[TdW 55] Brauchen wir Datenschutz?

Tarantoga

Moderator
Mit etwas Verspätung (sorry, bin gerade etwas im Stress) meldet sich das TdW zurück und macht aus der Not eine Tugend, denn der heutige Dienstag wurde zum Safer Internet Day und somit kann sich das heutige Thema natürlich nur um Datenschutz drehen. Im Zeitalter von Big Data wird Datenschutz schwerer und schwerer, denn längst sind es nicht mehr nur Regierungen, Behörden und Geheimdienste, die in den Daten argloser Bürger herumschnüffeln - die Wirtschaft ist nicht weniger datenhungrig. Und was gibt es nicht alles für Daten, die man abgreifen kann: Adressen, Kontaktdaten, Kontodaten, Bewegungsprofile... Big Data nennen die Firmen das gerne, setzen den großen Datensauger an und üben sich in Data Mining, denn viele dieser Daten bedeuten für Firmen praktisch bares Geld. In Deutschland und in Europa gibt es Datenschutzbeauftragte, deren Aufgabe es ist die Speicherung, Übermittlung und Veränderung von Daten zu überwachen und so eine missbräuchliche Verwendung zu unterbinden. Angesichts des, in Zeiten von Facebook & Google+, oft erschreckend leichtfertigen Umgangs der Menschen mit ihren persönlichen Daten, kann man sich aber schon fragen, ob Datenschutz überhaupt noch gewünscht / verstanden / benötigt wird...:rolleyes:
Das TdW stellt daher die Frage: Brauchen wir heute noch Datenschutz?

Mehr dazu:
Safer Internet Day: Datenschutz bei Big Data | heise online
https://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz
 

Skooda

New member
Ich denke schon das wir Datenschutz benötigen, bzw. das wir mehr Möglichkeiten haben sollten unsere Daten zu schützen und sie vor anderen geheimhalten zu können. Datenbroker zeichenen zb in großen Malls die RFID Tag Signale der Besucher auf, verkaufen diese dann weiter und die werden dann mit Userdaten verknüpft und an größere Firmen weiterverkauft.
Ich denke außerdem das wir mehr Mitspracherecht hinsichtlich unserer Tranzparenz haben müssten um zu sehen WER versucht unsere Daten einzusehen !!

Das war es erstmal von mir , freue mich schon auf eine lebhafte Disskusion.
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
Wir brauchen selbstverständlich Datenschutz. Und wir brauchen vor allem eine energischere Durchsetzung beim selben. Damit meine ich zunächst Massnahmen, wie das Verbot des speicherns von Kreditkartendaten um Kunden im Falle eines Einbruchs zu schützen, indem ihre Kreditkartendaten nicht herumgereicht werden. Ebenso ist der Datenschutz im Gesundheitswesen wichtig.

Irrelevant halte ich den Datenschutz mittlerweile in Bereichen und Szenen, wie sie Skooda genannt hat: Hier sehe ich den Zug als längst abgefahren an, denn die riesigen Datensammlungen werden 1. freiwillig und sehr bereitwillig von uns zur Verfügung gestellt und 2. haben diese Datensammlungen eine ernorme wirtschaftliche Bedeutung, sodass die Entwicklung der Aus/Verwertung dieser Daten niemand aufhalten kann und wirklich will.

Ich sehe einen offline-Trend am Horizont, der dann von einer neuen Art Nerd (vor)gelebt wird. Und ich denke dieser Trend wird der einzig funktionierende sein, wenn es darum geht, der Sammelwut des Systems, so gut es geht, zu entkommen.
 
A

Anonymouse

Guest
Guten Morgen in die Runde,

ein kompliziertes Thema Tarantoga. :thumb_up:

F: Brauchen wir Datenschutz?
A: Jeder benötigt Datenschutz!

Beginnen wir zunächst mit einer Auflistung von Projekten, die versuchen / versucht haben den Datenschutz zu verwässern bzw. einzuschränken:

1. Vorratsdatenspeicherung (VDS)
2. INDECT
3. Vorratsdatenspeicherung von EU-Reisedaten
4. Clean IT
5. Die aktuelle Datenschutzreform (wobei hier noch Hoffnung besteht, sich NICHT von den US-Lobbyisten unterlaufen zu lassen...)

Die Liste lässt sich sicherlich noch weiter vervollständigen.

