Woher kommt der Geruch bei der Verbrennung von 100% Bio-Ethanol?

Eine Frage an die Chemiker unter euch: Wir haben seit einiger Zeit einen Bioethanol-Kamin. Soweit so gut, allerdings habe ich das Problem, dass trotz 100%ig reinem Ethanol ein leichter Geruch entsteht. Es riecht dabei nicht direkt verbrannt, sondern eher leicht "scharf". Vergleichbar mit Abgasgeruch. Das finde ich aber sehr merkwürdig, denn eigentlich sollte ja bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoff nur Kohlenstoffdioxid und Wasser entstehen. Aber woher kommt dann dieser Geruch?

Achso: und kann dieser Geruch evtl. gesundheitsschädlich sein? Was denkt ihr?
 
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Die Frage ist da nicht nur die Reinheit, sondern auch die Vollständigkeit der Verbrennung. Was du da riechst, ist vermutlich Essigsäure, wie sie bei der Oxidation von Ethanol entsteht. Erst durch Zuführung von ausreichend Energie wird daraus CO2 und Wasser. Offenbar ist die Verbrennung also einfach nicht vollständig. Allerdings spielt beim Bio-Ethanol auch die Reinheit eine gewisse Rolle. Einfach mal einen anderen Anbieter ausprobieren um rauszubekommen ob es am Kamin oder am Ethanol liegt.
 
Zusatzstoffe

Hallo,

alle in DE käuflichen Ethanolsorten sind in der Regel mit diversen Vergällungsmitteln versehen, damit du keine Branntweinsteuer entrichten musst.

Siehe u.a. hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vergällung
http://de.wikipedia.org/wiki/Bioethanol#Additiv_ETBE
http://de.wikipedia.org/wiki/Branntweinsteuer


Auszug:

"Brennspiritus wird meist mit den Vergällungsmitteln MEK (Methylethylketon) und Denatoniumbenzoat, das äußerst bitter schmeckt, vergällt.Für die Essig-Herstellung wird der Alkohol mit Essigsäure vergällt.
Für die Verwendung als Rohstoff in der chemischen Industrie sind gängige Vergällungsmittel Methylethylketon, Petrolether, Toluol und Cyclohexan. Weitere zugelassene Stoffe sind Schellack, Fichtenkolophonium, Phthalsäurediethylester, Thymol, Diethylether und tert-Butanol in Verbindung mit Isopropanol oder Denatoniumbenzoat. Die Wahl des Stoffes richtet sich nach dem Anwendungsbereich. So wird zur Herstellung kosmetischer Produkte darauf Wert gelegt, dass keine übelriechenden Substanzen verwendet werden. Bei Präparationsmitteln für Laborzwecke darf durch das Vergällungsmittel kein Einfluss auf die gewünschte Reaktion stattfinden.
Pyridin ist ein obsoletes Vergällungsmittel, wurde früher jedoch oft eingesetzt.
"

Welches davon im Bioethanol zugesetzt ist, kann man mit geübter Nase am Geruch erkennen. Obwohl der Geschmackssinn auch hier ein gutes Indiz geben könnte, würde ich vom Probieren allerdings abraten und bei Vorhandensein ein Massenspektrometer zu Rate ziehen:)

Wenn du denkst, es könnte Essig sein, halte doch mal ein pH Papier rein.

Gruss
 
Danke für eure tollen Antworten. Ich versuche das mal mit dem PH. Was meint ihr, ist das nicht evtl. gesundheitsschädlich?
 
Hallo,

ich gehe mal davon aus das der allgemeine Anwender von Brennspiritus, Bioethanol usw diesen nur als Brennstoff oder Reinigungsmittel verwendet - dafür ist er ja gedacht. Also nicht als Genussmittel :) oder zum Tinkturen oder Extrakten erstellen, äußere Anwendung und dergleichen.

Dafür geht man in die Apotheke und holt sich reinen Ethanol ohne Zusätze. Der wäre ca. 96%ig. Absoluter Alkohol (100%) ist wasserfrei und nochmals viel teurer.

Zurück zum Bioethanol. Je nach Art der zugesetzten Stoffe sollten diese rückstandsfrei verbrennen. Eine Geruchsbelästigung kann zwar da sein, aber die bei gasförmigen Substanzen aufgenommenen Mengen sind bei guter Belüftung gering (zumindest viel geringer im Vergleich dazu, wenn man das Zeug trinken würde - bitte nicht).

Essigdämpfe wären harmlos, aber ich glaube nicht, dass das bei deinem Bioethanol enthalten ist. Essig hat ja eigentlich einen eher angenehm erfrischenden, sauren Geruch. Denk mal an Sauerbraten :wink:

Riecht dein Bioethanol vielleicht nach Ether (suesslich, aetherisch) - dann ist's bestimmt ETBE. Riechts nach Industrieklebstoff (leicht suesslich, mit einem Hauch Schärfe, unangenehm) könnte es MEK sein. Pyridin gab's früher noch, das riecht richtig ekelhaft im Vergleich.

Aber, selbst wenn man die Substanz identifizieren kann, wird es nicht möglich sein, diese ohne weiteres zu entfernen (Azeotrope Gemische als Stichpunkt) Damit beschäftigen sich so einige Schwarzbrenner:)

Ich würde mal verschiedene Marken ausprobieren, bis man eine gefunden hat, welche keine sonderbaren Gerüche von sich gibt.

Gruss
 
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