Wieviel ist die Sicherheit Wert in Deutschland?

Hallo alle zusammen,

ich möchte hier mal ein Thema eröffnen, in persönlicher Sache, was mich etwas sauer macht.

Der President des Deutschen Bundestages schreibt wieder aus. Der Deutsche Bundestag sucht einen (neuen) Sicherheitsdienst, der für die alle Bereiche der Sicherheit verantwortlich ist. Das Kriterium (bzw. die Zusage) bekommt der Anbieter mit dem Niedrigesten Preis. Ich finde so etwas eine riesen Sauerrei, wobei man sogar überlegt auch Sicherheitsdienste aus dem Ausland einzustellen... An dieser Stelle fragt man sich wie man den mit der Inneren Sicherheit in Deutschland umgeht?
Auf der einen Seite schreit man nach einem Mindestlohn, will aber unter Lohn bezahlen. Auf der anderen Seite, ist das oberste gebot, in Zeiten vom Terrorismus, die Innere Sicherheit.

Eine billige Firma kann keine Sicherheit gewährleisten, das ist ein Widerspruch für sich. Wenn man etwas Ahnung hat was in der Branche abgeht (bei billiganbietern) dan weis man wie es wohl aussehen wird, wenn eine Billige "Sicherheitsfirma" den Bundestag bewachen soll..
Man stelle sich einen 400 Euro jobber vor der an der Pforte sitzt, und evtl gar kein Deutsch kann... etc

Ist unseren Politikern die eigene Haut wirklich so wenig wert? Bei solchen Ausschreibungen zeigt sich das wahre Gesicht der meisten hohen Damen und Herren. Deutschland wollte doch Vorbild sein in Sachen Sicherheit...

Erst so ein Tag in München, über die Sicherheit in der Welt etc... und dan sowas

mfg
 
Unsere Sicherheit ist soviel Wert wie unsere Bildung...
Wenn man es kürzen kann oder die Kosten auf andere Übertragen kann macht man es...

Nebenbei ist auch das Problem das bei Ausschreibungen das "Preislich" Beste Angebot
genommen werden soll! Wenn also auf dem Papier die "gleiche" Leistung steht wie bei
einer Firma die viel teurer ist nimmt man das günstigere!

Ist wie in der Computerbranche ich kann Billig Netzteile verkaufen die mich im Grunde
nichts extra kosten, oder Netzteile mit Qualität verkaufen die allerdings teurer sind!

Der Kunde kauft dann das bessere Angebot Preislich da ja das Motto ist: Geiz ist Geil!
 
Oh, oh, oh, das hört sich an als hätten wir hier einen Politgegner. Schliess mich dir an.

Aber ich fragt dich mal, was hast du von unserer Regierung erwartet. Bis jetzt hat sie sich noch nicht an das gehalten was sie ven haben. Sie gehen nicht mal mit gutenm Beispiel voran.

z.B ganz Aktuell, die deutschen sollen ihre pkw's umrüsten damit sie umweltfreundlicher sind. und machen sie es, nein. Sie fahren ja wohl mit den größten luftverpestern rum.

oder nehmen wir den beschiss mit der arbeitslosenstatistik. Damals hat sich die cdu aufgeregt das die statistiken bei der regierung der spd/grünen verschönert wurde weil etliche gruppen rausgenommen wurden , wie hausfrauen die kein job haben aber arbeitslosengeld bekammen oder das die sozialhilfeempfänger damals dort auch net auftauchten.

Aber Sie selbst sind ja auch net besser. 1? Jobber tauchen ja auch net mehr in der arbeitslosenstatistik auf und zähln zu denen die einen job haben. Das ist auch beschiss.


Sorry, bin vom Thema abgewichen. Also ich sag mal so. Solln se machen aber dann solln sie sich net beklagen das so viele firmen vor die hunde gehn.

Mein persönliches fazit dazu. Punkt! :D
 
Original von -=Draven=-
Nebenbei ist auch das Problem das bei Ausschreibungen das "Preislich" Beste Angebot
genommen werden soll! Wenn also auf dem Papier die "gleiche" Leistung steht wie bei
einer Firma die viel teurer ist nimmt man das günstigere!

Nun ich habe damit gemeint, das es für einen (Unterlohn)Tarif keine akzeptable Sicherheit bekommst (so wie es sich gehören würde für so ein Gebäude)...

