Lohnt es sich für mich, beruflich programmieren zu lernen?

Guten Tag zusammen.

Die bestehen Threads konnten mir dazu leider nicht weiterhelfen, deshalb hier meine Fragestellung.
Ich bin 22 und beginne nächstes Jahr eine Ausbildung in einem Start-up Online Marketing-Unternehmen, in welchem ich seit fast einem halben Jahr als Praktikantin eingestellt bin. Hatte mich eigentlich eindeutig auf Fachinformatik eingestellt.

Nun versucht mich mein Chef allerdings vermehrt für Kauffrau für Marketingkommunikation zu überzeugen, aus folgenden Gründen: Ich sei sehr viel schneller praktisch einsetzbar, würde mehr Anwendbares lernen in kürzerer Zeit und könne nebenbei trotzdem Programmieren lernen (bei uns angewandte Sprachen sind zum Beispiel PHP, Java).

Ich bin damit nicht ganz zufrieden. Allerdings hat er auch gewissermaßen Recht. Ich bin leider für mein Alter recht unerfahren, kann jetzt gerade mal mit CSS und HTML einfache Webseiten bauen - allerdings nach zusammengerechnet ca 3 Wochen Lernzeit.

Mich interessiert die Technik hinter dem Ganzen viel mehr als die Arbeit mit Onlinemarketing selbst.. ich weiß aber, dass es ein steiniger, langer Weg zu Programmierer ist, wenn man nicht schon als Teenie damit angefangen hat. Meine Kompetenzen liegen eher im Webdesign Bereich, aber darin sehe ich keine Zukunft. Ich habe übrigen ein Fachabitur von der Gestaltungs-Fachoberschule.

Wie würdet ihr die Situation beurteilen? Stehe im Moment zwischen zwei recht verschiedenen Ausbildungen.
Danke für eure (eventuelle) Hilfe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Persönliche Meinung: Man sollte das tun was einem auch selber Spaß
macht etwas zu lernen oder machen womit man nicht wirklich warm wird
bringt nichts. Mein damaliger Chef wollte mich auch mehr in den Verkauf
ziehen den Zahn hab ich ihm aber schnell wieder gezogen. Ich bin Techniker
kein Verkäufer damit komme ich nicht klar und dazu hab ich auch nicht das
Zeug. :rolleyes:
Also ich könnte mir nicht vorstellen einen Beruf zu machen an dem ich keinen
Spaß habe oder der mich nicht die Bohne interessiert...


Denke mal das dein Chef er damit rechnet was er für Leute braucht die dazu
auch noch "billige" Arbeitskräfte sind. Mich würde da er wurmen das du seit
einem halben Jahr als Praktikantin da bist. Bevor ich meine Ausbildung
angefangen habe hab ich ein 3-4 Wochen Praktikum bis zum Monatsende
gemacht und bin dann alls ungelernter eingestellt worden bis zum
Ausbilungsanfang.
 
Das Praktikum welches ich mache ist bezahlt, fast auf Ausbildungsniveau, werde also nicht ausgenutzt oder so. ;)

Du hast natürlich damit Recht, dass es für meinen Chef einen Vorteil darstellt wenn ich eine für die Firma Ertrag bringende Ausbildung antrete. Allerdings ist es auch so, dass ich dort nicht so viel an IT Projekten mitwirken kann aufgrund meiner fehlenden Kenntnisse - und es wäre wohl wichtig Referenzen zu haben heutzutage.

Mein Problem ist auch, dass mir jeder was anderes erzählt. Mein Mitbewohner, studierter selbstständiger Informatiker und auch Kunstakademie Absolvent, hat mir förmlich eingetrichtert dass ich eine Mediengestalter Ausbildung vergessen soll, da ich da sprichwörtlich vielleicht nur einen Hungerlohn bekommen werde im Vergleich zum Fachinformatiker -der ja nun auch irgendwie kreativ ist, nur funktional.

Insgesamt ist es schwierig und ginge es nach meinem Interesse, würde ich mich klar für den Fachinformatiker entscheiden.. Nur schwer wenn mein Umfeld an meiner Disziplin zweifelt. Damit tue ich es an Ende auch, wäre auch fatal wenn ich plötzlich mit meinem Informatik-Verständis am Ende bin.
 
ginge es nach meinem Interesse, würde ich mich klar für den Fachinformatiker entscheiden
Dann ist damit schonmal ein signifikanter Teil der Entscheidung gemacht ;)

da ich da sprichwörtlich vielleicht nur einen Hungerlohn bekommen werde
Wo er recht hat. Verkaufsmenschen gibt es wie Sand am Meer, während in der IT ein ziemlicher Mangel an Fachkräften herrscht. Zudem sind IT-Fachkräfte, die sich mal eingearbeitet haben schwer zu ersetzen. Ich mutmaße mal, dass das im Vertrieb nicht im selben Maße zutrifft.

