Die Anon-Hacks

Befürwortest du die Anon-Hacks?

  • Ja

    Abstimmungen: 14 36,8%
  • Ja, solange nicht meine Daten geleaked werden

    Abstimmungen: 3 7,9%
  • Nein

    Abstimmungen: 21 55,3%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    38
#1
Hi,

mich würde mal intressieren wieviele hier im Forum die Anon-Hacks befürworten beziehungsweise dagegen sind.
Es werden unter anderem auch User-Datenbanken veröffentlicht, von Usern die nichts mit der Firma zu tun haben, außer das sie ein Produkt von ihnen erworben haben.

MfG
Inliferty

[Edit]
Wem eine Antwortmöglichkeit fehlt -> Bitte per PN oder hier im Thread :)
 

GrafZahl

Member of Honour
#2
die frage kann, zumindest was mich betrifft, nicht so einfach beantwortet werden:

DIE anon-hacks ...

... in ihrer gesammtheit sind zu verschieden, um sie allgemein zu bewerten

anonymous ist von der grundidee her nicht als fester verbund aufgebaut, bei dem man ein gemeinsames ziel finden kann. eher grobe richtungen die mehr oder weniger breite zustimmung unter den "mitgliedern" (sofern man dies überhaupt so betrachten kann) finden. aus dem gleichen grund sind auch die hacks, demos oder sonstigen aktionen nicht von allen getragen. es fällt daher mir zumindest recht schwer DIE anon-hacks als ganzes zu sehen.


meiner meinung nach gibt es sowohl gelungene aktionen, als auch weniger gelungene.

da du speziell nach den DB-Leaks fragst: aktionen in denen schützenswerte private daten von leuten veröffentlicht wurden die quasi nur deswegen als "kollateral schaden" gelten weil sie beim falschen eingekauft haben, ein bestimmtes gerät besitzen, etc., halte ich für hochgradig bedenklich. gleiches gilt für mich auch für aktionen bei denen gezielt solche daten über konzern-manager und deren familien veröffentlicht werden (meist mit dem ziel diesen personen im privaten umfeld zu schaden)

auf der anderen seite, speziell beim thema kundendatenbanken, muss ich aber auch des teufels advokat spielen, und fragen wie man auf andere weise den verantwortlichen klar macht dass ihr umgang mit solchen daten höchst fahrlässig ist, und die verbraucher darüber aufklärt -- selbstverständlich mit der gleichen medialen aufmerksamkeit -- zumindest aus meiner perspektive werden jetzt die optionen knap ...

ich sage nicht dass der weg der richtige ist, aber etwas muss passieren. ob das ergebnis in eine wünschenswerte richtung geht ... wir werden sehen.
 

Brabax

New member
#3
Sorry, aber Datenklau kann ich einfach nicht befürworten.
Sorry, aber Sites defacen, kann ich ebenfalls nicht befürworten.
Sorry, aber dumme Sprüche klopfen während man mit Kindereien versucht Erwachsenen ans Bein zu pinkeln, kann ich ebenfalls nicht befürworten.

Man kann das System nicht immer mit den Regeln des Systems umstoßen, aber "Poke the bear 'till it bites" und "We shoot in masses to kill individuals" ist nicht der Weg den man hierbei, imo, nehmen sollte.

lG
 

easteregg

Member of Honour
#4
befürworten kann ichs im großen und ganzen auch nicht, aber die regen die breite bild-tv masse wenigstens mal dazu an, kurz drüber nachzudenken, wo die überall ihre privaten daten im facebook und co hinterlassen!
und schon alleine das is meiner meinung nach nen gewinnen...

... mit welchen mitteln das erkauft wird ist ne andere frage, aber immerhin ;)
 
#5
Es ist schon erbärmlich wie manche in den Mitgliedern "Aktivisten" sehen, als ob tatsächlich eine politische Botschaft mit den begangen Verbrechen vermittelt werden sollte. Es wäre so, als ob man behaupten würde, dass die Krawallmacher in England einfach nur zeigen wollten, dass die Polizei oder die Sicherheitssysteme der Läden einen Bug haben und wie leicht es ist Läden auszurauben.

Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...:rolleyes:
 

Chakky

Member of Honour
#6
Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...:rolleyes:
Auch wenn ich mich mal wieder weit aus den Fenster lehne, für mich sind solche Aktionen ein Spiegel der Gesellschaft. Es ist in meinen Augen ein erstes Auflehnen einer "Gesellschaftsschicht" um was zu bewegen. Revolutionen fingen auch mit kleinen Herden an.

Was in England passiert ist, ist in meinen Augen, ein aufkochen von langen Unterdrückten Emotionen. Ich hab gelesen das es in England eine große Jugendlichearbeitslosigkeit gibt und auch das Problem mit der "Rassentrennung/Diskreminierung" soll dort nich ganz so ohne sein.

Klar mit purer Gewalt sollte man solche sachen nie lösen, auf den normalen Weg scheint sich ja nix mehr zu tun in der Gesellschaft ,leider...
 

end4win

Member of Honour
#7
Also ich finde unser Graf hat es sehr gut getroffen, die Aktionen sind viel zu
unterschiedlich um sie Pauschal zu bewerten.

Sorry, aber Datenklau kann ich einfach nicht befürworten.
Sorry, aber Sites defacen, kann ich ebenfalls nicht befürworten.
Sorry, aber dumme Sprüche klopfen während man mit Kindereien versucht Erwachsenen ans Bein zu pinkeln, kann ich ebenfalls nicht befürworten.