Du kaufst dir schloss bei Baumarkt A, weil das gleich schloss hier billiger ist wie bei Baumarkt B... (trozdem ist das ein billiger Scheiss)... was du benötigst ist aber ein Sicherheitsschloss von einer Markenfirma die leicht das fünffache kostet... (aber du bekommst keins, für einen unterpreis...)
 
RE: Wie viel ist die Sicherheit Wert in Deutschland?

Original von Indiziert
Der Deutsche Bundestag sucht einen (neuen) Sicherheitsdienst, der für die alle Bereiche der Sicherheit verantwortlich ist. Das Kriterium (bzw. die Zusage) bekommt der Anbieter mit dem Niedrigesten Preis.
Willkommen in der Marktwirtschaft. Grundsätzlich ist daran ja auch nichts auszusetzen, dass man die billigere Variante nimmt, solange die Qualität die Gleiche ist.

Eine billige Firma kann keine Sicherheit gewährleisten, das ist ein Widerspruch für sich. Wenn man etwas Ahnung hat was in der Branche abgeht (bei billiganbietern) dan weis man wie es wohl aussehen wird, wenn eine Billige "Sicherheitsfirma" den Bundestag bewachen soll..
Man stelle sich einen 400 Euro jobber vor der an der Pforte sitzt, und evtl gar kein Deutsch kann... etc
Billig heißt nicht zwangsläufig schlecht. Sicherheitskräfte sind auch Leute mit Ausbildung und Qualifikation, wir reden hier ja net von einfachen Rausschmeißern vor der Disse.

Leider ist das Thema Niedriglohn allerdings ein Branchenproblem und betrifft weite Teile des Dienstleistungssektors von Friseuren über Reinigungskräfte bis eben auch zu Sicherheitskräften. Da kann man sich's nicht einfach aussuchen wo man arbeitet, viele sind froh, überhaupt einen Job zu haben. Da sind auch mehr als genug gut ausgebildete Deutsche betroffen...


Auf der einen Seite schreit man nach einem Mindestlohn, will aber unter Lohn bezahlen.
Wer schreit denn nach einem gesetzlichen Mindestlohn? Die Gewerkschaften, ja. Nach diversen Umfragen auch rund ein zwei Drittel der Bevölkerung. Aber die Politik hält sich da doch bisher ziemlich bedeckt, mal von der Linkspartei ausgenommen, die aber durch die FDP wieder aufgewogen wird. Die übrigen Parteien dümpeln irgendwo zwischen "naja, eigentlich ja eine sinnvolle Sache" und "geht das nicht besser mit 'nem Kombilohn". Es wäre zwar wünschenswert, dass sich da mal auf eine allgemeine Regelung verständigt wird, aber das sehe ich leider nicht innerhalb dieses Jahres passieren. Ich vermute eher, das könnte für den nächsten Bundestagswahlkampf ein Thema werden.
 
Hallo,

zu dem Thema möchte ich zwei kleine Geschichten beitragen.

Nummer Eins: auf einer Bundeswehrbasis, in der mehrere Hundertschaften Bundis stationiert sind, bewachen externe Sicherheitskräfte Munitions- und Waffenlager. Mir drängen sich also zwei Folgerungen auf: entweder sind die Bundis unfähig, ihre eigenen Ressourcen zu sichern oder sie unwillig, im Sinne von Entwendung einzelner Dinge. In beiden Fällen lässt mich der Schutz der Bundis von Externen stark an deren Sinn und Kompetenz zweifeln.

Nummer Zwei: In Münster fanden im Januar zwei relativ große Demonstrationen gegen Studiengebühren statt. Am 17.01. tagte der Uni-Senat im münsteraner Schloss, um über die Einführung von Gebühren abzustimmen - da eine ordnungsgemäße Demo von Studenten auf dem Vorplatz organisert wurde, engagiert die Uni vorsichtshalber einen privaten, externen Sicherheitsdienst zur Sicherung der Räume innerhalb des Schlosses. Im Anschluss an die Demo stürmten circa 1.500 Studenten ins Schloss - und in den Senatssaal, wodurch die Sitzung unterbunden und eine Abstimmung gegen Studiengebühren unter Ausschluss der studentischen Öffentlichkeit verhindert wurde. Dabei konnten die circa 20 Sicherheitskräfte auch nicht allzu viel ausrichten.