Nur schwer wenn mein Umfeld an meiner Disziplin zweifelt.
Was soll das bedeuten?

aufgrund meiner fehlenden Kenntnisse
Was für Informatikkenntnisse hast du bisher?
 
Hi bad_alloc,

Zitat:
da ich da sprichwörtlich vielleicht nur einen Hungerlohn bekommen werde
Wo er recht hat. Verkaufsmenschen gibt es wie Sand am Meer, während in der IT ein ziemlicher Mangel an Fachkräften herrscht. Zudem sind IT-Fachkräfte, die sich mal eingearbeitet haben schwer zu ersetzen. Ich mutmaße mal, dass das im Vertrieb nicht im selben Maße zutrifft.
Sorry für den verwirrenden Themenwechsel, damit meinte ich den Mediengestalter (Digital und Print). Das steht nämlich bei mir im Ausbildungsbetrieb auch zur Auswahl. Sehr viele Jahre praktische Photoshop-Erfahrung, der Besuch an der Gestaltungs-Fachoberschule und meine schnell ansteigenden CSS Kenntnisse würden den Beruf auch eigentlich am ehesten in Betracht ziehen.. aber, mir wurde von allen Seiten nur davon abgeraten.

Marketingkommunikation, das wäre bei uns weniger Verkauf/Vertrieb, sondern eher Werbung managen. Ich würde mehr mit Advertisern zu tun haben, den Markt analysieren und Projekte managen (wir betreiben Preisvergleiche, Gutscheinseiten und ähnliches). Zwar klingt das spannend wegen der Verantwortung die da zu übernehmen wäre, aber eigentlich mag ich Werbung als solche garnicht.. wiegesagt, eher die Technik die hinter solchen Projekten steckt.

Zitat:
Nur schwer wenn mein Umfeld an meiner Disziplin zweifelt.
Was soll das bedeuten?
Ich bin jemand der beim Umsetzen der Dinge lernt. Sich hinsetzen und durchgängig Theorie pauken liegt mir weniger, auch wenn ich weiß dass ich da nicht drum rum komme. Wenn ich in meiner Firma Fachinformatik lernen will, werde ich wenig zum Anwenden haben und viel selber lernen müssen, meint zumindest mein Chef..

Zitat:
aufgrund meiner fehlenden Kenntnisse
Was für Informatikkenntnisse hast du bisher?
Habe in jetzt 4 Monaten Praktikum immer ca 1mal die Woche an eigenen HTML/CSS Projekten gebastelt (zB. Tab-navigationen, Newsletter Template, Text-Templates, eigene kleine Webseite, Formular). Davor fast keine Kenntnisse in dieser Richtung gehabt. Vor ein zwei Wochen über Codecademy kleines Javascript Tutorial angefangen, macht schon ein paar Fortschritte. Habe auch ein Buch zu PHP da, welches ich mir über die Ferien zu Gemüte führen werde. Viel also nicht.. Alles noch in Kinderschuhen..
 
Auf jeden Fall kann man schonmal festhalten, dass deine beruflichen Chancen als FIA sicherlich besser sind als für "Vertriebler". Aktuell herrscht gerade im Bereich Webentwicklung ein enormer Fachkräftemangel. Java, PHP, SQL in Verbindung mit HTML, CSS und Javascript sind zumindest in den Großstädten enorm gefragt. In Berlin z.B. kann man sich als Java-Programmierer seinen Job derzeit aussuchen, selbst wenn man noch nicht so viel Erfahrung mitbringt. Und wenn man sich bei Xing u.ä. mal die Jobbörsen anschaut, wird man sehen, dass der Programmierer-Mangel sich mittlerweile in ganz Deutschland ausbreitet.
 
Ja, das stimmt.
Man sollte das tun was einem Spaß macht.

Jedoch sollte man auch realistisch sein.
Als Bürokauffrau wird man schneller "erfolgreich/einsatzfähig" als ein FIA.

Die Aufgaben eines FIA sind wesentlich komplexer als die einer Bürokauffrau.

Man sollte ehrlich zu sich selbst sein und überlegen, ob man der "Aufgabe" gewachsen ist.

0815 Programmierer gibt es wie Sand am Meer, aber gute Programmierer, die sauber/effizient programmieren sind sehr selten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie durch die Ausbildung/das Studium ein 0815 Programmierer wird, ist sehr hoch.