Man kann das System nicht immer mit den Regeln des Systems umstoßen, aber "Poke the bear 'till it bites" und "We shoot in masses to kill individuals" ist nicht der Weg den man hierbei, imo, nehmen sollte.

lG
Du hast durchaus recht, dies sind keine feinen Sachen, allerdings wenn sie möglich sind
werden sie früher oder später gemacht.

Da ist mir eben doch lieber, wenn meine Daten plötzlich verfügbar sind, dann
kann und muss ich nämlich reagieren, Accounts löschen, Passwörter ändern,
Bankverbindungen ändern, Kreditkarten sperren oder entsprechend beobachten.
Denn wenn Anon dies schafft, sind die Daten eventuell schon länger bei Anderen
unterwegs, die kein Interesse daran haben, dass ich dies erfahre.

Auch hatten wir schon oft genug anfragen, wie man sich Verhalten soll, wenn
man Lücken in einem Server oder Software entdeckt hat. Klar kann man dem
Betreiber oder Hersteller eine liebe Mail schreiben und ihm ein poc zur Verfügung
stellen. Der eine wird sich nett bedanken, der Nächste jagt dir seine Anwälte und
die Polizei auf den Hals, weshalb es inzwischen durchaus auch üblich ist diese poc
einfach auf entsprechenden Seiten öffentlich zu machen und wenn Admins nicht reagieren
haben sie halt eines Tages eine Startseite, die ihnen klarmacht, dass der Server
nicht sicher ist oder die Kundendaten sind weg.

Ob da dann eine "politische" Botschaft transportiert werden soll oder sich irgendeine
Spassgruppe einhackt ist eigentlich egal. Gefahr besteht nur, wenn Kriminelle
die Lücken nutzen.

Selbst dieser ddos Kindergarten zeigt doch dem werten User nur, dass er sich nicht darauf verlassen
kann das ein Service 24X7 verfügbar ist.

Gruss
 

easteregg

Member of Honour
#8
Es ist schon erbärmlich wie manche in den Mitgliedern "Aktivisten" sehen, als ob tatsächlich eine politische Botschaft mit den begangen Verbrechen vermittelt werden sollte. Es wäre so, als ob man behaupten würde, dass die Krawallmacher in England einfach nur zeigen wollten, dass die Polizei oder die Sicherheitssysteme der Läden einen Bug haben und wie leicht es ist Läden auszurauben.

Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...:rolleyes:
ob die meisten da irgend ne politische gesellschaft supporten ist fraglich, auch die aktivisten auf der straße sind durchsetzt mit leuten die einfach nur steine werfen wollen.
so what, aber ich nehm lieber ne kaputte festerscheibe in kauf, als wenn nur 2 leute auf der straße sind und gar keine aufmerksamkeit bekommen. denn so ist zwar immer der fade und nicht zu unterstützende beigeschmack von selbstjustiz dabei, grade wenn die da massenweise daten leaken, ich bin aber der meinung dass der 08/15 user so am ehesten mal selbst drüber nachdenkt, was er medien in jeglicher form so an infos in den rachen wirft.

vondaher, schade um die kollateralschäden, aber meiner meinung nach immer noch besser als nix. das alle politisch straight agieren und wissen um was es eigentlich geht... naja, bitte, das is nen wunschdenken, was so in keiner form von protest anzutreffen ist.

/edit: ob ich das ganze jetzt befürworte? naja, im groben und ganzen eher nicht, weil die halt sehr oft übers ziel hinausschiessen... aber es rüttelt immerhin wach!
 
#9
Klar mit purer Gewalt sollte man solche sachen nie lösen, auf den normalen Weg scheint sich ja nix mehr zu tun in der Gesellschaft ,leider...
Das ist ja schön, aber seine Ziele mit den gleichen Methoden, die man als das Böse an sich gebrandmarkt hat, durchzusetzen und diese dann durch den Zweck auf eine moralisch höhere Stufe zu stellen, ist einfach absurd.

@GrafZahl, end4win:"die Aktionen sind viel zu unterschiedlich um sie Pauschal zu bewerten".. Sind sie das? Dann wüsste ich doch gerne den Unterschied der Aktionen, sagen wir im Zeitraum von jetzt, bis ein Jahr zurück.

@end4win, es gibt schon lange seriöse Plattformen, wo du für deine PoC sogar bezahlt wirst und die Plattform dann mit der Firma in Verbindung tritt. Warum ist man im Fall Sony mit den Daten nicht zu einem Notar gegangen und hat den darum gebeten die Presse und Sony zu informieren. So wäre der Schutz desjenigen, der das Sicherheitsloch aufgedeckt hat, gegeben und es wären nicht die Daten von 80mio Kunden veröffentlicht worden. Hier ging es ganz klar nicht darum für die Sicherheit von Sonys Kunden einzutreten, sondern darum dem Konzern zu schaden.

*edit*
vondaher, schade um die kollateralschäden, aber meiner meinung nach immer noch besser als nix.
Das unter diesen Kollateralschäden persönliche Existenzen zu Bruch gehen ist egal?! Möchte gern dein Gesicht sehen, wenn dein Auto, auf das du angewiesen bist, angezündet wird, dass du seit einem Jahr am Abbezahlen bist und den Zeitwert ersetzt bekommst, dir dann kein neues leisten kannst und dann von jemanden zu hören bekommst, tja Pech gehabt, dein Auto musste brennen, ansonsten hätte der Protest nicht genug Aufsehen bekommen.

Sobald ein Protest nur mit Straftaten genug Aufsehen erregen kann, sollte sich diejenigen, die den Protest initiiert haben mal fragen, ob dies überhaupt im Interesse der Mehrheit ist, die in der so hochgelobten Demokratie ja angeblich regieren sollte...
 