Für den Normalbürger sind diese Prozesse nahezu nicht greifbar / verständlich. Egal ob Staat oder Industrie - insgeheim wünschen sich beide das Kind Datenschutz endlich im Brunnen zu versenken. Die Ziele dahinter sind vielfältig, lassen sich allerdings grob auf zwei Parameter eingrenzen: Macht und Geld durch die gesammelten Daten / Wissen.

Das so etwas gut funktioniert lässt sich gut an totalitären Staaten beobachten. Neueste IT-Technik, Zensur und eine Datensammelwut - mit dem Ziel den Machtapparat weiter am Leben zu halten. Politisch Andersdenkende unerwünscht.
Und die Industrie? Google, Facebook und Co. verdienen Millionen mit unseren Daten. Das Geschäft floriert. Daher ist die aktuelle EU-Datenschutzreform den Herren auch ein Dorn im Auge. Hey! Es geht hier um Millionen!
Was macht Deuschland? Wir haben strenge Datenschutzregeln, an die sich allerdings kaum jemand hält. Das wurde Mittlerweile durch eine Studie bestätigt (Unternehmen ignorieren Datenschutz: nur 5 von 100 halten sich an alle Gesetze » Steadynews).

Kurzum: Wir benötigen Datenschutz. Es handelt sich hierbei immerhin um persönliche Daten, mit denen nicht jeder machen soll was er will. Und alle denen nicht bewusst ist, wie wichtig Datenschutz ist, muss man in der Tat vor dem Staat / Industrie schützen. ;)

Und da kommt auch gleich die Frage auf. Okay ich bin Pro Datenschutz und wie kann ich das jetzt realisieren? Schwierig! Wer kaum Spuren im Netz und digitalen Leben hinterlassen möchte, der hat es heutzutage wirklich nicht leicht. Es ist möglich, sogar nahezu anonym zu sein, allerdings mit einigem Aufwand. Der Nutzer hat gar nicht die Möglichkeit zu sagen: "Ja - das will ich rausgeben und das nicht". Dazu sind die technischen Spielerreien viel zu undurchsichtig. Durch die guten Services ist der Normalbürger geneigt (fast) alle Daten von sich offenzulegen. Und was ist der Preis? Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber wer garantiert mir, dass wir in 30 Jahren nicht von einem kranken Regime gesteuert / kontrolliert werden? Spätestens dann wünscht sich jeder seine Daten zurück...

Egal ob im digitalen Leben oder im Real-Life. Datenschutz ist wichtig. Wer das nicht verstanden hat, der soll sich mit der Geschichte beschäftigen. Ein sehr bewegendes Thema - da kann ich fast nicht ruhig sitzen bleiben.... :D
 

Tarantoga

Moderator
In der FAZ findet sich zu diesem Thema ein interessantes Essay, an dem u. a. CCC-Sprecherin Constanze Kurz und Ex-Innenminister Gerhart Baum (der mit Verfassungsbeschwerden gegen Dinge wie den Großen Lauschangriff, Online-Durchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung gekämpft hat) mitgewirkt haben. Die Abhandlung beleuchtet vor allem das sogenannte IT-Grundrecht von 2008, aber auch den Datenschutz im allgemeinen und bedenkliche Entwicklungen, die den Datenschutz aushöhlen. Ich denke der Artikel verdient eine Leseempfehlung: Datenschutz: Das vergessene Grundrecht - Debatten - FAZ
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
Für den Normalbürger sind diese Prozesse nahezu nicht greifbar / verständlich. Egal ob Staat oder Industrie - insgeheim wünschen sich beide das Kind Datenschutz endlich im Brunnen zu versenken. Die Ziele dahinter sind vielfältig, lassen sich allerdings grob auf zwei Parameter eingrenzen: Macht und Geld durch die gesammelten Daten / Wissen.

Ich glaube es wird noch immer ein wesentlicher Faktor vergessen: Es werden nicht zwangsweise Daten aus Sammelwut gehortet oder weil irgendein Regime seine Machstrukturen ausdehnen oder festigen will.

Daten werden auch aus ganz anderen Gründen gesammelt, zB. durch effizientere Geschäftsprozesse durch die Möglichkeit Daten zu generieren und zu verarbeiten.