Eine Bürokauffrau als Sachbearbeiterin muss keine "perfekte" Arbeit leisten, ein Programmierer hingegen sollte versuchen seinen Quelltext so sauber wie möglich zu schreiben.

Klar kann man als 0815 Programmierer/Informatik ein Job finden,
aber mal Hand aufs Herz, wer würde für sein eigenes Unternehmen einen mittelmäßigen Programmierer einstellen.

Hinzu kommt noch, dass Frauen als Programmierer es wesentlich schwerer haben als Männer und dass sich Frauen in der Mathematik schwer tun ist auch bekannt.
 
Ich habe das Gefühl, dass die Arbeit von Bürokaufleuten hier etwas unterschätzt wird. Die müssen eine genau so saubere Arbeit abliefern wie Entwickler und in Teilen sogar noch mehr. Arbeit ohne Dokumentation ist für BKL ein Unding, während man es bei Programmierern oft genug durchgehen lässt. Gute Bürokaufleute sind (vor allem im Marketing-Bereich) genau so ein Mangel wie gute Programmierer, gerade in einer "Startup-Stadt" wie Berlin.

Ausserdem werden "durchschnittliche" Programmierer durchaus auch gesucht. Die werden dann als "Junior Entwickler" u.ä. bezeichnet. Gute Programmierer entstehen durch Erfahrung. Ein Einsteiger kann daher nie ein guter Programmierer sein, sich aber in 4-5 Jahren durchaus zu einem solchen entwickeln. Ich hatte das Glück im letzten Jahr mit so jemandem zusammenzuarbeiten. Der hat mal im Marketing angefangen, wurde dann von einem CTO aufgrund seiner Interessen in die IT-Abteilung geholt und hat sich binnen 4-5 Jahren zum Head of Development in einem kleinen Unternehmen und später zum Senior-Dev in einem der grössten Medienunternehmen Deutschlands hochgearbeitet. Ich denke dort wird er auch relativ schnell in höhere Positionen versetzt werden. Und das sogar ohne entsprechende Ausbildung. Ob jemand gut wird oder nicht, hängt vom Interesse desjenigen ab und das scheint beim TE durchaus ja gegeben.
 
Ihr habt beide gewissermaßen Recht. Realistisch sollte ich entscheiden, das kann ich aber nur wenn ich die Konditionen kenne. Dass Programmieren lernen extrem viel *Festbeißen können* abverlangt ist mir klar. Was ich bis jetzt beurteilen kann, deutet darauf hin dass ich einen gewissen Tatendrang verspüre wenn ich mit dem Code schreiben Erfolg habe. Dieses fast kindliche sich Freuen, wie beim Lego bauen früher :D

Aber hier gehts halt um meine Zukunft. Viele sagen, dass mit der Ausbildung noch nicht alles entschieden ist.

Daran, dass ich etwas unsauber tue, würde es gar nicht mal scheitern - eher an meinem Verständnis für abstrakte Mathematik. Wenn etwas angewandt logisch zu verstehen ist komme ich gut klar und es macht mir einen riesen Spaß - weiß ich es jedoch nicht mehr mit Vorstellungskraft zu fassen, fühl ich mich überfordert.
Mein Mitbewohner, der ja nun wirklich der IT schlechthin ist, hatte früher in Mathe mangelhaft. Er ist der Meinung dass ich das schaffen kann, auch wenn ich in der Schule nie gut in Mathematik war - sobald er mir etwas bildlich erklärte verstand ich es meistens. Ich muss sagen, dass ich Mathematik eigentlich mag, aber der ganze Lehrstoff zusammen sich aufstaute und gar nicht mehr mit kam.

Schätze mal ich komme nicht drumrum es einfach auszuprobieren. Solange es mir im Kopf rumschwirrt werd ichs wohl nicht ablegen können, auch wenn ich gerade mal ein paar Pop-up Fenster in Javascript aufploppen lassen kann:rolleyes:
 
owned by bitmuncher :(
hast aber Recht :)

@KatieQuakie: Wenn du dich im Bereich Webentwicklung weiter bilden willst,
kannst du dass auch parallel neben einer Ausbildung zur Bürokauffrau tun.

Ein Webentwickler ist schließlich kein Informatiker.

Die Dokumentation vom W3 Konsortium reicht vollkommen aus:
HTML5: HTML 5.1
 
Aber hier gehts halt um meine Zukunft. Viele sagen, dass mit der Ausbildung noch nicht alles entschieden ist.