#10
Revolutionen fingen auch mit kleinen Herden an.
Schon klar, aber bei dieser Revolution werden die geschädigt, die laut offensichtlich langläufiger Interpretation, geschützt werden sollen.

Selbst dieser ddos Kindergarten zeigt doch dem werten User nur, dass er sich nicht darauf verlassen
kann das ein Service 24X7 verfügbar ist.
... und dass nicht nur die Firmen verantwortungslos damit umgehen sondern auch Crackergruppen.

######

Ich spreche ja nicht gegen die Gutheit des revolutionären oder ethischen Hintergrunds der hier immer wieder in die Taten der Cracker-Gruppe hineininterpretiert wird, sondern nur gegen den Weg den diese Gruppe gewählt hat um sich publik zu machen.

Warum geht man nicht mit gefundenen Sicherheitslecks zur Polizei, Presse oder Datenschützern ohne eventuell gefundene Daten an die Öffentlichkeit zu geben sondern diese nur entsprechenden Ermittlern vorzulegen (wir haben ja eine Datenschutzpflicht) oder in dem man Exempel-Daten preis gibt (also keine speziellen auf Personen zurück verfolgbare).
Klar tut das der Gesellschaft erst Mal weniger weh, aber dann muss man einfach mehr Nachdruck (nicht in Form von public leakes) ausüben, bis die Mehrheit der zu erreichenden Masse erreicht ist. Mit einem entsprechenden ethischen Hintergrund, wie er hier immer den Revoluzzern angehaftet wird, sollte dieses Vorgehen und das Aufbringen des nötigen Ehrgeizes und der nötigen Geduld kein Problem darstellen und sie könnten Volkshelfer werden, nicht ein neuer Justiz-Fall.

Wenn ich ein Mord wieder gut machen will, in dem ich den Mörder erschieße, wer ist dann der Bessere der beiden Menschen?

lG
 
Zuletzt bearbeitet:

Chromatin

Moderator
Mitarbeiter
#11
Ungeachtet der Tatsache, das einige der Hacks einen Kollateralschaden bescherten, den keiner wirklich braucht, versuche ich das Phaenomen als ganzes zu sehen. Und damit als ein Faktor den Zusammenlebens im Netz.

Das mal jemand gehackt wird und jemand Daten leaked ist nichts Neues. Aber dieses geballte Auftreten so vieler Aktionen (von denen überhaupt die wenigsten bei heise.de gepostet werden) ist ein neues Phaenomen.

Hatten Staaten und Konzerne doch immer den längeren Atem in der stofflichen Welt, so müssen allesamt feststellen, das dass die staatlich verbriefte Macht im Netz zu einer reinen Formalität zusammenschrumpft.

Trete ich mit 1000 Mann bei einer Demo an, kommen 2000 Polizisten.
Starte ich Randale bei einer Demo, wird der Staat zurückschlagen.
Hier existiert zum einen die formale Macht und zum anderen die physische, zB die Polizei die handelt, da sie formal "das Recht" (wenn nicht gar Pflicht) hat, Staatsgewalt (wörtlich!) zu vermitteln.

Gehen wir ins Netz. Was existiert hier? Hier existiert lediglich der formale Rechtsrahmen der uns schützt und einschränkt, Erlaubnisse und Verbote auferlegt. Aber anders als "in echt" fehlt es hier an jeglicher Art tatsächlicher Exekutiver Kraft. Der Staat suggeriert zwar "Das Netz ist kein rechtsfreier Raum", aber nochmal: das ist lediglich der Formale Kontext.
Natürlich sind Gesetze auf das Verhalten im Netz anwendbar. Praktisch ist es jedoch für Erfahrene Techniker möglich, sich der stofflichen Staatsgewalt zu entziehen - im Zweifelsfall dadurch, das der Betreffende einfach in einem Staat sitzt wo unser Rechtssystem wenig bis gar keine Aktien hat.

Für Konzerne hat das analogen Charakter (auch hier wiederhole ich mich nur allzugern): Es ist praktisch möglich, seinen Unmut über das Verhalten eines Konzerns direkt (wie auch immer) kund zu tun, was eine unmittelbare Konseuenz bedeuten kann. Beispiel Sony: Prozessieren gegen Hotz, Erregung der Gemüter, massive Angriffe gegen den Konzern mit beträchtlichem finanziellen Schaden.

Weniger "harmlose" Rektionen gab es beim Sex Skandal der ERGO. Auch dort hat die Netzgemeinde instantly reagiert und erheblich am Image gekratzt, was letztendlich Kosten verursacht. Die Gema hats abbekommen, BART hat ebenso "positiv" auf die Aktionen von Anon reagiert.

Für mich sieht es so aus, als wenn sich eine Form von "Alle Macht dem Volke" in der Netzgemeinde etabliert (ein ähnlich spannendes Phaenomen gibts bei Fussballclubs diverser Länder, wo die Fangemeinde einen erheblichen Einfluss auf den Club ausuebt). Eine Macht, die zu ignorieren sich in Zukunft kaum jemand leisten kann, der sich im Netz profilieren will oder muss. Tatsächlich wird kaum jemand darum herum kommen, wer Endkunden bedient. Das gleiche betrifft Regierungen und NGOs.
Ach hier finden wir die Anzeichen in der BRD und EU : wikis, abgeordnetenwatch, die Ressourcen der Europaeischen Kommission, e-petitionen u.s.w.


Für mich sind die Aktionen, die Anon (als Kollektiv betrachtet) durchführt, ein in Zukunft wichtiger Bestandteil (eher Triebmotor) bei der Gestaltung von "Policy and Principles" im gesamten Netzwerk. Das Betrifft technische Entwicklung und die Frage nach Zensur oder Filterung ebenso wie die Entwicklung neuer Gesetze im Bereich Internet Governance, die über Ländergrenzen hinweg Gültigkeit finden müssen. Wer sich damit ernsthaft beschäftigt wird feststellen, wie viele Baustellen es derzeit gibt, wo wir dringend konstruktive Ideen brauchen.

