Sollte Cannabis legalisiert werden ?

Sollte Cannabis legalisiert werden ?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    111

+++ATH0

Member of Honour
btw: Laut Staatspropaganda [0] hat sich die Anteil der rauchenden Jugendlichen von 27% (2001) auf 12% reduziert - verantwortlich dafür gemacht wird die abnehmende Akzeptanz in der Gesellschaft, zu der diverse Rauchverbote beigetragen haben sollen. Vielleicht ist an der These Prohibition durch Verbot ja doch etwas dran...
Naja moment. Die Abgabe und Verkauf an Jugendliche wurde unter Strafe gestellt und das öffentliche Rauchen von Jugendlichen.
Aber es gibt kein Besitz- oder Konsumierverbot! :wink:

Den Zusammenhang, den du zeigst, geht also völlig an meinen Forderungen vorbei. Ich bin ja in erster Linie nicht unbedingt für ein Abgabe- oder Verkaufslegalisierung, sondern vor allem kommt erst einmal die Besitzlegalisierung für private Zwecke.

Außerdem: Wie gefährlich ist der Zucker?
http://www.youtube.com/watch?v=awowNauIGvM

Sehr interessante Dokumentation. Zucker sind leere schädliche Kalorien, sie machen süchtig, und sind vermutlicherweise verantwortlich für die häufigste Volkskrankheit Diabetes.
Zucker verbieten? Wäre problemlos möglich, denn wir brauchen Zucker nicht in unserer Nahrung.
 

end4win

Member of Honour
@+++ATHO
Vielleicht sollten wir das Leben verbieten, denn es führt unweigerlich zum Tod.
Lass doch diese sinnlosen Risikovergleiche und die damit verbundene Verharmlosung
von Drogen. :wink:
Und Jugendlichen ist durchaus der Besitz und der Konsum von Alkohol und Tabak
verboten.

@bitmuncher
Ich denke da wirst du von jedem eine andere Antwort hören, da Drogen bekanntermaßen bei jedem anders wirken. Mir hat meine "Drogen-Zeit" über eine enorm schwierige Phase in meinem Leben hinweg geholfen, in der es recht heilsam war, dass ich durch Rausch Ablenkung von Gedanken hatte, die sonst vermutlich dazu geführt hätten, dass ich etwas ziemlich dummes getan hätte. Das ist auch der primäre Grund, warum ich die pauschale Verteufelung von Drogen ablehne. Rausch kann auch hilfreich sein um Erfahrungen zu verarbeiten. Man bekommt dadurch andere Sichtweisen auf diese Erfahrungen und kann sie damit leichter verarbeiten.

Die meisten Leute, die ich kenne und die kiffen, tun dies aber in erster Linie aus Entspannungsgründen. Bei Leuten, die regelmässig kiffen, hat es nämlich primär eine dämpfende Wirkung, die übrigens der von Hopfen sehr ähnlich ist, nur eben ohne die zusätzliche Wirkung von Alkohol. In Zeiten, in denen ich ausschliesslich THC konsumiert hatte, tat ich dies auch eher zur Entspannung und um mich beim Coden weniger ablenken zu lassen.
Ich denke nicht, dass ich hier viele andere Antworten bekomme, welche sich nicht
in diese zwei Kategorien einordnen lassen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass
noch jemand die beiden Anderen nennt: Schwanz(Titten)vergleichsritual und Gruppenzwang,
die eignen sich einfach nicht für eine verharmlosende Argumentation für eine Drogenfreigabe.
Allerdings sind es definitiv eben auch die vier Antworten, welche man bekommt,
wenn man Drogenabhängige fragt wie es zur Sucht kam.
Übrigens hättest du vermutlich für die von dir genannten Gründe auch von einem
Arzt legal entsprechende Mittel bekommen können. Bei der Selbstmedikation ist
meiner Meinung nach das Risiko einfach zu gross, dass man eben den Zeitpunkt
verpasst wo man die Droge absetzen sollte, zudem schaffen es eben viele nicht
ihre Probleme allein zu bewältigen.