Ein Ergebnis der Entwicklung ist dann nämlich, dass Daten schlichtweg einfach "anfallen". Wo man frueher Bergeweise Akten horten musste, wollte man das vermeiden. Die Arbeit macht das erfassen und sichern von Daten. heute ist es umgekehrt: Es macht Arbeit, Daten zu loeschen und zu reduzieren. Es ist viel einfacher und kostengünstiger alles in auf die Datenhalden zu schaufeln und sie einfach liegen zu lassen: Ebay, Amazon.. dort vielen zuerst die Daten einfach an, bis man erkannt hat, wie man diese Daten nutzen kann um effizienter zu werden. Und erst die Tatsache, dass solche Datenberge existieren, weckt dann Begehrlichkeiten, sie auch irgendwie zu nutzen.

Die Systempresse zeigt zwar ständig mit dem Finger auf die beabsichtigten Datenhalden, aber gestützt wurde die Entwicklung ganz wesentlich von allen Beteiligten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, auch wenns viele nicht so sehen wollen, dass ein Staat immer mit technologischer Entwicklung mithalten muss.

Wenn Wirtschaft, Gauner und regulierte Bereiche, wie das Versicherungswesen, von neuer Tehcnologie gebrauch machen, dann muss der Staat nachziehen um das Gleichgewicht zu halten und um überhaupt seiner Aufgabe nachzukommen.

Es kann de-facto nicht im Interesse irgendeiner Rechtsstaatlichkeit sein, dass es für unredliche Zwecke ausreicht, einfach ein Handy oder Computer zu benutzen und eine Stafverfolgung oder Kontrolle (wie bei regulierten Bereichen) alleine durch den Umstand der Nutzung von Technologie unmöglich zu machen.

Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass das "verschwimmen" personaler Identitaet und das Auslöschen der Rechte bzlg. der Informationen über eine Person, eine implikation der IT Technologie überhaupt ist. Und die sichtbarste Ausprägung der IT Technologie ist das "Internet", wie wir es verstehen.

Insofern muss der Datenschutzgedanke völlig neu gedacht werden und vielleicht muss man sich auch einfach mal mit der Frage auseinandersetzen wie sehr man ein Individuum mit ausgeprägter "informeller Selbstbestimmung" sein will. [Polemik]Wo alle Welt von "Schwärmen" schwärmt (sic!) ists doch vielleicht OK zu einer Art sozialistischer Borg zu verkommen die im Netz rumlümmelt und ihrer kümmerlichen Existenz via YT/FB/Twtr Ausdruck verleiht?[/Polemik]

Wir sollten den Juristen langsam beibringen in "Räumen" zu denken.
 

Tarantoga

Moderator
Chromatin hat gesagt.:
Ich glaube es wird noch immer ein wesentlicher Faktor vergessen: Es werden nicht zwangsweise Daten aus Sammelwut gehortet oder weil irgendein Regime seine Machstrukturen ausdehnen oder festigen will.

Daten werden auch aus ganz anderen Gründen gesammelt, zB. durch effizientere Geschäftsprozesse durch die Möglichkeit Daten zu generieren und zu verarbeiten.

Ein Ergebnis der Entwicklung ist dann nämlich, dass Daten schlichtweg einfach "anfallen".
Genau deswegen sind Regelungen und Gesetze notwendig, die festlegen wozu Daten genutzt werden dürfen und was eine missbräuchliche Verwendung von Daten ist. Darum geht es im Datenschutz. Wenn man im Kontext Datenschutz über Datensammlungen & Analyse redet, geht es ja nicht darum ob Unternehmen xyz Kundendaten analysiert, um interne Prozesse zu optimieren - sondern um Datenmissbrauch.
Es fallen ja nicht nur immer mehr Daten an, es gibt auch immer bessere, schnellere und effektivere Methoden diese Datenberge zu analysieren und zu nutzen. Und längst ist es nicht nur die Privatwirtschaft, die Geld mit Kundendaten macht - selbst Meldeämter verkaufen Datensätze. Es ist eine Sache wenn Unternehmen wie z. B. Facebook, deren Geschäftsmodell im Grunde Kunden zu Ressourcen degradiert, anfallende Daten nutzt um Profit zu machen - immerhin sind diese "Kunden" freiwillig bei Facebook und haben den AGBs zugestimmt (die Facebook aber auch gerne mal ändert). Eine ganz andere Sache ist es wenn Behörden, bei denen man sich melden muss, mit den Daten Dinge macht, für die sie ursprünglich nicht gedacht waren.
Ich denke es ist notwendig genaue Regeln festzulegen welche Daten gesammelt werden dürfen, wie lange sie gespeichert werden dürfen und wie diese Daten genutzt werden dürfen. Daher befürworte ich den Datenschutz im allgemeinen und die Arbeit von Datenschutzbeauftragten im besonderen - denn natürlich muss die Einhaltung dieser Gesetze und Regeln auch überwacht werden. Denn weder die Wirtschaft, noch staatliche Behörden sind über jeden Verdacht erhaben. Um nur ein ganz aktuelles Beispiel zu nennen: Es ist nicht erlaubt Pferdefleisch einfach als Rindfleisch zu deklarieren und zu verkaufen - trotzdem haben Unternehmen genau das getan. Wir sind daher gut beraten Datenschutzbeauftrage loszuschicken, die den Unternehmen und Behörden auf die Finger schauen und darauf achten das sie Daten nur so nutzen wie das Gesetz oder der Kunde erlaubt hat.