Und damit haben sie durchaus Recht. Ich habe BTA und Chemielaborant gelernt und arbeite heutzutage als Sysadmin. Ich kenne Entwickler, die Marketing-Leute, Grafik-Designer und sogar GaLa-Bauer waren, bevor sie ihre Begeisterung für's Programmieren entdeckten.

Aber ich muss overflow durchaus Recht geben. Viele Leute, die ich kenne und die zumindest in der Webentwicklung richtig gut sind, haben zuvor was anderes gelernt und sind als Quereinsteiger in den Job gekommen, was angesichts der Marktlage gerade für Webentwickler (Java, PHP, SQL) heutzutage einfacher ist als jemals zuvor, da auch immer mehr Firmen explizit nach Quereinsteigern suchen. Ausserdem ersparst du dir bei einer Fokussierung auf Webentwicklung und einer autodidaktischen "Ausbildung" den ganzen Mathe-Kram. ;) Man sollte aber nicht vergessen, dass Quereinsteiger erst dann richtig gut verdienen, wenn sie ein paar Referenzen vorweisen können und die zu bekommen erfordert einfach mal ein paar Jahre Arbeit in niedrigen Positionen und viel viel Lernen.
 
Ich finde du solltest es schlichtweg ausprobieren.

Die absolut basalen Grundlagen der Anwendungsprogrammierung lassen sich durchaus als Wochenendprojekt in Angriff nehmen. Welche Sprache du nimmst dürfte dafür keine Rolle spielen, Java dürfte sich allerdings durchaus anbieten. (wobei sicherlich auch PHP oder AS3 nicht alzu verkehrte Einstiegsoptionen sind)

Tutorials sowie weitere Ressourcen gibt's im Netz wie Sand am Meer - auch tatsächlich zu den meisten Gebieten viel Gutes dabei sodass sich der Kauf eines Lehrbuches nicht mehr als notwendig ergibt.

Du kannst ja mit den Klassikern anfangen, z.B. einen Taschenrechner zu programmieren - und diesen dann um Funktionen sowie eine ausgeklügelte grafische Oberfläche erweitern
Oder wenn du lieber "praktische Probleme" lösen willst, code halt einen Sudoku löser (iterativ sowie rekursiv)

Programmieren ist nicht etwas das man erst nach 3 Jahren Studium/Ausbildung kann - sondern viel eher etwas das man durch Erfahrung und weiter/tiefer -greifendes (theorie-)verständnis ausbaut

Tauch halt einfach mal ein und versucht im Laufe von einer Woche oder zwei deinen Weg vom Hello-World Programm zu etwas wie dem genannten vorzuarbeiten. Ich bin mir sicher danach bist du dir bezüglich deiner Wahl viel schlauer und sicherer als egal was wir hier dir erzählen können.

Alles Gute auf deinem Weg :D
 
Also für eine Ausbildung jeglicher Form mußt Du etwas tun, und dabei ist es egal ob E-Technik, Dachdecker, Tischler, oder Programmierer. Engagement wird überall abverlangt. Heutzutage bekommt man nichts geschenkt. Zu meiner Zeit, vor 20 Jahren war das nocht nicht ganz so "hart".

Ob Du unerfahren bist, oder nicht ist auch egal, denn dafür möchtest Du ja eine Ausbildung machen. Hier würde ich die Verbale Beeinflussung durch Deinen Chef auch ignorieren.

Ich habe meine Basis in der Elektrotechnik gefunden und bin dann in die Programmierung übergelaufen. Ich habe mir immer gesagt das eine ist mit dem anderen zwangsläufig verbunden.

Manchmal habe ich das Gefühl das Programmierer Myhstische Wesen sind, aus Sicht der anderen !? Alles ist erlernbar !!! Und so wild ist die Programmierung auch nicht.

Falls ich das überlesen habe, tut es mir Leid, aber welchen Bildungsstand hast Du denn Momentan ? Realschule ... ?
 
Jo kann ebenfalls dem zustimmen das mit der Ausbildung noch nichts entschieden ist. Ähnlich wie es bitmuncher erwähnt hat bin ich auch erst später in die Informatik eingestiegen.

Wichtig ist wirklich das, wie viele vor mir bereits erwähnt haben,dir deine Tätigkeit Spaß machen sollte. Wenn du das Interesse dafür hast dann würde ich es auch durchziehen :thumb_up:
 
Entwickler werden ist wirklich ne steinige Sache. Es gehört vieeeeeel Erfahrung + viel Wissen dazu.

Und gerade in dem Bereich gibt es nur einen rechten Weg die Dinge zu lernen und das ist der, bei dem man richtig heftig in die Fresse kriegt. :D
 
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