Mein Fazit: Anon ist die logische Konsequenz der Massen (und damit Organisation) im Netz, gepaart mit der Nutzung vorhandener Technologie.

Ich meine damit ausdrücklich nicht, das ich illegale Handlungen direkt billige oder befürworte.
 

easteregg

Member of Honour
#12
zum einen is das beispiel nicht vergleichbar, ich will hier auch um gotteswillen nicht in alle anon mitglieder nen tolles bewusstsein reininterpretieren, im gegenteil! es ist zweifelsohne ein großer haufen von krawallbrüdern, die aber mit sicherheit in ihren reihen leute haben, die gute ideal verteten und das im schutze der breite masse eben durchziehen.

wenn ich gegen irgendwas bin und mir zu hause ne fahne und nen poster ins zimmer hänge, was meine idee weiterträgt, dann hab ich schon verloren. sobald ich aber auf die straße gehe und mal was kaputt mache, dann bekommt das ganze immerhin gehör - vorrausgesetzt ich bin nicht alleine!

und eben dieser krawallhaufen macht genau das, es zeigt mit dem baseballschläger auf probleme und zerhaut die dann. aber das gezeigte fruchtet meiner meinung nach am ehesten bei der breiten masse auf der anderen seite.

das ganze jetzt mit nem mord zu vergleichen is wohl etwas zu weit gegangen, eher mit nem schaufenster einschlagen. und klar ist das zur last der betroffenen, aber bei nem schaufenster is es meisten nur die tante emma von neben an, um die es mri echt leid tut und was nich sein muss.
wenn die aber amazon, apple und facebook kaputt hauen um drauf aufmerksam zu machen... so what? mir ist das mittel auf jeden fall mehr recht, als das die zu hause sitzen und auf nen zettel schreiben, das facebook scheisse mit meinen daten umgeht.

türlich, das wees ich auch selbst, aber der 08/15 bürger von neben an wees das nicht und denkt jetzt erst drüber nach, wenn es ne vereingung gibt, die potentiell die partybildchen von seinem facebook account mit passwort "public" machen könnten...

von daher... job done würd ich sagen.
 

Chakky

Member of Honour
#13
und eben dieser krawallhaufen macht genau das, es zeigt mit dem baseballschläger auf probleme und zerhaut die dann. aber das gezeigte fruchtet meiner meinung nach am ehesten bei der breiten masse auf der anderen seite.

Ich stell mir jetzt die Frage was passiert wenn man die Breite Masse hintersich hat? Was soll man mit dieser Macht anfangen? Das weis wohl keiner und eine Breite Masse ist nun mal eine Dumme Masse und läuft allen hinterher.

Gehen wir ins Netz. Was existiert hier? Hier existiert lediglich der formale Rechtsrahmen der uns schützt und einschränkt, Erlaubnisse und Verbote auferlegt. Aber anders als "in echt" fehlt es hier an jeglicher Art tatsächlicher Exekutiver Kraft. Der Staat suggeriert zwar "Das Netz ist kein rechtsfreier Raum", aber nochmal: das ist lediglich der Formale Kontext.
Natürlich sind Gesetze auf das Verhalten im Netz anwendbar. Praktisch ist es jedoch für Erfahrene Techniker möglich, sich der stofflichen Staatsgewalt zu entziehen - im Zweifelsfall dadurch, das der Betreffende einfach in einem Staat sitzt wo unser Rechtssystem wenig bis gar keine Aktien hat.
Das Netz ist mittlerweile ein eigenes System mit einer eigenen dynamischen "Gesetzgebung", wenn einer oder eine Gruppe quer schießt gibt es auch Sanktionen. Sei es in Foren mit Sperren oder in größeren Ausmaße direkte Angriffe die einen Schaden nach sich ziehen.
Der Versuch das jetzt Staatsorganie diese Regeln zu ändern oder zu verstärken kommt in meinen Augen viel zu spät. Man hat das Medium www unterschätzt.

Das ist ja schön, aber seine Ziele mit den gleichen Methoden, die man als das Böse an sich gebrandmarkt hat, durchzusetzen und diese dann durch den Zweck auf eine moralisch höhere Stufe zu stellen, ist einfach absurd.
Klappt aber immer wieder, schau nach Lybien...Schau in die Geschichte da hat es auch mehrmals geklappt und es wird auch in Zukunft klappen.....
 

end4win

Member of Honour
#14
@end4win, es gibt schon lange seriöse Plattformen, wo du für deine PoC sogar bezahlt wirst und die Plattform dann mit der Firma in Verbindung tritt. Warum ist man im Fall Sony mit den Daten nicht zu einem Notar gegangen und hat den darum gebeten die Presse und Sony zu informieren. So wäre der Schutz desjenigen, der das Sicherheitsloch aufgedeckt hat, gegeben und es wären nicht die Daten von 80mio Kunden veröffentlicht worden. Hier ging es ganz klar nicht darum für die Sicherheit von Sonys Kunden einzutreten, sondern darum dem Konzern zu schaden.
Also ernsthafter Schaden entstand bei PSN, dies war keine Anon- oder LulSecaktion. :wink:
Veröffentlicht wurden diese Daten auch nicht, eher verkauft da gibt es eben auch
Seiten im Netz dafür.
Hier muss allerdings auch ganz deutlich gesagt werden, dass Sony durchaus
versucht hat das Ausmass zu vertuschen, bis Dato gibt es meines Wissens keine
konkrete Aussage ob Kreditkarteninformationen auch betroffen sind.