Chromatin hat gesagt.:
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, auch wenns viele nicht so sehen wollen, dass ein Staat immer mit technologischer Entwicklung mithalten muss.

Wenn Wirtschaft, Gauner und regulierte Bereiche, wie das Versicherungswesen, von neuer Tehcnologie gebrauch machen, dann muss der Staat nachziehen um das Gleichgewicht zu halten und um überhaupt seiner Aufgabe nachzukommen.

Es kann de-facto nicht im Interesse irgendeiner Rechtsstaatlichkeit sein, dass es für unredliche Zwecke ausreicht, einfach ein Handy oder Computer zu benutzen und eine Stafverfolgung oder Kontrolle (wie bei regulierten Bereichen) alleine durch den Umstand der Nutzung von Technologie unmöglich zu machen.
Rechtstaatlichkeit ist ein guter Punkt! Damit ein Staat ein Rechtsstaat sein kann, muss er geltendes Recht einhalten und respektieren. Der "Bundestrojaner" war ja das beste Beispiel das man den Behörden da nicht einfach trauen darf. Ursprünglich gefordert wurde der Bundestrojaner um Terroristen & Mafiosi überwachen zu können, nur für solche Zwecke - bei akuten Bedrohungen für die Gesellschaft - wurde der Einsatz, unter strengen Auflagen, auch genehmigt. Wie wir heute wissen, wurde die Technologie aber auch in Bagatellfällen eingesetzt, z. B. um "Aspirin-Schmuggler" zu überwachen und die Auflagen wurden schlichtweg ignoriert. So hatte das Oberlandesgericht in Bayern z. B. erklärt das anfertigen von Sreenshots im Rahmen einer Kommunikationsüberwachung wäre illegal - trotzdem hat der vom bayrischen LKA benutzte Trojaner auch nach dem Urteil in 30 Sekunden Takt Screenshots gemacht. Nachdem der CCC das alles aufgedeckt hat, sagte Bundesinnenminister Friedrich dazu in einem Interview mit der FAZ:
Man kann ja auch anderer Auffassung sein als ein Landgericht.
Ein anderes aktuelles Beispiel für den missbräuchlichen und illegalen Umgang mit Daten von staatlichen Behörden gibt's gerade in der Schweiz, wo der Nachrichtendienst personenbezogene Daten aus dem Inland in der Datenbank für das Ausland abgespeichert hat. Auf diese Art konnte der Nachrichtendienst gesetzliche Regelungen umgehen, die besagt das Daten aus dem Inland nach fünf Jahren gelöscht werden müssen.
Ich denke es ist absolut notwendig, dass man nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den Behörden bei ihrem Umgang mit Daten genau auf die Finger sieht. Ich denke daher auch es ist gut, wenn nicht nur Datenschützer, sondern auch die "Systempresse" dieser Aufgabe nachkommen.

Quellen & mehr zum Thema:
Umstrittenes Meldegesetz - Städte dürfen Daten ihrer Bürger verkaufen - Digital - Süddeutsche.de
Geheimdienst legt illegal Personendaten doppelt ab - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch
Bundesinnenminister Friedrich:
30-Sekunden-Takt: Trojaner der bayerischen Kripo übermittelt Screenshots - Golem.d
 

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
@Tara

Genau deswegen sind Regelungen und Gesetze notwendig, die festlegen wozu Daten genutzt werden dürfen und was eine missbräuchliche Verwendung von Daten ist.