Der eigentliche Kern in dieser Diskussion sollte eigentlich nicht sein Drogen zu
verharmlosen oder zu verteufeln, sondern sich darüber klar zu werden welche
Konsequenzen eine Lockerung des BTM hat und wo man eine neue Grenze ziehen könnte,
vor allem aber wie diese kontrollierbar ist ohne andere Rechte unangemessen
eingeschränkt werden oder es zu einem unkontrollierten Drogenmarkt kommt,
denn dann brauchen wir auch keinen Jugendschutz mehr.

Meiner Meinung nach ist dies eben nur zu schaffen, wenn man vom Anbau bis zum Besitz,
für nicht medizinische Zwecke, verbietet. Diese Eigenbedarfsregelungen werfen
dermassen viele Definitions- und Rechtsprobleme auf, dass sie sich in der Praxis
definitiv nicht praktikabel anwenden lassen.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:

+++ATH0

Member of Honour
@+++ATHO
Vielleicht sollten wir das Leben verbieten, denn es führt unweigerlich zum Tod.
Lass doch diese sinnlosen Risikovergleiche und die damit verbundene Verharmlosung
von Drogen. :wink:
Nun ja. Es wurde ja schon mehrmals gezeigt, dass einige Vergleiche nicht so weit hergeholt sind, wenn man z.B. Cannabis mit Alkohol und Tabak vergleicht.
Zucker ist prinzipiell ein ehrwürdiger Mitspieler. (Diabetes, Fettleber, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko)
Und das meine ich ernst. Also rein medizinisch betrachtet sagen viele Mediziner sei Zucker ein Gift (siehe auch Doku au yt).
Klingt merkwürdig; wir haben uns ja so dran gewöhnt? Aber wer auch Alkohol und Tabak verbieten will, sollte das Suchtmittel Zucker verbieten.

Und Jugendlichen ist durchaus der Besitz und der Konsum von Alkohol und Tabak
verboten.
Nein. Ich bin zwar jetz kein Rechtsexperte, aber soweit ich weiß, darf in der Öffentlichkeit kein (branntweinhaltiger) Alkohol an Jugendliche abgegeben werden bzw. der öffentliche Konsum nicht gestattet werden.
Aber rechtskräftig ist ein Jugendlicher nie der Beschuldigte von Alkoholbesitz, sollte er in der Öffentlichkeit erwischt werden im Besitz von Alkohol zu sein oder diesen zu konsumieren.
Die Polizei darf den Alkohol einziehen, die Jugendliche von dem öffentlichen Platz verweisen und ermitteln woher der Alkohol kommt; der Jugendliche darf dafür als Zeuge geladen werden, aber mehr auch nicht! (Er kann z.B. Aussage verweigern).

Es bleibt also: Jugendliche dürfen Alkohol privat besitzen.
 

end4win

Member of Honour
Die Vergleiche helfen aber nicht weiter bei der Lösung des Problems.
Du kannst auf diese Art nur für totale Anarchie plädieren es gibt nämlich für ziemlich
jedes Gesetz Grenzsituationen. :wink:

Zu den Jugendlichen empfehle ich die Lektüre des Jugendschutzgesetzes.
Bier und Wein sind zwar ab 16 erlaubt, für alles andere gilt allerdings ein Besitz
und Konsumverbot und die Polizei ist angehalten die Waren Vorort zu vernichten
und die Eltern zu informieren. Bei entsprechender Häufigkeit bzw. dem Verdacht
der Unterstützung durch die Eltern wird dann das Jugendamt hinzugezogen, dies
kann dann durchaus Bussgelder für die Eltern bedeuten und bis zum Sorgerechtsentzug
gehen.

Gruss
 

+++ATH0

Member of Honour
Die Vergleiche helfen aber nicht weiter bei der Lösung des Problems.
Nein, sie zeigen nur auf wie allgemein das Problem tatsächlich ist. Es wäre also völlig beliebig das eine zu verbieten und das andere nicht, außer man hat spezielle Gründe, die außerhalb der Schädlichkeit und Suchtpotentiale liegen.
Denn momentan ist es überhaupt nicht so, dass die gefährlichsten Drogen verboten werden und die nicht-so gefährlichen nicht.