Genau dieses Verhalten kannst du eben nicht ändern, wenn du dich von Ihnen
bezahlen lässt.

Trenne mal die politischen Aussagen von den Aktionen, den mit dem politischen
kannst du einverstanden sein oder nicht, aber dass diese Aktionen möglich sind
führt dich direkt zu Chromatins Beitrag und ich hatte es auch schon in einem
Thread erwähnt:
Das Internet in seiner administrativen und technischen jetzigen Art ist für vieles was darin
zur Zeit angeboten wird einfach nicht geeignet.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:

GrafZahl

Member of Honour
#15
ich denke ein großteil davon lässt sich eindampfen auf mediale aufmerksamkeit...


Quelle
a Londoner when asked by a television reporter: Is rioting the correct way to express your discontent? "Yes," said the young man. "You wouldn't be talking to me now if we didn't riot, would you?" The TV reporter from Britain's ITV had no response. So the young man pressed his advantage. "Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you."
es ist langsam angekommen, dass man scheinbar leider erstmal krach machen muss bevor man gehört wird ...

viele anon aktionen versuchen sich die gewünschte aufmerksamkeit auf ähnlichem wege zu beschaffen wie die protestler auf der insel... die konkreten methoden sind unterschiedlich, die taktik (sofern man es so nennen will) nicht

dass dabei einiges zu bruch geht, steht ausser frage ... und es macht meiner meinung nach auch nicht sonderlich viel sinn sich mit den einzelaktionen zu befassen und diese zu sezieren was daran nun besonders lobenswert ober verwerflich war/ist.
 
#16
inliferty hat gesagt.:
Wem eine Antwortmöglichkeit fehlt -> Bitte per PN oder hier im Thread
Mir fehlt z. B. die Antwort "Ja, solange keine privaten Daten geleakt werden und Daten von Firmen/Institutionen nur solange ein öffentliches Interesse besteht". OK - ist vielleicht etwas lang für eine Antwort-Option, vielleicht könnte man sich auf etwas griffigeres wie Teilweise oder Eingeschränkt einigen...:D
Eine kurze Erläuterung was ich mit "öffentlichen Interesse" meine: Am besten greift man da, mal wieder, auf den HBGary-Hack zurück, ohne die geleakten Daten von Anonymous wäre nie bekannt geworden, dass diese ehemals angesehene IT-Security Firma, die auch für FBI und US-Regierung tätig war, in dubiose und / oder gar kriminelle Machenschaften verwickelt war. Mit kriminell meine ich z. B. das HBGary für Firmenkunden maßgeschneiderte Rootkits (Stichwort: Magenta) entwickelte und so, meiner Meinung nach, Beihilfe zur Wirtschaftsspionage leistete. Unter dubios würde ich z. B. ihre Beteiligung an der Ausarbeitung von Strategien einordnen, die darauf abzielten Jounalisten, die sich durch eine für die US-Regierung unbequeme Berichterstattung auszeichneten, mundtot zu machen - in dem konkreten Fall des Journalisten Glenn Greenwald ging es z. B. um dessen Unterstützung für WikiLeaks, die durch Druck "zum Erliegen" gebracht werden solle. Ebenfalls dubios würde ich die Arbeit von HBGary an einer Softwarelösung für die Steuerung von unzähligen Bot-Accounts zur Vortäuschung von "Meinungs-Mehrheiten" und Manipulation von Diskussionen in Internetforen bewerten. Ohne die von Anonymous geleakten Daten wären diese Schweinereien nie aufgedeckt worden...

xrayn hat gesagt.:
Es ist schon erbärmlich wie manche in den Mitgliedern "Aktivisten" sehen, als ob tatsächlich eine politische Botschaft mit den begangen Verbrechen vermittelt werden sollte.
Dazu erst einmal ein Auszug aus der Wikipedia:
Als Aktivist (lat. activus = „tätig, aktiv“) wird eine Person bezeichnet, die in besonders intensiver Weise, mit Aktivismus, für die Durchsetzung bestimmter Ziele eintritt.
Die Ursprünge von Anonymous liegen in ihrem Engagement gegen Scientology, damals agierte Anonymous auch in der realen Welt, indem sie z. B. Demonstrationen organisierten (daher die Masken, um sich gegen Identifizierung durch den Scientology-Geheimdienst zu schützen) - für mich mich klingt das, gemäß der obigen Definition, schon nach Aktivisten. Auch viele ihrer neueren Aktivitäten im Web, z. B. die Angriffe auf PayPal, hatten ein klares Ziel und war im Grunde ein politisches Statement - auch da kann man also durchaus von einer geplanten Aktion von einer Gruppe Aktivisten sprechen. Ich sehe also keinen Grund Anonymous pauschal des Status als "Aktivisten" zu verwehren und sie in eine rein kriminelle Schublade zu stecken.
Zum anderen denke ich, wie Chromatin auch bereits andeutete, das wir gerade erleben wie sich neue, der Realität der Internet-Gesellschaft angepasste, Protestformen herausbilden. Ich denke da z. B. an die Diskussion, ob DDOS-Attacken nicht als virtuelle Version des Sitzstreiks / der Sitzblockade bewertet werden sollten...