Was die beiden Sachen hier jetzt mit dem Thema zu tu haben? In beide Fällen wird bereits auf Private, Externe zurückgegriffen...imho findet eine Verlagerung von der Inanspruchnahme öffentlicher Einheiten (wie Militär oder Polizei) bereits seit längerer Zeit sehr schleichend und ohne viel Trara statt. Die nun offizielle Ausschreibung ist nur für diejenigen verwunderlich, an denen das alles irgendwie vorbeigegangen ist...
 
Unsere Sicherheit ist soviel Wert wie unsere Bildung...

Sicherheit ist wohl eher als Modethema relevant.

Und wenn die an Sicherheit im Bundestag sparen - vielleicht erhoeht sich ja dadurch die Wahrscheinlichkeit dass denen mal einer ne Bombe unter Ihre dicken Abgeordneten Aersche legt....

..nicht das ich sowas befuerworten wuerde...

mfg
 
Warum wird eigentlich so schlecht von unserer Regierung gedacht ?

Ich finde das sie im groben und ganzen momentan einen recht guten Job macht. Wirtschaftlich gehts Deutschland auch langsam wieder besser.

Es kann uns doch völlig egal sein wie sicher sie sich ihren eigenen Sitz machen, wir sind davon doch nicht betroffen. Ich verstehe nicht was die Hetzerei hier soll.
 
Original von Orniflyer
Ich finde das sie im groben und ganzen momentan einen recht guten Job macht. Wirtschaftlich gehts Deutschland auch langsam wieder besser.

So, jetzt will ich endlich mal mit ein paar Vorurteilen aufräumen:
Die Merkel-Regierung hat NICHTS mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zu tun. Konjunkturzyklen gehen weit über eine Legislaturperiode hinaus. Hätte Schröder die letzte Wahl gewonnen, würde es der deutschen Wirtschaft momentan nicht anderes gehen, als jetzt (im Gegensatz zu Frau Merkel hätte er jedoch aus das hätte ernten können, was er gesät hat). - Es gibt eine Tendenz zur Verschiebung von -insbesondere erst auf längere Sicht wirksamen- Problemen, die sich dadurch auszeichnen, dass die Kosten in Form von Wahlstimmenverlusten in der Gegenwart anfallen, während der Nutzen für die Bürger erst später fühlbar wird, in der sie es schon vergessen haben, wem sie diese Vorteile zu verdanken haben. (von Blankenburg)
Außerdem: so positiv sehe ich den Aufschwung, der sich durch eine sinkende Arbeitslosenquote auszeichnet, gar nicht. Denn -nahezu- proportional dazu steigt die Inflation; steigt die Arbeitslosigkeit, sinkt die Inflation...Makroökonomie lässt grüßen.
 
Man blöd gefragt: Wozu brauchen wir soviel Sicherheit bzw vor wem?
Ich meine diese Sicherheitsdienste dienen lediglich als Zugangskontrolle, damit nicht ein 14-Jähriger da reinläuft und "Merkel raus!" an die Wand kritzelt.
Wenn wirklich ein terroristischer Angriff verübt werden würde, hätten die sowieso einen Plan, wären schwer bewaffnet, usw... Oder wollt ihr vielleicht den Bundestag mit Panzern & Co bewachen lassen.
Und zu dem Munitionsdepots der Bundeswehr: In Kriegszeiten wo wirklich eine Gefahr bestünde, würden die auch net mehr von nem privaten Sicherheitsdienst bewacht werden.

Btw, is das in anderen Ländern auch normal, dass private Sicherheitsdienste die Regierungsgebäude bewachen.
 
RE: Wie viel ist die Sicherheit Wert in Deutschland?

Hallo zusammen,

Original von LX
Billig heißt nicht zwangsläufig schlecht. Sicherheitskräfte sind auch Leute mit Ausbildung und Qualifikation, wir reden hier ja net von einfachen Rausschmeißern vor der Disse.

Nun da ich insider bin, bzw. ich aus der Branche komme, kann ich dir garantieren das man keine (Hoch-)Qualifizierten Sicherheitskräfte, für diesen Preis bekommt... schon allein die Qualifizierung ist zu teuer, das sich die Mitarbeiter auf einen Minilohn nicht einlassen - kurz gesagt wenn man Qualität will dan muss das auch der Preis passen. Ich könnte mir nicht vorstellen, als Hochqualifizierter, für einen lohn von 4 Euro zu arbeiten... bzw. wie das ein Unternehmen ohne 400 Euro kräfte schafen kann...