Man schaue sich beispielsweise mal das Ranking hier an:



Zu den Jugendlichen empfehle ich die Lektüre des Jugendschutzgesetzes.
Bier und Wein sind zwar ab 16 erlaubt, für alles andere gilt allerdings ein Besitz und Konsumverbot und die Polizei ist angehalten die Waren Vorort zu vernichten und die Eltern zu informieren. Bei entsprechender Häufigkeit bzw. dem Verdacht der Unterstützung durch die Eltern wird dann das Jugendamt hinzugezogen, dies kann dann durchaus Bussgelder für die Eltern bedeuten und bis zum Sorgerechtsentzug gehen.
Ich habe in das Jugendschutzgesetz geschaut und es wird den Jugendlichen nirgends der Besitz verboten. Zitier mir doch den Paragraphen? o_O
Es war also noch nie ein Jugendlicher vor Gericht und wurde verurteilt für Alkoholbesitz.
Zeig mir einen Fall? :wink:
 

end4win

Member of Honour
Ich habe in das Jugendschutzgesetz geschaut und es wird den Jugendlichen nirgends der Besitz verboten. Zitier mir doch den Paragraphen? o_O
Es war also noch nie ein Jugendlicher vor Gericht und wurde verurteilt für Alkoholbesitz.
Zeig mir einen Fall? :wink:
Naja, da der Erwerb und die Weitergabe verboten ist, kann ein Jugendlicher weder Alkohol noch Tabak legal besitzen. :wink:
Es ist also eher juristische Haarspalterei zu behaupten es wäre legal.
Das hier keine Strafandrohung besteht dürfte mehr ein Selbstschutz der Jurislative
und Exekutive vor Bergen von Ermittlungsarbeit sein, die, jetzt pass auf, in keinem
Verhältnis zum Nutzen stehen würde. :wink:

Deine Statistiken kannst du dir sparen, schon allein die Legalität von Alkohol und
Tabak dürften die Zahlen aufgrund der Nutzerzahlen so verfälschen, das sie nur
noch für den Auftraggeber von Wert sind. Ausserdem wird wahrscheinlich noch
nicht mal berücksichtigt, dass die meisten Cannabisnutzer auch zur Risikogruppe
der Raucher gehören. Also glaub keiner Statistik welche du nicht selbst in
Auftrag gegeben hast oder wenigstens die genauen Prämissen kennst.
Für mich taugt die Statistik mehr für ein Verbot von Alkohol und Tabak, warum
dies nicht erfolgt ist habe ich bereits dargelegt. Nur das ein Alkohol- und Tabakverbot
momentan nicht gesellschaftlich und organisatorisch durchsetzbar ist, ist kein
Argument für die Freigabe für (laut deiner Statistik :p ) offensichtlich schädliche
Stoffe welche eben relativ einfach verboten werden können.

Noch ein letztes Mal, es geht nicht um den Grad der Schädlichkeit, sondern darum
ob und wie ein Verbot sich auch durchsetzen lässt und auch welche Probleme
eine Freigabe auslösen würde.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:

+++ATH0

Member of Honour
Naja, da der Erwerb und die Weitergabe verboten ist, kann ein Jugendlicher weder Alkohol noch Tabak legal besitzen. :wink:
Doch klar. Jemand anders hat sich dafür eben nur strafbar gemacht. Der Jugendliche selbst besitzt es legal.
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass der Jugendliche aus einem Land einreist, bei dem der Verkauf/Abgabe an Jugendliche legal war; dann besitzt er in Deutschland diesen Alkohol legal (darf diesen aber nicht öffentlich verzehren, JuSCHG).
Auch dürfen Eltern privat an ab 14-Jährige Alkohol abgeben. (Was übrigens dafür spricht, dass Nichtverbieten von Besitz allein darauf beruht sich nur Ermittlungen sparen zu wollen)

Aber darum geht es ja gar nicht. Es geht um die prinzipiellen Vorteile davon den Besitz selbst nicht strafbar zu machen.

Ich wollte nicht für das ganze Modell argumentieren, sondern nur ganz spezifisch darauf, dass hier kein Besitzverbot eingerichtet wurde, was durchaus Sinn macht, wie du auch selbst ausführst.

Deine Statistiken kannst du dir sparen
Hm? Das sind keine reinen Zahlenmonster; da wurden schon viele Faktoren erwogen (wie man in der obersten Zeile sieht). Ich würde mir vorher die Originalliteratur dazu anschauen, wenn du es genau wissen willst.