Bezüglich der Krawalle in England, die hier ja auch merhfach angeführt wurden, möchte ich nur soviel sagen: Ganz sicher waren das keine politisch motivierten Unruhen, aber ebenso so sicher waren sie ein Symptom gesellschaftlicher Missstände & Schieflagen, die die Politik über Jahrzehnte hinweg, spätestens seit Margaret Thatcher dem Land die britische Ausprägung des amerikanischen Neokonservatismus aufgedrückt hat, selbst verursacht hat.
Selbstverständlich waren die Krawalle auch von inakzeptablen Verbrechen geprägt, jedoch antwortete ein Randalierer auf die Frage eines Journalisten, ob Krawalle die richtige Form des Protests sein, wie folgt:
"Yes," said the young man. "You wouldn't be talking to me now if we didn't riot, would you?"The TV reporter from Britain's ITV had no response. So the young man pressed his advantage. "Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you."
Das kann einen schon irgendwie nachdenklich stimmen, oder?

Auch sollte man den urspünglichen Auslöser der Krawalle nicht vergessen, die Demonstration vor einem Polizeirevier, weil Angehörige und Bekannte des toten Mark Duggan die offizielle Version der Polizei, Duggan habe das Feuer auf sie eröffnet und sei in Notwehr erschossen worden, nicht glauben wollten. Und wie sich, durch den Druck der Öffentlichkeit und dem Interesse der Medien herausstellt, wurden aus der Waffe Duggans keine Schüsse abgefeuert (laut einem Bericht des Guardian hatte er sie nicht einmal gezogen, da sie noch im Strumpf steckte) und die als Beweis vorgelegte Kugel, die in einem Polizei-Funkgerät steckte, stellte sich durch die ballistische Untersuchung als Polizei-Kugel heraus... Die Polizei scheint also von hinten bis vorne gelogen zu haben...X(
Fefe stellte ins einem Blog daraufhin eine erschreckende Frage:
Jetzt ist es offiziell: Mark Duggan hat nicht auf die Polizei geschossen. Das war schlicht eine Lüge der Polizei. In diesem Fall ist das rausgekommen, weil die Bevölkerung den Aufstand probt. Ich frage mich, wie viele andere Fälle es gibt, wo das nie jemand prüft. Denn die Stimme eines Polizisten zählt ja immer mehr als die Stimme eines Bürgers, erst Recht wenn der inzwischen tot ist.
Quellen:
Fefes Blog
Fefes Blog

Edit: Hoppla - mit dem Zitat war GrafZahl wohl schneller...
 
Zuletzt bearbeitet:
#17
Am besten greift man da, mal wieder, auf den HBGary-Hack zurück, ohne die geleakten Daten von Anonymous wäre nie bekannt geworden, dass diese ehemals angesehene IT-Security Firma, die auch für FBI und US-Regierung tätig war, in dubiose und / oder gar kriminelle Machenschaften verwickelt war.
Nachweis?

Mit kriminell meine ich z. B. das HBGary für Firmenkunden maßgeschneiderte Rootkits (Stichwort: Magenta) entwickelte und so, meiner Meinung nach, Beihilfe zur Wirtschaftsspionage leistete.
Nachweis?

Gab es in der Netzgemeinschaft mal nicht den Konsens, dass die bloße Entwicklung solcher Programme vollkommen legitim ist?!?! Metasploit, nmap, aircrack-ng, jtr, scrapy, wireshark.. Sind all diese Entwickler dubiose Personen, die ins Gefängnis oder zu mindest an den öffentlichen Pranger gehören?

Unter dubios würde ich z. B. ihre Beteiligung an der Ausarbeitung von Strategien einordnen, die darauf abzielten Jounalisten, die sich durch eine für die US-Regierung unbequeme Berichterstattung auszeichneten, mundtot zu machen - in dem konkreten Fall des Journalisten Glenn Greenwald ging es z. B. um dessen Unterstützung für WikiLeaks, die durch Druck "zum Erliegen" gebracht werden solle.
Mal davon abgesehen, dass ich durchaus nachvollziehen kann, warum eine Regierung nicht so viel WikiLeaks hält, welche rechtswidrigen Handlungen hat HBGary unternommen?

Es ist schön, was du hier alles aufzählst, aber alles nur Vermutungen. Das regt mich bei solchen Diskussionen immer schon ein wenig auf, dass solche Anschuldigungen auf Firmen/Staaten als bare Münze genommen werden, sobald es aber den "kleinen armen" Bürger betrifft, der Staat diesen IMMER zu unrecht verdächtigt.

Ebenfalls dubios würde ich die Arbeit von HBGary an einer Softwarelösung für die Steuerung von unzähligen Bot-Accounts zur Vortäuschung von "Meinungs-Mehrheiten" und Manipulation von Diskussionen in Internetforen bewerten. Ohne die von Anonymous geleakten Daten wären diese Schweinereien nie aufgedeckt worden...
Erinnerst du dich ein den Gründer von VroniPlag, der hat auch multiple Accounts für die Plattform genutzt - das ist im Internet gang und gäbe.


Die Ursprünge von Anonymous liegen in ihrem Engagement gegen Scientology, damals agierte Anonymous auch in der realen Welt, indem sie z. B. Demonstrationen organisierten (daher die Masken, um sich gegen Identifizierung durch den Scientology-Geheimdienst zu schützen) - für mich mich klingt das, gemäß der obigen Definition, schon nach Aktivisten.
DAS würde ich auch so unterschreiben. Was aber im letzten Jahr stattgefunden, war einfach zielloses (es wurde das gecrackt wo man reinkam) leaken von meist Kundendaten, die unter dem Label Anonymous veröffentlicht wurden und damit eine den Anschein einer politischen Motivation mit sich brachten, in Wahrheit aber überhaupt nichts damit zu tun hatten.