Da hast Du Recht und zugleich ist es ein schwieriger Punkt. Eine massive Konzentration muss ja nicht aus jedem Blickwinkel "missbräuchlich" sein. Selbst bei der Definition kann man kaum noch absulut sein und muesste das eigentlich kontextabhaengig bewerten. Eine massive Konzentration von Infos ueber meine Gesundheit (Krankenakten, gewohnheiten, Lebensstil etc.) kann unter einem rein medizinischen Blickwinkel ja durchaus helfen, sofern die Daten zB bei Diagnosefragen mit einbezogen werden. Geraten diese Daten allerdings an einen Versicherungskonzern, sieht die Sache fuer viele wieder anders aus, wobei es in mancherlei Hinsicht eben auch wieder Sinn machen kann. Die Daten sind nicht mehr so (ich nenne das jetzt mal so) "neutral" wie vor der Zeit der grossen Datenbanken. Darin liegt jetzt keine Bewertung, sondern lediglich mein Eindruck, dass durch das langsame Aufheben echter personeller Identitaet des Subjekts, eine Person eben zu einer Ansammlung von Daten schrumpft und Prozessen unterliegen, die eben nicht in der Lage sind ganz individuelle Ansichten zu bieten. Das laeuft auf diesen "jeder ist nur eine Nummer" Umstand hinaus, ohne des es zwingend missbraeuchliche Absichten daz ubraucht.


Rechtstaatlichkeit ist ein guter Punkt! Damit ein Staat ein Rechtsstaat sein kann, muss er geltendes Recht einhalten und respektieren. Der "Bundestrojaner" war ja das beste Beispiel das man den Behörden da nicht einfach trauen darf. Ursprünglich gefordert wurde der Bundestrojaner um Terroristen & Mafiosi überwachen zu können, nur für solche Zwecke - bei akuten Bedrohungen für die Gesellschaft - wurde der Einsatz, unter strengen Auflagen, auch genehmigt. Wie wir heute wissen, wurde die Technologie aber auch in Bagatellfällen eingesetzt, z. B. um "Aspirin-Schmuggler" zu überwachen und die Auflagen wurden schlichtweg ignoriert.

Um das klarzustellen: Ich befürworte das nicht. Aber der Staat muss und wird neue Technologie nutzen um eben genau solche Verfahren anzuwenden. Das ist allerdings eher eine ganz allgemeine Kehrseite der Medallie, denn ALLE Beteiligten nutzen die technischen Möglichkeiten für ihre Zwecke. Und wie ich schon oft dargelegt hatte: Die Möglichkeit etwas zu tun, weckt auch immer die Begehrlichkeit es zu tun.


Ich denke es ist absolut notwendig, dass man nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den Behörden bei ihrem Umgang mit Daten genau auf die Finger sieht. Ich denke daher auch es ist gut, wenn nicht nur Datenschützer, sondern auch die "Systempresse" dieser Aufgabe nachkommen.
Keine Frage. Und im Grunde sage ich das ja auch. Nur wird man das nicht mit den bisherigen Werkzeugen erreichen, denn unsere Gesetze machen nunmal an der Grenze halt. Dein Beispiel mit der Schweiz macht das deutlich. Eine Überregulierung dieser Bereiche wird dann auch zwangsweise in stärkere Kontrolle münden, mag die Intention auch noch so rechtschaffend sein.

Man muss sich auch einfach mal klarmachen, dass die Datenhalden einfach zum new-way-of-life dazugehören und die Idylle der "informellen Selbstbestimmung" einfach Vergangenheit ist - in der Art wie wir sie gelernt haben und verstehen. Das Verhalten der Nutzer auf der einen- und das der Wirstchaft auf der anderen Seite, ist dem Anspruch an die "Neuen Medien" (buzzword Medienkompetenz) nicht annähernd gewachsen.

Aber wie können wir das angehen? Wie können Gesetze erlassen aber die Umsetzung muss kontrolliert werden. Kontrollieren tut der Staat und damit haette er potentiell auch Zugriff auf das, was er kontrolliert.

Das würde aber nur Sinn machen, wenn Unternehmen ihre Daten auch in DE ablegen, oder man würde hergehen und den Staaten untereinander Zugriff zwecks Kontrolle gewaehren - das will auch wieder keiner.

Konkret hab ich da noch keine Vorstellung, aber dass es ein großes Schlamassel gibt, bis man eine Einigung hat, dessen bin ich mir sicher.
 
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