Verwerfen kann man schnell etwas; aber ein Gegenmodell lässt sich nicht so leicht aus dem Hut schütteln.

Nimmt man allerdings an, dass dies nur sehr grob stimmt, ist Alkohol aber nach wie vor überproportional weit oben und Cannabis überproportional weit unten, womit meine Kritik nach wie vor gilt: Die heutigen Grenzen sind so ziemlich beliebig und begründen sich bloß auf die Tradition der Wirtschaft und ihrer Lobby im Bereich der Tabak- und Alkoholindustrie.

Du kannst mir kaum weismachen, dass es sich um wissenschaftliche Erwägungen handelt, genau Tabak- und Alkohol zu erlauben und sonst nichts.

Die Kritik müsstest du sogar aufnehmen und sagen: Ja warum ist Alkohol und Tabak nicht auch verboten? Wie du ja selbst sagst.

Also egal, wie man es dreht. Die derzeitige Regelung ist ziemlich beliebig und irrational, egal ob man nun Legalisierungs- oder Prohibitionsbefürworter ist.

(Ich bin übrigens gegen irrationales unfundiertes Studien-Bashing :wink:; wenn man eine Studie verwirft und seine eigenen bauchgefühlten Aussagen mehr Wert verleiht, muss man sich schon fragen ob diese nicht auf noch wackeligeren Beinen stehen, als die Studie selbst )
 

bulandus1974

New member
Cannabis legalisieren

Hallo,

ich bin dafür,Cannabis zu legalisieren.
Es ist in der Geschichte kein Fall bekannt,daß ein Konsument am Cannabis gestorben wäre,doch wieviele Tausende sterben jedes Jahr an den Folgen des Alkoholismus?
Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert und somit legal,doch die ganzen negativen Folgen des Alkohols,wie Sucht,Verkehrstote und unkontrollierte Gewalt werden ausgeblendet.
Ich persönlich kenne keine Kiffer,die unter THC aggressiv werden.
Solange es illegal bzw.nur geduldet ist,solange werden die Kiffer in den Schwarzmarkt gedrängt und kommen so fast zwangsläufig mit anderen Drogen in Kontakt,die nicht so spassig sind.
Offen zugängliche Verkaufsstellen für Haschisch und Gras würde den kriminellen Schwarzmarkt für THC schnell austrocknen,und der Staat könnte auch durch eine kleine Grassteuer etwas daran verdienen.
Was man halt beachten muß,ist,daß THC bei einem kleinen Personenkreis Psychosen auslösen kann,die dann unter Umständen zu einer Psychiatrisierung mit Psychopharmaka führen kann,was auch nicht lustig ist.
Aber wenn man achtsam und ehrlich sich selbst gegenüber ist,merkt man ja,wenn einem eine Substanz nicht mehr gut tut.

Bulandus
 

SchwarzeBeere

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SchwarzeBeere

Moderator
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Ja genau das habe ich doch gesagt, wer unter Alkoholeinfluss zuschlägt, würde das im Zweifel auch nüchtern.
Prädestiniert bedeutet hierbei nicht, dass er/sie auch nüchtern zuschlagen würde, sondern bezeichnet lediglich die Anfälligkeit für Alkohol zur Steigerung der Gewaltbereitschaft und Reizbarkeit oder der Senkung der Entscheidungsfähigkeit in Aggressionssituationen. Sicherlich ist nicht jeder dafür anfällig, aber es ist - meiner Erfahrung nach - auffällig, wie schnell doch eine Situation eskaliert, wenn Alkohol im Spiel ist.

Nichtsdestotrotz bleibt die Frage, auf die du wahrscheinlich hinaus möchtest, offen: Würde ein "prädestinierter" Kiffer unter Einfluss von Marihuana auch zuschlagen? Rein aus eigener Erfahrung mit Kiffern glaube ich das nicht.

