Kommt die Demokratie 2.0?

Richtig, es würde den großen Parteien nicht gefallen. Es dürfte aber auch recht schwierig werden, notwendige aber unliebsame Gesetze zu beschließen. Vor allem auch deren Ausarbeitung dürfte schon ein Ding der Unmöglichkeit sein, denn wer sind denn die Verhandlungspartner?
Viel interessanter finde ich aber folgende Tatsache:
Dieses System wäre nur noch mit Computersystemen realisierbar. Solch eine Idee also von einer Partei zu hören, die absolut gegen Wahlcomputer ist, finde ich schon sehr merkwürdig.
Ein weiterer Kritikpunkt ist natürlich, dass es bei diesem System keine geheime Wahl mehr geben kann. Von Demokratie 2.0 kann daher in meinen Augen nicht gesprochen werden.
 
Irgendwie bezweifle ich das eine solche Innovation den großen Volksparteien gefallen würde...
Den großen Volksparteien?
Du meinst die eine mir unsympatische, die sich für christlich hält und als Tigerente regiert und die andere, die mal sozialdemokratisch und groß war und sich in den letzten Jahren zu "weder, noch" entwickelt hat? :wink::D


b2t:
Ich fänd's toll, wenn sich sowas Partei-übergreifend durchsetzen würde, bezweifle aber, dass Politiker, welche noch nicht mal wissen, was ein Browser ist, mit einer solchen Technik umgehen können wollen.

Gib der Politik mal noch so 10 Jahre, bis die ganzen alt-eingesessenen weggestorben oder zurückgetreten sind und durch junge motivierte Leute ersetzt wurden...

Wobei das Alter ja nicht unbedingt entscheidend ist...
z.B. einem Hans-Christian Ströbele (B90/Die Grünen) würde ich trotz seiner 70 Jahre zutrauen, dass er sich gerne mit derartigen Ideen auseinander setzen würde...

Schauen wir mal gespannt, wie sich das ganze weiterentwickelt...


edit:
Ein weiterer Kritikpunkt ist natürlich, dass es bei diesem System keine geheime Wahl mehr geben kann.

Das ist 'ne Geschichte, die meines Wissens nach ziemlich heiß schon zu Wahlkampf-Zeiten in Foren und Wikis der Piraten diskutiert wurde, wie bei so einem System sowohl 'ne Mehrfach-Wahl (also Manipulation), als auch eine Rückverfolgung auf den, der abgestimmt hat, verhindert werden kann...
Man müsste sich die Software wohl mal genauer anschauen, um zu entscheiden, ob diese Dinge mitlerweile gelungen sind...
 
Ich fänd's toll, wenn sich sowas Partei-übergreifend durchsetzen würde, bezweifle aber, dass Politiker, welche noch nicht mal wissen, was ein Browser ist, mit einer solchen Technik umgehen können wollen.
Kann das Volk das denn auch? Zum einen wollen manche Leute das nicht (Technophobie oder Datenschtzbedenken) zum wäre manchen Bürgern es auch nicht zumutbar (Unkentniss (was zu beheben wäre), Behinderungen (Blinde), kein Geld für Internet oder schlicht kein Internet vorhanden (siehe c't 26/2009 und 25/2009)). Wir sind leider weit davon entfernt alle Bürger am Netz zu haben, sodass sie über dieses an Politik teilnehmen können.
 
beavisbee:
Du meinst die eine mir unsympatische, die sich für christlich hält und als Tigerente
tigerente_normal.jpg
regiert und die andere, die mal sozialdemokratisch und groß war und sich in den letzten Jahren zu "weder, noch" entwickelt hat?
Genau die meine ich - hatte schon überlegt ob ich "ehemalige" Volksparteien schreiben soll...:D
 
Wir sind leider weit davon entfernt alle Bürger am Netz zu haben, sodass sie über dieses an Politik teilnehmen können

Richtig, aber die Parteien, die dieses System nicht verwenden bekommen auch ein Feedback.
Da kann man durchaus zweigleisig fahren.

Ich finde es gut, dass es das System zumindest ermöglicht, die Volksmeinung zu einem Thema zu erfahren und nicht die Stichprobe hochrechnet.
Die verschiedenen Wahlen würde ich dennoch zunächst über das gute alte Urnenschubsen vollziehen (auch wenn ich jeden Sonntag los muss oder an Sammelsonntagen 10x Abstimme).

Dafür hat man dann aber mehr Demokratie, als wenn man sich unter seinen Stellvertretern den am wenigsten Schlechten heraussucht und dann mit dessen Entscheidungen leben muss.

lG

Brabax
 
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