Auch viele ihrer neueren Aktivitäten im Web, z. B. die Angriffe auf PayPal, hatten ein klares Ziel und war im Grunde ein politisches Statement - auch da kann man also durchaus von einer geplanten Aktion von einer Gruppe Aktivisten sprechen. Ich sehe also keinen Grund Anonymous pauschal des Status als "Aktivisten" zu verwehren und sie in eine rein kriminelle Schublade zu stecken.
[...]
Ich denke da z. B. an die Diskussion, ob DDOS-Attacken nicht als virtuelle Version des Sitzstreiks / der Sitzblockade bewertet werden sollten...
Das siehst nicht nur so so, sondern auch der Oberlandesgericht in Frankfurt im Falle von dDoS der Lufthansa-Seite. ABER die Polizei hat die Befugnis eine Sitzblockade aufzulösen, möchtest du dass die Polizei einen Knopf bekommt, mit der sie temporär dein Internetzugang sperren kann? Das wäre nämlich die logische Konsequenz.

Zum anderen denke ich, wie Chromatin auch bereits andeutete, das wir gerade erleben wie sich neue, der Realität der Internet-Gesellschaft angepasste, Protestformen herausbilden.
Das Problem ist, es gibt so etwas, dass nennt sich "Gewaltmonopol", wenn man versucht das RealLife ins OnlineLife zu mergen, dann auch das Gewaltmonopol, aber das führt zu Dingen die ich NICHT möchte. Daher fände ich es besser die Netzcommunity würde von solchen Hacks und dDoS absehen und wieder Offline demonstrieren gehen, ohne Gewalt.



Bezüglich der Krawalle in England, die hier ja auch merhfach angeführt wurden, möchte ich nur soviel sagen: Ganz sicher waren das keine politisch motivierten Unruhen, aber ebenso so sicher waren sie ein Symptom gesellschaftlicher Missstände & Schieflagen, die die Politik über Jahrzehnte hinweg, spätestens seit Margaret Thatcher dem Land die britische Ausprägung des amerikanischen Neokonservatismus aufgedrückt hat, selbst verursacht hat.
Selbstverständlich waren die Krawalle auch von inakzeptablen Verbrechen geprägt, jedoch antwortete ein Randalierer auf die Frage eines Journalisten, ob Krawalle die richtige Form des Protests sein, wie folgt:
Das kann einen schon irgendwie nachdenklich stimmen, oder?
Der Zweck heiligt also die Mittel, waren wir da nicht schon einmal weiter :rolleyes:

Ich kann es gut verstehen, wenn Menschen mit dem vorgehen von PayPal, Mastercard, Sony usw. nicht einverstanden sind. Ich habe nur absolut kein Verständnis dafür, wenn Straftaten begangen um dagegen zu demonstrieren - ich meine, wozu wird denn die Rechtsstaatlichkeit vor jeder Diktatur in den Himmel gelobt, wenn jeder, dem etwas nicht passt, sich ohne zögern darüber hinwegsetzt und auch noch Unterstützer finden, die dann sagen "also ja.. ehm die Methode.. naja das ist wohl nicht soo in Ordnung, aber es geht ja auch viel mehr um das politische Statement" - dann können wir auch gleich wieder Selbstjustiz einführen.

Wenn ein Konzern außerhalb des gültigen Rechts handelt, dann kann jeder, der möchte diesen Konzern anklagen. Wenn ein Konzern innerhalb des gültigen Rechts handelt und einem das nicht passt hat man zwei Möglichkeiten:
1. einen mehrheitlichen Konsens finden, dass man ein Gesetz gegen dieses Handeln erlässt.
2. eine Mehrheit davon überzeugen, die Produkte des Konzerns zu ignorieren.

DAS ist nachhaltig wirksames Handeln, kostet das natürlich mehr Mühe als über zwei Mausklicks einen dDoS-Angriff zu starten. Wenn sich keine Mehrheit für eine der beiden Methoden findet, sollte man sich in sich gehen und überlegen ob man nicht selbst im Unrecht ist.

@end4win, GrafZahl: Ihr seid mir immer noch eine Antwort schuldig, warum kann man die Aktionen Anonymous nicht über einen Kamm scheren? Oder ist das nur eine Phrase, wie dass man Anonymous nicht als Gruppe auffassen kann, weil das jeder ist? Das ist eine Traumvorstellung, natürlich hat Anonymous einen festen Kern.
 
#18
xrayn hat gesagt.:
Zitat von Tarantoga

Mit kriminell meine ich z. B. das HBGary für Firmenkunden maßgeschneiderte Rootkits (Stichwort: Magenta) entwickelte und so, meiner Meinung nach, Beihilfe zur Wirtschaftsspionage leistete.
Nachweis?
Zum Beispiel das hier:
Die gestohlenen E-Mails enthalten darüber hinaus noch einigen Sprengstoff. So dokumentieren die veröffentlichten Kopien etwa, dass der Mitgründer und renommierte Rootkit-Experte Greg Hoglund der Firma Farallon Research ein von HBGary konzipiertes, vollkommen neuartiges Super-Rootkit mit dem Code-Namen Magenta anbot. Farallon will nach eigenem Bekunden "Firmen mit fortschrittlicher Technologie mit den Anforderungen von US-Regierungsbehörden" zusammen bringen. Für den Rüstungskonzern General Dynamics entwickelt HBGary unter Code-Namen wie Project C, Task Z, Task M Trojaner, Rootkits und andere Spionageprogramme im Wert von vielen 100.000 Dollar.
Quelle:
Anonymous kompromittiert amerikanische Sicherheitsfirma | heise Security