Edit: Interessant ist auch, dass eine Eskalation unter Alkoholeinfluss viel mit unterdrückten Gefühlen zu tun zu haben scheint, die durch den Alkohol "befreit" werden können (Prädestination ;)). In dem Sinne hast du also sicherlich nicht ganz Unrecht, auch wenn man ohne Alkohol sicherlich nicht zuschlagen würde und einen anderen Weg der Verarbeitung wählen könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

bitmuncher

Moderator
SchwarzeBeere hat gesagt.:
ein "prädestinierter" Kiffer unter Einfluss von Marihuana auch zuschlagen? Rein aus eigener Erfahrung mit Kiffern glaube ich das nicht.
Dem stimme ich zu. Witze wie "Kiffen macht gleichgültig. - Mir doch egal." haben durchaus einen wahren Kern.
 

usoya

New member
Klar sollte Kifferware frei an 18 Jährige verkauft werden. Damit wird der Schwarzmarkt eingedemt. Habe es langsam satt das ich jedesmal 12 Jährige am Ufer sehen muss. Wie sie bei Asylanten Drogen kaufen. Als wären es Schleckwaren. Wir haben grössere Probleme mit alkoholisierten Zeitgenossen. Die sich jeden Aben wie Schweine in der Notfallaufnahme benehmen und Kassenkosten verursachen. Als normale, friedliche Kiffer. Der Alkohol, ist nachweisslich ein agressiv steigerndes Medium. Ich kenne keinen Kiffer, der jemals agressiv war.
 

usoya

New member
Die meisten Bürger haben sowieso keine Ahnung. Ich kann aus erster Hand erzählen wie Jugendliche an der Schulwand ihren Joint reinziehen. Dann bekifft in die Schule wandern. Verbote förden diesen Scheiss. Mit der legalisierung würden besonders junge Menschen nicht mehr so einfach haben weil das Angebot nicht vorhanden wäre. Von mir aus die Legalisierung einschränken, aber einen auf Verbot machen aber ignorieren das an jeder Ecke gekifft wird scheint mir lächerlich. Am besten auch richtig besteuern, wie bei Tabak um die Gesundheitskosten einiegermassen im Griff zu haben. Weil der Anbau an sich relativ günstig ist und lokal gemacht werden kann. Speziell wäre dann die Deklaration eindeutiger. Als heute, wo das zeug mit Gift gestreckt wird. Und in der Notaufnahme landet. Repressive Drogenpolitik hat nie funktioniert. Das grösste Drogenproblem ist heute Alkohol, nicht Tabak. Gut, Tabak hat Langzeitschäden und verursacht auch Kosten. Aber es ist vorallem der Alkohol der Deutschlandweit zu massiver Gewalt führt. Ein Verbot bringt trotzdem nichts, dass Thema hatten wir schon mal. Das Verursacherprinzip sollte berücksichtig werden.
 