Original von CitizenX
Nummer Eins: auf einer Bundeswehrbasis, in der mehrere Hundertschaften Bundis stationiert sind, bewachen externe Sicherheitskräfte Munitions- und Waffenlager. Mir drängen sich also zwei Folgerungen auf: entweder sind die Bundis unfähig, ihre eigenen Ressourcen zu sichern oder sie unwillig, im Sinne von Entwendung einzelner Dinge. In beiden Fällen lässt mich der Schutz der Bundis von Externen stark an deren Sinn und Kompetenz zweifeln.

Es hat nichts mit der qualifikation der Bundis zu tun. Es ist vielmehr eine Kostensache. Mehr und Mehr Polizeistationen werden von externen Leuten bewacht, da die Polizisten für solche aufgaben überqualifiziert sind. Wenn man die Kostenintensive Ausbildung der Polizisten/Soldaten berücksichtigt, wird klar das das zu teuer ist.
Der Polizist soll (für sein Geld) lieber Kriminelle jagen bzw. streife fahren, als für den gleichen Lohn seine Polizeistation bewachen. So ist das auch mit Soldaten. (Keiner würde einen Sternekoch in eine Pomesbude setzen)

mfg
 
Möchtest Du mir also erzählen, dass selbst ein Wehrdienstleistender teurer ist, als ein extern engagierter Sicherheitsmann?
Dass z.T auf Privatfirmen umgsattelt wird, hat schon gewisse Gründe.Vielleicht nicht immer nachvollziehbar ;). Je nach dem welche Einheiten da stationiert sind und was sie für Primäraufgaben haben. Wenn da z.B Soldaten auf Zeit oder Berufssoldaten stationiert sind, die zudem bestimmte andere Aufgaben erledigen müssen, so ist es billiger auf "externe" Kräfte zurückzugreifen. Gleiches gilt für "Durchgangskaserenen", die z.B als Fahrschulen fungieren.

Wir haben z.B unsere Kaserne sowie die "kleinen" Mundepots selber bewacht.
Die "großen" Mundepots wurden dagegen privat bewacht (wobei von "Wache" kann man nicht wirklich sprechen) .
Der Vorteil war z.B dass diese Leute sich mit den ganzen bürokratischen Einzelheiten und Vorschriften auskannten, die so anfallen, wenn Artilleriemunition angeliefert und abtransportiert wird (auch von Verbündeten). Und uns blieb eine Extrawache erspart (hätte wohl im Durchschnitt noch einen Zusatzdienst in der Woche bedeutet - d.h ca. 2x mal 24 Stunden Wache/Sonderdienst in der Woche, von 8 bis 8 - und danach kommt für gewöhnlich nochmal bis 17:00 "Normaldienst" - da verzichtet man doch sehr gerne darauf :rolleyes: ) . Früher war es zwar anders - auch die "großen" Mundepots wurden von Bundis bewacht, allerdings waren auch deutlich mehr Leute in der Nähe stationiert gewesen - das Heer ist ja auch größenmäßig geschrumpft. Wenn die nächste Kaserne 30-40 km entfernt und zahlenmäßig dünn besetzt ist, wird es eben knapp.

Und als wir einen Sicherungsauftrag erledigt haben (Bewachung von US Liegenschaften - bei uns war das eine US Kaserne in Darmstadt) wurden wir in einer alten Kaserne (Bruchbude ohne Warmwasser (im Winter) :rolleyes: ) einquartiert, die von privaten Sicherheitskräften "bewacht" wurde. Außer uns war da nur das zentrale (Feld)Postamt.

Die Ami-Kasernen selbst haben/hatten auch private Sicherheitskräfte "vorgeschaltet", die z.B Ausweiskontrolle etc erledigen. Sie sind/waren normalerweise mit einer Handfeuerwaffe zur Selbsverteidigung bewaffnet. Dahinter kamen dann die (inkompetenten ;)) "schwerbewaffneten" Bundis (fast alles W9), die Autos nach Sprengsoff durchsuchten, Einfahrten sicherten und nachts Streife liefen.Sicherung von Objekten gehört afaik, zumindest beim Heer, zu der Grundausbildung dazu.
 
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