xrayn hat gesagt.:
Mal davon abgesehen, dass ich durchaus nachvollziehen kann, warum eine Regierung nicht so viel WikiLeaks hält, welche rechtswidrigen Handlungen hat HBGary unternommen?
Die Überlegungen seitens HBGary, wie unbequeme Journalisten mundtot gemacht werden können, habe ich sehr bewusst als "dubios" und nicht als "rechtswidrig" eingeordnet.
Im oben verlinkten heise-Artikel findet sich dazu dieser Absatz:
Zusammen mit den Firmen Palantir und Berico erstellte HBGary Federal etwa auch eine Analyse der "Bedrohung Wikileaks" mit Handlungsempfehlungen. Dort heißt es unter Bezug auf den Journalisten Glenn Greenwald, der sehr intensiv und enthusiastisch über Wikileaks berichtete: "Diese Form der Unterstützung muss zum Erliegen gebracht werden". Wie sich das bewerkstelligen ließe, erklärte man ebenfalls: Profis wie Greenwald hätten zwar oft eine liberale Tendenz. Vor die Wahl zwischen beruflicher Karriere und ihr Anliegen gestellt, würden sie sich aber letztlich meist für die Karriere entscheiden.
Es mag zwar strafrechtlich nicht relevant sein, aber die Idee einen Journalisten mit seiner Karriere zu erpressen finde ich nicht nur dubios, sondern moralisch zutiefst fragwürdig...:rolleyes:
Und den Wunsch unbequeme Journalisten mundtot zu machen, finde ich sogar in hohem Maße bedenklich.

xrayn hat gesagt.:
Es ist schön, was du hier alles aufzählst, aber alles nur Vermutungen.
Durch die zahlreichen E-Mails die Anonymous publiziert hat, sind das schon mehr als Vermutungen. Diese Sachen wurden weltweit in allen wichtigen Zeitungen veröffentlicht - trotzdem gab es seitens HBGary weder ein Dementi, noch eine Klage wegen Verleumdung.
 

end4win

Member of Honour
#19
Dann antworte ich mal für mich.
Per eigener Definition hat Anonymous keine hyrachische Struktur und jeder kann
sich zugehörig fühlen, man braucht weder einen Mitgliedsausweis noch irgendeine
moralische Absichtserklärung unterschreiben.
Somit kann jeder der genügend Leute findet die bei dem dDoS mitmachen sagen
"Wir sind Anonymous......".
Sicher wirst du auch dort Leute finden, die sich stärker engagieren und versuchen
die offene Struktur, Leute, Gruppen für ihre Zwecke einzuspannen.
Doch Anonymous selbst ist sehr vielschichtig, da gibt es eben Cracker, Hacker
und politisch Engagierte und wenn sich eine entsprechend grosse Schnittmenge
trifft nennen sie es eine Anonymous-Aktion.
Nur weil hier bei grösseren Aktionen ein Name genannt wird bedeutet dies doch
nicht, das es vor-neben- und hinterher es keine Aktionen gab, gibt und geben wird,
wo nicht dieser Name genannt wird und wo alle Arten von Motiven dahinter stehen.

dDoS, Sqli und alle anderen Angriffstechniken sind doch keine Erfindung von
Anonymous.

Gruss
 
#20
Daraus geht nur hervor, dass HBGary ein Rootkit für Rüstungsunternehmen programmiert, wenn du mir jetzt noch beweisen kannst, dass dieses Rüstungsunternehmen, dieses Rootkit zur Wirtschaftsspionage eingesetzt hat, ziehe ich meine Kritik sofort zurück. Rüstungskonzerne in Deutschland werden doch auch nicht des Mordes verurteilt, weil sie die Bundeswehr mit Waffen ausstatten?! Auf der anderen Seite bietet Metasploit (bzw die Firma, die dahinter steht), zahlenden Kunden erweiterten Server, wodurch u.a. das Verwalten von infiltrierten Computer im großen Stil vereinfacht wird, warum besteht hier kein Verdacht der Beihilfe von Wirtschaftsspionage - immerhin ist Rapid7 eine Rüstungsfirma für den Cyberkrieg...


Die Überlegungen seitens HBGary, wie unbequeme Journalisten mundtot gemacht werden können, habe ich sehr bewusst als "dubios" und nicht als "rechtswidrig" eingeordnet.
Im oben verlinkten heise-Artikel findet sich dazu dieser Absatz:
Es mag zwar strafrechtlich nicht relevant sein, aber die Idee einen Journalisten mit seiner Karriere zu erpressen finde ich nicht nur dubios, sondern moralisch zutiefst fragwürdig...:rolleyes:
Und den Wunsch unbequeme Journalisten mundtot zu machen, finde ich sogar in hohem Maße bedenklich.
Moralisch fragwürdig - ja. Hat bis auf die Empfehlungen noch mehr stattgefunden?


Durch die zahlreichen E-Mails die Anonymous publiziert hat, sind das schon mehr als Vermutungen. Diese Sachen wurden weltweit in allen wichtigen Zeitungen veröffentlicht - trotzdem gab es seitens HBGary weder ein Dementi, noch eine Klage wegen Verleumdung.
Ich vermute, dass HBGary aus ganz anderen Gründen auf eine Klage verzichtet: In einem Prozess würden Dinge veröffentlicht werden von deren Geheimhaltung ein Teil der Firma stark abhängig ist.

Aber schön wie man "die da oben" gerne beschimpft, wollt ihr mal Abschaum aus unserer Mitte sehen? hp touchpad | eBay Das HP Touchpad wurde gestern auf 99€/16GB 129€/32GB herabgesetzt. Viele, die das gestern gekauft haben, verkaufen es nun für +200 Euro und schreiben dann gerne rein "Rechnung von August, original verpackt, noch nicht geöffnet, volle Herstellergarantie" usw. Große Konzerne zocken die kleinen Bürger ab und die kleinen Bürger sind die weißen Unschuldslämmer? Arschlecken! Wenn ich so etwas sehe könnte ich kotzen!
 
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