton kann man wenig sagen. Sie wirkt gesichtslos, ja geradezu anonym. Die Unterstellung, dass Inhalte vor der Wahl andere seien, als Nach der Wahl, trifft auf sie deutlich mehr zu, als auf Trump oder Trumps linkes Gegenstück Bernie Sanders. Einen Vorteil hat Clinton aber gegenüber Trump, und da komme ich wieder auf meinen ersten Absatz zurück: Sie hat Erfahrung, kennt diplomatische Umgangsformen, weiß, was für Schaden sie mit ein paar falschen Aussagen anrichten kann. Das macht sie imho zu einer besseren Wahl für das Amt eines der mächtigsten Länder der Welt, als jemanden, der erst trampelt, dann bellt und hinterrücks dann alles wieder gerade zu ziehen versucht.
 
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@night@

Stammuser
Tarantoga hat gesagt.:
Du weißt wofür das W in WASP steht? Man kann Obama ja viel vorwerfen, aber nicht das er weiß ist...;)
Ja, an sich schon. Ich wollte damit eigentlich nur provokant darstellen, dass ich ihn z.B. aufgrund seines Lebenslaufes (Law-Studium bei Harvard, etc.) (bis auf natürlich seine Eltern) irgendwie in die WASP-Kategroie einordnen würde. Ich hatte dazu mal einen interessanten Zeitungsartikel bei der Zeit gelesen, den ich jetzt nicht mehr finde. Vielleicht war ich dort auch zu unkritisch.

SchwarzeBeere hat gesagt.:
Huch? Obama pflegte im Hinblick auf den Nahen Osten eine komplett andere Vor- und Umgangsweise, als noch Bush in den Jahren vor Obama. Abzug aus selbstverschuldeten Kriegs- und Krisengebieten, Fortführung der Iran-Verhandlungen, offene Kritik an Israel. Und auch in Richtung Asien wurden in den letzten 8 Jahren andere Signale gesendet, als noch zu Bushs Zeiten. Genauso zu Europa, der die USA unter Obama deutlich weniger Beachtung geschenkt hat, als noch zu Bushs Zeiten.
Irgendwie fällt es mir jetzt aufgrund meines Stolzes schwer diese Kritik als treffend anzunehmen, aber leider ist sie es :D

Trotzdem möchte ich darauf mal etwas genauer eingehen:
SchwarzeBeere hat gesagt.:
Und auch in Richtung Asien wurden in den letzten 8 Jahren andere Signale gesendet, als noch zu Bushs Zeiten.
Welche denn? Die Verlagerung von Truppen in Richtung Pazifik und Südostasien hätte ich auch Bush zugetraut.

Es stellt sich jedoch auch die Frage, ob dieser Umschwung in der Politik nicht ohnehin nötig war und ob er wirklich aus den unterschiedlichen Ansichten Obamas resultiert oder nicht doch aus einer veränderten Situation der USA in der Weltpolitik. Die USA kann auch nicht endlos Geld und Truppen in Krisenländern verbrennen, das hätte George W. Bush auch irgendwann einsehen müssen. Das daraus dann eine veränderte Diplomatie folgt, ist natürlich auch klar.

Was mich halt an der Idee der Veränderung der Politik durch den Präsidenten stört, ist dass die USA bis jetzt eigentlich immer recht logisch und opportunistisch agiert hat. Ich kann mir einfach kaum vorstellen, dass zwischen soviel Machtstrategen überhaupt noch Platz für irgendeine persönliche Neigung des Präsidenten ist.
 

SchwarzeBeere

Moderator
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Welche denn? Die Verlagerung von Truppen in Richtung Pazifik und Südostasien hätte ich auch Bush zugetraut.
Z.B. sicherheitspolitische (und später auch wirtschaftspolitische) Signale. Breit diskutiert wurde z.B. der "Pivot to Asia" (insbesondere China) unter Obama, der zumindest unter Fachleuten als "Adjustment" der bisherigen Strategie, oder "Rebalance" der aktuellen außenpolitischen Beziehungssituation gilt. Fakt ist auch, dass in der Bush-Ära die Außenpolitik im Hinblick auf Asien nicht den Stellenwert besaß (S.8ff), den sie unter Obama bekommen hat.

Btw.: Bush hat sogar Truppen aus Asien abgezogen ;)

Es stellt sich jedoch auch die Frage, ob dieser Umschwung in der Politik nicht ohnehin nötig war und ob er wirklich aus den unterschiedlichen Ansichten Obamas resultiert oder nicht doch aus einer veränderten Situation der USA in der Weltpolitik.
Umschwung ist übertrieben, aber im Grunde hast du da durchaus recht. Die Welt hat sich geändert, darauf muss man als eines der reichsten und geopolitisch mächtigsten Länder natürlich reagieren: In Europa herrscht Frieden, im Nahen Osten ein unübersichtliches und auf Sicht nicht lösbares Chaos und im fernen Osten beginnt eine neue (oder alte? ;)) Weltmacht zu entstehen.