Tarantoga

Moderator
Eigentlich wollte ich mich gar nicht in diese Diskussion einmischen, aber heute bin ich gleich über zwei Artikel gestolpert, die hier einfach reingehören: Da wäre zum einen dieser Artikel über ein Buch, das mit einigen Mythen über (um nicht zu sagen gegen) Marihuana aufräumen will. Ich gebe zu dieser Artikel ist eher unterhaltsam als informativ, aber es ist imho eine gute Erinnerung daran, dass nicht alle Überzeugungen die uns heute ganz rational erscheinen, einen rationalen Ursprung (oder eine fundierte Grundlage) haben.
Der zweite Artikel ist wesentlich interessanter: Marihuana - Uruguay beginnt die überfällige Revolution - Panorama - Süddeutsche.de
Hier mal ein paar Highlights für die Lesefaulen:
Wahrscheinlich muss ein kleines Land das Experiment mit der Droge zuerst versuchen, die großen trauen sich noch nicht. Also beginnt Uruguay die längst überfällige Revolution: Künftig dürfen erwachsene Staatsbürger der südamerikanischen Republik bestimmte Mengen an Cannabis unter staatlicher Aufsicht kaufen, konsumieren und sogar pflanzen.
[...]
Nach dem neuen Gesetz soll der Staat die Marihuana-Pflanzen anbauen und die daraus gewonnene Droge registrierten Nutzern in Apotheken verkaufen. Für das persönliche Vergnügen sind auch Eigengewächse erlaubt. Auf diese Art soll die Drogenmafia ausgebremst werden. Es ist ein Experiment, das gibt Uruguays Regierung zu. Aber einer musste anfangen.
[...]
Die repressive Drogenpolitik ist katastrophal gescheitert, die Strukturen des heutigen Rauschgifthandels gleichen denen während der Prohibition in den Dreißigerjahren in Chicago.
[...]
Klar ist: Der Krieg gegen den Stoff ist verloren. Mehrere ehemalige und einige amtierende Staatschefs aus der Region empfehlen deshalb seit geraumer Zeit eine zumindest teilweise Legalisierung.
[...]
Doch Beispiele wie Holland zeigen, dass ein legalisierter Marihuana-Verkauf zunächst Interessenten anlockt, sich die Anzahl der Käufer dann aber mit der Zeit einpendelt. So mag diese uruguayische Initiative gewagt sein, manches Detail muss geklärt werden. Aber sie ist einen Versuch wert.
Um aber nicht nur Zitate zu bringen, will ich kurz erklären warum ich mich aus dieser Diskussion heraushalten wollte: Es ist mir einfach unmöglich eine klare Position zu beziehen. Ich kann viele Argumente beider Seiten gut verstehen und nachvollziehen - aber es gibt auch auf beiden Seiten Punkte, die ich nicht nachvollziehen oder nicht billigen kann.
Im Grunde teile ich z. B. die Meinung des Autors des Artikels aus der Süddeutschen: Ich denke die restriktive Drogenpolitik ist fundamental gescheitert. Nach Jahrzehnten des "Kriegs gegen die Drogen" wurde keiner der Missstände behoben oder auch nur verbessert, dafür werden kriminelle Strukturen gefördert - z. B. dadurch das die Preise für illegale und geschmuggelte Drogen künstlich hochgehalten werden. Seien wir doch ehrlich: Eine Legalisierung würde vor allem den Angehörigen der Drogenkartelle (angefangen vom kleinen Bauern, über die großen Bosse, bis hin zu den kleinen Straßendealern), korrupten Grenzbeamten / Polizisten und Politikern schaden...
Insofern müsste ich also eine Pro-Legalisierungs-Haltung einnehmen. Aber wenn wir von Legalisierung reden, diskutieren wir in der Regel die Legalisierung von Marihuana oder Haschisch und die sind nun einmal nicht das Hauptstandbein der Drogenkartelle. Gemessen an den Gewinnen die sich mit Kokain, Heroin oder Designerdrogen erzielen lassen, sind die Marihuana-Gewinne wohl eher für die Portokasse. Seien wir ehrlich: Durch die Legalisierung von Marihuana werden internationale Drogenkartelle ganz sicher nicht in den Ruin getrieben...
Und wer jetzt sagt dann muss man harte Drogen wie Kokain, Heroin oder Crystal Meth eben auch legalisieren, der hat noch nie einen Menschen an eine solche Droge verloren. Der hat noch nie gesehen wie eine Droge einen Menschen von Grund auf verändern und ihn und sein ganzes soziales Umfeld vernichten kann.

Daher kann ich zu diesem Thema keine klare Position beziehen: Ich bin mir sicher das die restriktive Drogenpolitik keine Lösung für die Drogenproblematik ist, aber ich bin eben auch sicher das eine allgemeine Freigabe auch keine Lösung ist. Und leider habe ich keine Ahung wie eine echte Lösung aussehen könnte.

Schließen möchte ich aber wieder mit einem Zitat - einem Zitat aus der ersten Staffel der großartigen US-Serie The Wire:
Detecitve Carver: Du kannst diese Scheiße [den Kampf gegen Drogen] doch nicht Krieg nennen!
Detective Hauk: Warum nicht?
Detective Carver: Kriege enden...
 

+++ATH0

Member of Honour
Gemessen an den Gewinnen die sich mit Kokain, Heroin oder Designerdrogen erzielen lassen, sind die Marihuana-Gewinne wohl eher für die Portokasse. [...]
Durch die Legalisierung von Marihuana werden internationale Drogenkartelle ganz sicher nicht in den Ruin getrieben...
Also wird es deiner Meinung nach nur ein bisschen besser (eine illegale Portokasse weniger, ein Stück mehr persönliche Freiheit).
Und ein bisschen besser ist doch wohl besser als gleich schlechtbleibend.
Also müsstest du doch für das bisschen Bessere sein - für die Legalisierung von Marihuana. Und das ist eine klare Position. :p
 

Tarantoga

Moderator
+++ATH0 hat gesagt.:
Also müsstest du doch für das bisschen Bessere sein - für die Legalisierung von Marihuana. Und das ist eine klare Position.
Leider sehe ich das nicht so. Ginge es wirklich nur um die Legalisierung von Marihuana, könnte ich dem fast vorbehaltlos zustimmen. Aber wie die Diskussion in diesem Thread ja zeigt, ist das nur ein Aspekt des gesamten Problems.

