Warnung: Videoüberwachung in Wiens öffentlichen Verkehrsmitteln!

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jeder, der sagt, "er habe nichts zu verbergen" hat die tragweite einer permanenten überwachung ala london nicht verstanden und beweist mir nur umso mehr, wie gleichgültig menschen ihre freiheit werden kann, wenn sie sie als selbstverständlich und unantastbar ansehen.
 
Diese Kameras bringen gar nichts, wenn ich mir jetzt paar Dosen hole und nen Zug bomben gehe, siehst du ihn morgen auf den Schienen ganz bunt mit meinem Namen drauf. Ich kenn hier in Mainz Tagger und Writer, die das machen, und genauso gut könnte man unter diesem Zug eine Zeitbombe angebracht haben. Bringt eh nichts diese Überwachung, denn wenn im Yard ein Zug liegt, ist die Kamera nicht an.

Übrigens es gibt auch mehr oder weniger stark paranoide leute, die sowas stört und auf die psychische belastung wirkt.
 
Entweder sind Staatsanwälte tatsächlich "maßhaltend und verhältnismäßig"
und gehen mit der "typischen Selbstbegrenzung staatlicher Macht" um - wie
das Justizministerium behübschend schlussfolgert, oder die Kontrolle der
Überwachungsmaßnahmen durch die Ratskammer geht vollständig in die Hose.
Die Zahlen sprechen für Letzteres.

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Als Richter einer Ratskammer hat man kein leichtes Leben: ständig kommt
Irgendwer und will irgendwen Anderen überwacht wissen. Ständig diese Leute,
ständig dieser Papierkram, ständig irgendwas abstempeln und unterschreiben!
Phu, wahrlich kein angenehmes Leben!
Aber wirklich unangenehm wird es, wenn man eine Überwachungsmaßnahme aus
irgendeinem Grund ablehnen möchte - dann fängt der Papierkrieg erst richtig
an: Eine schriftliche Begründung muss verfasst werden; gegen die kann der
Staatsanwalt wieder berufen, und dann geht alles von vorne los! brrr...

Bei Zustimmung hingegen, wird man hinterher auch nicht mehr mit dem
Ergebnis belästigt - sonst entwickelt sich vielleicht noch ein Gespür, was
erfolgsversprechend und maßvoll sein könnte.

So kommt es, dass 2004 kein einziger Antrag auf großen & kleinen
Lauschangriff, Videofallen und Rasterfahndung abgewiesen wurde.
Das geht aus dem Jahresbericht 2004 hervor [1], den die
Parlamentskorrespondenz erstmals seit der unbefristeten Inkrafttretung der
"besonderen Ermittlungsmaßnahmen" im Jahr 2001 vollständig auf der Website
veröffentlicht hat, nicht nur als Kurzzusammenfassung wie bisher.

Das Justizministerium spricht wegen der mehr oder weniger konstanten Zahlen
zum Vorjahr von seinen Ermittlungsbeamten als "maßhaltend und
verhältnismäßig" und konstatiert eine "typischen Selbstbegrenzung
staatlicher Macht", vergisst aber die stark angestiegenen
Handyüberwachungen [2]. Soviel Papierarbeit macht eben vergesslich.

Betrachtet man die geringe Erfolgsquote von so Maßnahmen wie der
"Videofalle" so ist eine genauere Kontrolle mehr als Wünschenswert: nur
magere 30 von 80 Videofallen waren erfolgreich (im Sinne der
Gerichtsakten).

Ein noch größerer Reinfall war die eine einzige Rasterfahndung des Jahres
2004: Zehntausende Datensätze von vier Mobilfunkbetreibern aus zwei
Regionen mussten aufgrund einer richterlichen Anordnung übergeben werden.
Eine Auswertung blieb erfolglos. Geschnappt wurde der Täter hingegen
später, weil er sich an einer Tankstelle bediente ohne zu bezahlen.

mehr dazu bringt auch Radio Netwatcher in seiner nächsten Sendung
http://www.netwatcher.at/index.php?option=com_content&task=view&id=355&Itemid=32


[1]
http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,946712&SUCHE=J&_dad=portal&_schema=PORTAL#
[2] http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=271400

Text & Quelle: q/depesche 2005-08-07T12:11:38

noch fragen?
 
es ist einfach pervers, wie gut Orwell die Zukunft vorraussehen konnte, aber wir bewegen uns genau dahin!
Jeder kann ueberall ueberwacht werden. Eine grauselige Vorstellung.

Aber warum bewegt sich keiner? warum geht keiner mehr auf die Strasse, und wenn sind es irgendwelche "autonome" die eher auf Randale aus sind... es ist zum platzen.
 
Original von Watchme
Aber warum bewegt sich keiner? warum geht keiner mehr auf die Strasse?
Weil es bequemer ist nichts zu tun und der Großteil der Leute erst aufwacht wenn sie richtig in der Scheiße sitzen und so schnell nicht mehr rauskommen.

Welcome to the real world.
 
Original von Watchme
Aber warum bewegt sich keiner? warum geht keiner mehr auf die Strasse, und wenn sind es irgendwelche "autonome" die eher auf Randale aus sind... es ist zum platzen.
Weil die Überwachungsgesetze jedesmal nach einem Anschlag irgendwo auf der Welt in einem Ruck durchgezogen werden. Dann leiden die meisten Menschen noch unter den Nachfolgen der Medienpanikmache und nehmen das einfach so hin.

Für die Medien ist diese Panikmache ein gutes Geschäft. Dadurch lassen sich recht einfach Einschaltquoten/Verkäufe steigern.

Gruß
 
Original von Watchme
es ist einfach pervers, wie gut Orwell die Zukunft vorraussehen konnte, aber wir bewegen uns genau dahin!
Jeder kann ueberall ueberwacht werden. Eine grauselige Vorstellung.

Aber warum bewegt sich keiner? warum geht keiner mehr auf die Strasse, und wenn sind es irgendwelche "autonome" die eher auf Randale aus sind... es ist zum platzen.

in österreich arbeitet quintessenz.at dagegen an. auf professioneller ebene. in zusammenarbeit mit u.a. dem CCC.
 
Original von Watchme
es ist einfach pervers, wie gut Orwell die Zukunft vorraussehen konnte, aber wir bewegen uns genau dahin!
Jeder kann ueberall ueberwacht werden. Eine grauselige Vorstellung.

absolut meine meinung!

ich bin der meinung viele menschen sollten sich wirklich mal gedanken machen worauf wir uns hier zubewegen .. ;)
 
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