Nichtsdestotrotz ist die Einbeziehung Chinas und anderer asiatischer Staaten nicht erst seit Obama Teil der amerikanischen Außenpolitik. Rein historisch betrachtet ist die USA seit dem zweiten Weltkrieg außenpolitisch in Asien aktiv, man denke nur an Korea und Vietnam. Seit Clinton hat sich dieses Engangement insbesondere auf diplomatische und wirtschaftliche Ebenen ausgeweitet. Obama re-priorisiert die Aspekte der vorhandenen Strategie letztendlich nur neu und richtet sie damit am Status Quo (aus US-Sicht) des Weltgeschehens aus.

Ich kann mir einfach kaum vorstellen, dass zwischen soviel Machtstrategen überhaupt noch Platz für irgendeine persönliche Neigung des Präsidenten ist.
Nein, warum auch. Man führt ein Land, insbesondere so ein mächtiges wie die USA, nicht mit unbestätigten Gefühlen und persönlichen Neigungen, sondern maßgeblich mit diplomatischem Geschick und logischem Sachverstand. Strategien (als Basis des politischen Handelns einzelner Regierungen mit Zeithorizonten von 30+ Jahren) kurzfristig zu verwerfen ist in Demokratien sehr unüblich, da unfassbar kostenintensiv und diplomatisch praktisch nicht zu realisieren (Umgekehrt: Eine neue Strategie kann kurzfristig nur mit Gewalt und aufgrund massiver Ereignisse (für die USA z.B. der zweite WK) durchgesetzt werden). Normal dagegen ist eine Neupriorisierung im Rahmen der Strategie, wie sie auch Obama vorgenommen hat.

Um zum Thema zurückzukommen: Bei Trump ist genau das nicht der Fall und das macht ihn gefährlich. Trump bricht mit der bisherigen Strategie und strebt eine Beziehung mit Asien an, die rein auf kurzfristigem, ökonomischem Nutzen basiert. Ziel ist die Abschottung, das Überlassen von globalen Problemen den Aktueren, die von den Problemen direkt betroffen sind. Das ist nicht Außenpolitik, die per se langfristig und weitsichtig orientert sein muss, auch und gerade in Anbetracht der zukünftigen Herausforderungen (Überbevölkerung, Umweltschutz). Stattdessen setzt Trump auf den kapitalistischen Ansatz, der uns am Ende auch in eine Umweltkatastrophe führen wird. Trump ist ein Elefant im Porzelanladen der Diplomatie - sollte er wirklich Präsident werden, so wird dies die USA um Jahre zurückwerfen und möglicherweise auch der EU als historisch und kulturell nahestehende Verbündete schaden.

Schaut man sich die Wirtschaftslage an, so werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Marktteilnehmer wie China, Russland, Indien und Brasilien kurz- und mittelfristig darunter leiden müssen, gerade, wenn aus den aktuellen 4 Jahren 8 Jahre werden. Auf der anderen Seite ist aber auch hier ein ungestörteres Handeln möglich. Was das schlussendlich bedeutet, werden wir sehen. Als langfristig-orientierte Investorin steht bei einer Präsidentschaft Trumps dem Kauf von Schwellenländer-ETFs zumindest deutlich weniger im Weg :D

Wahrscheinlich ist dieses Szenario aber nicht. Trump ist weder dumm, noch wird er sich mit einem Großteil der außenpolitischen Vordenkerinnen und Vordenker anlegen wollen, geschweige denn können. Die Demokratie wird auch Trump in die Schranken weisen - zum Glück.
 
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Orniflyer

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Ich halte es für höchst unwahrscheinlich dass Trump tatsächlich Präsident wird. Der Rufschaden für die conservatives wäre einfach zu gewaltig - denn obgleich der Mann wahrscheinlich gar nicht so doof ist wie er sich gibt oder auch (gezielt) porträtiert wird ... er hat einfach nicht die nötigen sozialen und diplomatischen Kompetenzen für den Job.
(Des weiteren ist er wahrscheinlich auch tatsächlich nicht der hellste...)

Stellt euch mal ein Treffen zwischen Erdogan und Trump vor :rolleyes:

Aus diesem Grund halte ich es für viel wahrscheinlicher, dass die "grand old party" viel eher mehr oder weniger geheim gegen Trump (= für Clinton) "wirbt" - um diese halt ihre Amtsperiode durchlaufen zu lassen und die Sache auszusitzen ... daraufhin können die bei der nächsten Wahl den (wie immer) in vielerlei Hinsicht suboptimalen Zustand der Nation auf die dann lange liberale Führung abschieben und mit einem ordentlichen Kandidaten ordentlich Werbung machen.
Es erinnert sich halt kaum jemand an die Person die "fast Präsident" geworden ist - auch wenn Trump vielleicht ein bisschen länger im Gedächtnis bleiben dürfte als z.B. Romney.

Sollte allerdings Trump Präsident werden und die Partei in den Boden fahren, würde der Rufschaden für die Partei wohl nur über Jahrzehnte reparierbar sein - das werden die mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, auch wenn es heißt eine weitere Periode aussitzen zu müssen.
 

Morph3uz

Stammuser
Halte es nicht mehr für wahrscheinlich, dass Trump Präsident wird. Zwischenzeitlich hatte ich die Gefahr mal gesehen, aber gerade in der letzten Zeit hat er es wieder übetrieben.

Bin mal sehr auf die Duelle im Fernsehen gespannt.

So ganz ist der Kelch noch nicht an uns vorbeigzogen. Schaut euch die Umfragewerte an. Da ist schon noch alles möglich :rolleyes:
 
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