Außerdem ist Marihuana weder der segensreiche Stoff, als den es seine "Anhänger" gerne darstellen, noch das Teufelszeug, als den es seine "Feinde" bezeichnen. Marihuana ist eine psychotrope Substanz, die im Vergleich zu anderen psychotropen Substanzen vermutlich eher harmlos ist - trotzdem ist und bleibt es eben nur eine Droge.
Schon Paracelsus sagte, dass die Dosis das Gift macht und ich denke das dieser simple Ausspruch eine fundamentale Weisheit ist. Wie bitmuncher weiter oben schon angemerkt hat, hat auch Marihuana negative Wirkungen - die umso stärker hervortreten, desto mehr Missbrauch mit der Droge betrieben wird. Daher würde ich sagen das
- eine Legalisierung von Marihuana keinen nennenswerten Beitrag zur Lösung der Drogenproblematik leisten würde - obwohl die Situation vermutlich nicht verschlechtert würde
- auch Marihuana , wie alle Arzneien, nicht unkontrolliert freigegeben werden sollte - obwohl ein Missbrauch hier weniger schlimme Folgen wie z. B. bei Alkohol hat

Eine klare Position sieht anders aus, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:

+++ATH0

Member of Honour
Leider sehe ich das nicht so. Ginge es wirklich nur um die Legalisierung von Marihuana, könnte ich dem fast vorbehaltlos zustimmen.
Man kann doch kurz so tun, als ginge es mal nur um die Legalisierung von Marihuana. Bzw. man kann ja jeden Einzelaspekt für sich besprechen. Da sehe ich kein Problem mit.
"fast vorbehaltlos"? Man kann ja auch mit Vorbehalten zustimmen. Also stimmst du nicht zu, weil du noch Vorbehalte hast? Oder stimmst du zu, aber bloß nicht vorbehaltlos? (wer ist das schon?)

Aber wie die Diskussion in diesem Thread ja zeigt, ist das nur ein Aspekt des gesamten Problems.
Es ist ja nicht so, dass man sich nur für Positionen entscheiden kann, die im Thread vorgeschlagen wurden.
Genaugenommen habe ich ja auch in einigen dedizierten Aspekten eine sehr eigenwillige und nicht festgelegte Meinung (differenziert in jeweils Besitz, Herstellung, Weitergabe und Verkauf).

Ich kam ja bei deinem Beitrag nur deswegen zu dem Schluss, dass du ja eigentlich zumindest für die "Legalisierung von Marihuana" sein müsstest, weil du uns ja, wie man jetzt in deinem neuen Beitrag sieht, einige für dich gewichtige Argumente vorenthalten hast.
Zuvor war das Problem ja nur, dass der Thread deine Position nirgends wiedergibt, was sich ja als Non-Problem herausstellte, weil dies ja keine Hürde ist eine individuelle klare Position zu beziehen.

Also ja: Jetzt nach deinem Nachschub sieht man deine Bedenken und die Unentschlossenheit deutlicher. Diese Aspekte wurde denke ich schon alle erschöpfend diskutiert.
 

Tarantoga

Moderator
+++ATH0 hat gesagt.:
Ich kam ja bei deinem Beitrag nur deswegen zu dem Schluss, dass du ja eigentlich zumindest für die "Legalisierung von Marihuana" sein müsstest, weil du uns ja, wie man jetzt in deinem neuen Beitrag sieht, einige für dich gewichtige Argumente vorenthalten hast.
Ich wollte mich halt kurz fassen...;)

+++ATH0 hat gesagt.:
Also ja: Jetzt nach deinem Nachschub sieht man deine Bedenken und die Unentschlossenheit deutlicher. Diese Aspekte wurde denke ich schon alle erschöpfend diskutiert.
Eben. Deswegen dachte ich mir, dass ich mir (hier bereits lang und breit diskutierte) Details sparen kann und einfach sage, dass ich keine klare Position beziehen kann...:D
 
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